Monatsarchiv April

  • Die Passbildsache zieht ihre Kreise. Wenn man erstmal beim Einwohnermeldeamt die neuen und äußerst beliebten Sätze à la “Das Bild ist nicht normgerecht, die Augenpartie ist zu weit unten.” zu hören bekommen hat, dann weiß man, dass 1984 eigentlich hätte 2007 plus minus 5 Jahre hätte heißen müssen und unsere Armut an wirklich herausragender Literatur im Bereich der Utopien eine Gestalt bekommen hat, die Orwell, Bradbury und Huxley nicht mehr bekleiden können, da deren Romane langsam aber sicher realistisch werden.

    Die Blicke all der Photographen müssten man ablichten und daraus eine Collage machen, damit man diese dann Schily, Beckstein und Schäuble zum Geburtstag schicken könnte. Denn mich würde mal interessieren, wieviel Reklamationen von Bildern bisher schon zu Stande gekommen sind und wie viele in den nächsten Jahren des überwachungsausbaus noch kommen werden. Stöhnen werden sie jedenfalls alle, denn erstens ist es schädlich fürs Geschäft, zweitens verheerend für die Reputation und schließlich drittens katastrophal für die künstlerische Ader eines jeden Photographen (ich unterstelle den Photographen ganz einfach mal ein gewisses, künstlerisches Interesse, wenn ich es schon nicht mehr Talent tun möchte).

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Philosophie zu betreiben ist, frei nach der wunderbaren Formulierung Thomas Nagels, nur dann möglich, wenn man den Schritt beiseite getan und also alles, auch sich selbst, im Blick hat. Ohne dies ist keine halbwegs gute überlegung oder Diskussion möglich, da sie irgendwann zwangsläufig in Polemik gegen sich selbst oder andere endet.

    Im Sommer. Im Sommer kommen sie aus ihren Löchern gekrochen und bevölkern die Straßen mit der Langeweile und Lethargie, die sie den Winter über in ihre Wohnungen eingesperrt hatten. Bis auf die räumlichen Unterschiede sind Winter und Sommer menschlich dasselbe.

  • Jener Aphorismus bezüglich der Grundvoraussetzung zum Philosophieren ist weitaus ergiebiger, als ich dachte, da ich ihn vor mir weg schrieb. Aus diesem Grund, und aus einer plötzlichen Laune heraus, sehe ich es als wert an, diesen Paragraphen noch einmal aufzurollen und etwas detailierten zu betrachten.

    Zur Erinnerung, es ging um folgende Aussage: “Philosophie zu betreiben ist, frei nach der wunderbaren Formulierung Thomas Nagels, nur dann möglich, wenn man den Schritt beiseite getan und also alles, auch sich selbst, im Blick hat. Ohne dies ist keine halbwegs gute überlegung oder Diskussion möglich, da sie irgendwann zwangsläufig in Polemik gegen sich selbst oder andere endet.”

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Wieder ein Film, der mir empfohlen wurde und der einen Platz in meinem Gedächtnis bekommen hat. Auch diesen Film habe ich von besagtem, sehr gutem Freund empfohlen bekommen, und die Empfehlung hat sich im Großen und Ganzen wieder einmal gelohnt.

    Den Film durchzieht die Verwirrung, man muss immer erst genau hinschauen, ehe man vermuten und feststellen kann, was die filmische Realität und was Traum ist, denn von Beginn an springt die Handlung ständig, was durch die vielen Fetzen von Erinnerungen des Hauptdarstellers nicht unbedingt leichter wird, die durch die ganzen Film verstreut worden sind.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Ein Schriftsteller kann ich nicht sein. Dafür bin ich viel zu sehr ein Zeitzeuge, ein Dabeistehender, ein Zuschauer, der sieht, wie Häuser um ihn herum in sich zusammensacken und der dann am Stammtisch davon erzählt, wie er sie mit Blicken umgeworfen hat.

    Aber ich höre immer zu … / I was listening … (“A Beautiful Mind”)

    Wahrscheinlich bin ich weitmehr Emotivist, als es mir je lieb wäre …

  1 2 3 4 5 6 7 8

WILLKOMMEN!

Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

Überall / Auftritte

letztens / neuste Einträge

damals / vor Jahren

begehrt / beliebteste Einträge

Ausgrabung / zufällige Einträge

Kondolenz / letzte Kommentare