Monatsarchiv Juli
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Was für Befördrung hofft ich wohl von dir,
Der keine Rent als seinen muntern Geist,
Um sich zu nähren und zu kleiden, hat?
Weswegen doch dem Armen schmeicheln? Nein,
Die Honigzunge lecke dumme Pracht,
Es beuge sich des Knies gelenke Angel,
Wo Kriecherei Gewinn bringt. Hör mich an: [...]Hamlet in William Shakespeares “Hamlet”
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Dumm sein und Arbeit haben: das ist das Glück.
Gottfried Benn
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Es [ist] ein so namenloses Glück, wenn einem die die Welt entzweibricht. O mein Gott, welch ein Gericht ist über mich hereingebrochen. Sagen Sie mir, daß ich die Kraft haben muß noch zu leben und das Wahre zu tun. Sagen Sie mir, daß ich nicht irre bin. Es ist steinernes Dunkel hereingebrochen.
aus einem Brief Georg Trakls an Ludwig von Ficker
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Die Gleichung A=A ist Ausdruck der Unerfahrung des Seins und Daseins. Die äquation Nihil = Nihil ist sinnlos und widervernünftig. Nur eine Kleinigkeit ist zu bedenken: Es gibt den Freitod. Gibt ihn, wie zu zeigen veruscht wurde, als Antwort auf den échec, als Widerrede gegen das Leben, das seinen eigenen échec in sich brigt, das seine eigene Verneinung ist, also: Affirmation und Negation zugleich und darum absurd, nicht weniger absurd als der Freitod, der nur deshalb als “zweifach absurd” bezeichnet werden darf, sogar muß, weil der ihn Vollziehende bis zum Ende mit einem Teil seiner Person in die Lebenslogik, die er verneint, da er ja sich selbst schließlich negieren wird, engeschlossen bleibt.
Jean Améry: “Hand an sich legen”
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Es ist schade, daß Sie mit hohlen Nüssen um hohle Nüsse spielen.
Jarno in Goethes “Wilhelm Meisters Lehrjahre”
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[Den Becher] halten und füllen zugleich -
Besser, du ließest es sein!
[Die Klinge] betasten und schärfen zugleich -
Das dauert nicht lange!
Voll Erz und Juwelen die Halle -
Niemand kann sie bewahren.#
Stolz auf Reichtum und Ehre
Schafft selber sich Unheil.
Sein Werk vollbringen
Und sich zurückziehen:
Also des Himmels Weg.Lao-tse: “Tao Te King”, Kapitel 9
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Ich kann nur diejenigen lieben, die angesichts ihres Lebens eine gewisse Ohnmacht zeigen.
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Der Mensch ist zweifelsohne ein außergeöhnliches Phänomen, aber kein Erfolg.
Émil M. Cioran
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Frank, du hast immer die falschen Bücher gelesen.
Karl in Sven Regeners “Herr Lehmann”
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Eigentlich wollten wir ja noch baden gehen, aber es wurde schon langsam dunkel, in nicht einmal mehr acht Stunden würde S. schon wieder vor seinem Schaltpult sitzen und die Walzanlagen in der Werkshalle steuern. “Irgendeiner zerfickt mir wieder den ganzen Tag und schrottet eine Fräse.” erklärte S. meist Donnerstags. “Die ziehen die Stahlträher so fest auf, dass das Teil die Gewinde reinhaut und dann drin stecken bleibt.” Wir wussten zwar nie so recht, was er meinte, aber wir nickten zustimmend und sagten Dinge wie “Ja, solche Idioten.” oder “Wenn du mal nicht noch ausrastest und die Schrauben an deinen Maschinchen mit Absicht nicht mehr fest anziehst …”.
Aber alles in allem war er ja ein guter Junge. Einer von den besonderen, der auch mal die Schnauze halten und einfach ins Leere starren konnte. Das alles mag euch egal sein, aber uns waren solche Sachen wichtiger als ein Diplom oder sonst irgendetwas. Damals, noch in Berlin, da war er immer mit dabei. Er hatte gesagt, die Stadt gäbe ihm Kraft, mit all ihrer Lockerheit und den vielen Unterschieden. Wenn wir an einer Schrebergartensiedlung entlang der S-Bahnlinien liefen und eine Gruppe Leute beim Grillen sahen, dann blieb er oft stehen und pfiff uns zurück. Dann zeigte er blind auf jemanden und sagte: “Hier, Karl-Gustav ist morgen mittag wieder Professor für Ethymologie. Und er, Herr Dr. Schablowski, geht heute Abend noch auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz im Freien und steht morgen besonders früh auf, um noch einen Teller Suppe bei den Tafeln zu bekommen.
Ich weiß nicht, ob wir auch einen Teil der Schuld hatten, oder ob überhaupt jemand Schuld hatte und nicht alles einfach hatte in einer Art und Weise sein müssen. Aber wenn man soetwas miterlebt, naja, es ist halt schon eigentümlich.
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Sind die Toten weiser als wir? Könnten wir, wie in vielen Filmen und Büchern beschrieben, von jedem beliebigen Toten so viel lernen, wie von Leuten aus Zukunft und Vergangenheit? Bedächtig und langsam müssten Sie reden, Worte von ausgesuchter Qualität, durchtränkt von Wissen um Sein und Zeit, das uns ewig fern bleibt, oder nicht? Ist es eine Hilfe, ein gutes Ziel, auf das man zuhält, wenigstens am Ende auf einer Stufe mit allen und allem zu sein? Was wäre bloss, wenn dies nicht stimmte?
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Schnapp dir ruhig Hammer und Meißel und versuch’ die äußere Haut einer scharfen Bombe abzuhauen. Aber bitte heul nicht los, wenn du auf Sprengstoff stößt oder es dich in niedlich dampfende Fetzen zerpflückt.
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Heute habe ich sogar daran gedacht!
Vor gut und gern zweiunddreißig Jahren starb ein großer Dichter, Erich Kästner mit Namen, von dem Marcel Reich-Ranicki in Lauter schwierige Patienten gesagt hatte, er sei ein Poet auf der Suche nach Harmonie gewesen.Was fällt einem zu Kästner als Erstes ein? Die Lyrische Hausapotheke vielleicht dem Einen, sein späterer Hang zum Alkohol dem Anderen und besonders ein Zitat mir:
Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es.
überdies starb heute vor 116 Jahren Vincent van Gogh, ein begnadeter Maler, über den heute jeder schon Bescheid zu wissen meint, wenn er sagt, dass van Gogh verrückt und gleichzeitig über die Maßen talentiert gewesen ist. Deshalb bleibt es auch hierbei. Nichtsdestotrotz ist der Wikipediaartikel zu ihm recht lohnenswert.











