Monatsarchiv Juni
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“Close your eyes and begin to relax. Take a deep breath, and let it out slowly. Concentrate on your breathing. With each breath you become more relaxed. Imagine a brilliant white light above you, focusing on this light as it flows through your body. Allow yourself to drift off as you fall deeper and deeper into a more relaxed state of mind. Now as I count backward from ten to one, you will feel more peaceful, and calm.
Ten. Nine. Eight. Seven. Six.
You will enter a safe place where nothing can harm you.
Five. Four. Three. Two.
If at any time you need to come back, all you must do is open your
eyes.
One.”Dream Theater - Regression
Ich weiß gar nicht, seit wann ich schon hier bin. Mit dem meist so leichtfertig hingehauchten Wort Zeitgefühl meint man doch eigentlich nur, dass man noch weiß, wieviel Tassen Kaffee man heute schon getrunken, oder wie und wann man heute früh den Weg hierher gefunden hat. Mein Zeitgefühl ist weg, besser gesagt, ich weiß nicht mehr, ob ich überhaupt schon einmal eines hatte, denn der Rest des Gedächtnisses hatte ich vorsorglich an ihm fest gebunden. Jetzt sitze ich hier auf der Stufe und sehe den Häusern in die Augen, aus denen manchmal jemand herüber schaut und lächelt. Eine dicker Mantel Licht muss, während ich noch nicht hier saß, vom Himmel gefallen sein. Alle grauen Dächer sind ockerfarben, die Blätter der Bäume seltsam gelbgrünlich.
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Jene Tage, in denen man nichts fühlt, sind auch nicht zum Arbeiten geeignet. über der Stadt hängt eine dicke Glocke aus Wärme, alles blockend, was in sie hinein und aus ihr heraus will. Viele wissen diese Agonie zu genießen, andere verfluchen sie, da sie das tägliche Unglück als Basis ihres Treibens brauchen.
Das Einzige, worin wir nie versagen werden, ist unsere Lächerlichkeit, die wir mit unserer Besessenheit auf Leben und das, was wir Erfolg nennen, jedes Jahr nur steigern. Erfolg, das wäre, all dies zu vergessen.
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Die Siesta war schon seit gut einer Stunde beendet und die ersten Händler hatten sich wieder in ihren Läden eingefunden, um die verbleibenden vier Stunden den vorbeischlendernden, potentiellen Kunden hinterher zu schauen. Vor der Plaza De Toros stand die Büste Alexander Flemings, die Haare kurz, in Anzug mit eng geschnürter Fliege und schaute mildernd auf den grüßenden Torero, der in voller Montur aus Bronze vor ihm aufgezogen worden war. Einige Leute hasteten in ihrer Ausgangskleidung, möglichst traditionell in den kräftigen Farben, eingegrenzt von schwarzer Kappe und schwarzem Schuhwerk, in Richtung der Plaza und erreichten gerade noch den Eingang, als die Helfer die Tore verschlossen. Man konnte das lodernde Feuer in den Augen der Kinder erkennen, die zu jung für eine Corrida und deshalb draußen gelassen worden waren. Sie wussten nichts von einem Blutbad, sondern hatten Zeit ihres Lebens das Blitzen in den Augen der Väter geerbt, wenn sie vom tercio de muerte erzählten.
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Wenn ich wieder einmal in Tolstois Der Tod des Iwan Illjitsch lese, dann kommt mir seine Beichte nicht aus dem Sinn und jede Zeile liegt in ihrem Schatten. Wenn Lewin über dem “So ist es.” Nikolais brütet, dann ist dies des Autors Beichte in einem Satz. Nur vermutet er an falscher Stelle ein Geheimnis, denn höchstens ist das, was hinter den drei Worten verborgen liegt, die Erkenntnis Tolstois selbst. Vierzig Jahre Verblendung und dann nichts. Dass hinter dem Tod keine verborgenen Wahrheiten liegen, darauf kam Lewin nicht mehr.
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Nunja, man kann sich dem ganzen Trubel ja kaum entziehen, eigentlich überhaupt nicht. Somit ist ja bewiesen, dass die Werbeoffensive erfolgreich war. Jetzt sitzen sogar die Fussballgegner abends herum und knabbern betreten ihre WM-Chips, während sich die Flaschen des WM-Bieres neben dem Sessel türmen.
Ich habe die Eröffnungsrede verpasst und musste sie mir erzählen lassen. Der mir vermittelte Eindruck erschien glaubhaft. Auf englisch, französisch und spanisch gab der Herr Bundespräsident zu verstehen, was Sache ist:
Die Welt zu Gast bei Freunden a.b.a. Bitte vergesst unsere Vergangenheit *am rockzipfel zieh* *
Wohl hätte nur noch ein etwas betretenes Gesicht gefehlt. Aber das musste dem Lachen weichen, dass die Vorstellung von diesem Auftritt wieder vermittelte:
We are no nazis, but … eh … you know … this ‘Bannmeile’ …. actually we don’t need it, neither the cams nor the police … but eh … friends and stuff … WELCOME!
Interessieren würde mich noch eines: Wo stand diesmal der Teleprompter?
* Dieser Satz ist gedankliches Eigentum von einem, den ich kenne. Kopier’ ihn und stirb!











