Monatsarchiv Juni
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“Was dich nicht umbringt, das macht dich nur stärker.” sagt das Sprichwort und impliziert dabei, dass der Vorgang des Umgebracht-Werdens erstens spürbar und zweitens dennoch erträglich sein muss. Ich kann zu beidem nichts sagen, was der Wunsch zur Ruhe aufreisst, weiss kein Umbringen nachzuahmen.
Eine schwere, körperliche Krankheit der Welt könnte nur noch erlösend wirken. Denn diese Ohnmacht aller Dinge ist kaum noch zu ertragen.
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eine kurze Liste dessen, was Besucher so auf diese Seite verschlägt. Hier sind also die Suchbegriffe, die am bemerkenswertesten in den letzten 81 Tagen aufgetaucht waren:
- “Patrick Kiwitter stellt sich vor”: Natürlich tut er das, aber bestimmt nicht hier. Kam dieser jemand denn nicht auf die Idee, vielleicht einmal hier nachzusehen?
- “aluka ist lethargisch”: Vielen Dank hierfür. Es ist schön, dass man auch immer noch daran erinnert werden muss.
- “anglizismen or anglizismus or amerikanismen juni 2006 -blog -forum -gästebuch -guestbook”: Was er/sie wohl gesucht hat? Erfahren wird man es bestimmt nicht. Wann führt google eigentlich das deutsche oder für seine Suchen ein?
- “jill worin”: Beim besten Willen, ich habe versucht, heraus zu finden, wer das ist, aber ich habe nichts gefunden. Wer weiß es?
- “bedeutung von erspähen”: Na da ich helfen. Ein Späher ist ein Kundschafter, und weil spähen nur das passende Verb dazu ist, meint erspähen nun wieder, dass man durch genaues und scharfes Hinsehen etwas, meist wird in Verbindung mit großen Entfernungen gebraucht, ausgemacht oder gesehen hat.
- “hochtrabend”: Herzlichen Glückwunsch, wenn sie Hochtrabendes suchen, dann sind sie hier genau richtig.
- “anglizismen die wir in unserer sprache benutzen”: Hoffentlich so wenige wie möglich. Was ist eigentlich aus dem Fast-Food-Wettbewerb geworden?
- “heroinentzug medikamente”: Was die Leute nicht alles suchen. Wie wäre es mit Methadon oder Buprenorphin? Von einer Droge auf die nächste wechseln, gute Sache.
- “cioran”: Schön, dass noch jemand nach ihm sucht. Der Herr hatte ja gestern erst seinen lang ersehnten Auftritt.
- “surrealismus augen”: Hm?
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Heute vor 11 Jahren starb einer der wohl stärksten und kritischsten Geister des vergangenen Jahrhunderts - Émil Cioran. Ihm zu Ehren dieser Eintrag heute.

Nachher werden noch ein paar seiner besten Aphorismen hier aufgeschrieben sein, bis dahin nur dieser ganz besondere:Wer um seine Melancholie zittert, weil er Furcht hat, von ihr zu genesen, mit welcher Erleichterung wird der feststellen, dass seine Befürchtungen schlecht begründet sind, dass sie unheilbar ist!
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Ich soll einen Text über den Schmerz schreiben. Ich weiß genau, was ich darüber zu sagen habe - aber warum sollte ich es sagen? Warum nicht im Stillen leiden wie die Tiere?
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Der Mensch ist zweifelsohne ein außergewöhnliches Phänomen, aber kein Erfolg.
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Um einen weder dummen noch verlogenen Trauerbrief zu schreiben, müsste man ein Genie sein.
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Je älter ich werde, umso mehr gewöhne ich mich an die düsteren Realitäten (Selbstmord, Abscheu vor der Geburt etc.) ohne jeden Hintergedanken an Kummer oder Trostlosigkeit. Ich stelle mir das Irreparable ohne Traurigkeit vor. Ich stecke bis zum Hals in der objektiven, evidenten, unpersönlichen Trostlosigkeit. Tränen aus ewig trockenen Augen.
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Man schreibt nur leidenschaftlich, echt, wenn man in die Enge getrieben ist. Der Geist arbeitet unter Druck. Unter gewöhnlichen Umständen liegt er still, er langweilt sich und langweilt die Anderen.
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Es leuchtet ein, dass Gott eine Lösung war und dass man nie wieder eine ebenso befriedigende finden wird.
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[...] wir sind sogar so zertifikationsgeil, dass die meisten unserer sozialen Bestrebungen entweder in einem Papierdesaster enden oder wieder so lieblos sind wie eh und je.
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Für C. J.
Mein Hals rastete dreimal knacksend ein, ehe sich der schwarze Rand von meinen Augen löste und auf die Bettwäsche tropfte. Ich hatte mich langsam und vorsichtig nach hinten aufgesetzt, damit du weiter schlafen konntest. Die halbe Nacht haben wir davon erzählt, wie es sich anfühlt, nicht einschlafen zu können und dabei sicher fünfundvierzig mal vereitelt einzuschlafen, als wir das Gähnen unterdrückten. Die Sehnsucht war unser Thema, Sehnsucht nach Ruhe, Sehnsucht nach bunten und grauen Träumen, Sehnsucht nach blutrot violetten Sonnenuntergängen.
Du sagtest, die Welt drehe sich nur so sehr, wie man sie sich drehen lässt. Das Galileiische Problem, erst zu sehen und dann die Augen zugedrückt zu bekommen, bestehe immer dann, wenn man allein mit dem Fahrrad auf einer Autobahn fährt. Jetzt sah dein Gesicht wie das Fell eines Leoparden aus. Viele kleine Punkte Mondlicht ratterten mit leisem Knistern durch die Jalousie und hieben fest in deine Wangen. Aber davon bekamst du nichts mit.











