Monatsarchiv August
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Literatur für das Volk. Für welches Volk, wenn es kein einiges mehr gibt? Zeitgenössische Lyrik an der Unterschwelle der Gesellschaft wäre tragisch konkret und traurig monoton. Wie sich die Stufen dieser endlosen Treppe gegenseitig so gnadenlos nach unten treten … Wahrscheinlich wäre es auch genau das, was trifft.
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Weisse Wände im Hintergrund. Ein weisshäutiger und ausgemergelter Mann in einem weissen Hemdchen betritt die Bühne, auf der nichts steht. Er starrt unversehends ins Publikum, atmet schwer, hustet, und beginnt. Er spricht so schnell, dass man es kaum versteht, wird aber mit jedem Satz langsamer, bis die letzten Worte in sekündlichem Abstand gesprochen werden.
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Don’t you know that if people could bottle the air they would? Don’t you know that there would be an American Air-Bottling Association? And don’t you know they would allow thousands and millions to die if they could not pay for air? I am not blaming anybody. I am just telling how it is.*
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[...] bekommen die Kinder schon im Kunstunterricht der Schule mit, dass es nicht ihre Bestimmung sein soll, ein Picasso zu werden, wenn sie stundenlang Vorlagen auszumalen haben. Denn das entspräche keinem gleichmäßigen Gang. Das Drama unserer Zeit kristallisiert sich in solchen, man möge leichtfertig sagen, Kleinigkeiten. Die Diskrepanz liegt offensichtlich zwischen dem sozialen Abbau und dem Unwert, dem sinkenden Wert des Menschen per se.
Er hat gut zu funktionieren; lebendig und zufrieden muß er nur in dem Maße und auf eine Weise sein, wie es zu seinem Funktionieren notwendig ist.*
* aus Erich Fromms Aufsatz Von der Kunst zu leben in Die Kunst des Lebens
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“Man sagte mir: Ja, das ist Liebe? doch, doch, glaub es nur, du siehst schon, wie leicht es ist. Man sagte mir: Ja, das ist Freundschaft, doch, doch, ganz bestimmt, du brauchst nicht weiter zu suchen. Man sagte mir: Hier, bleib stehn, Kopf hoch, schau dir diese Herrlichkeit an. Diese Ordnung! Man sagte mir: Nur zu, du bist doch kein Tier, bedenke diese Dinge und du wirst schon sehen, wie klar alles wird. Wie einfach! Man sagte mir: Sieh doch, mit welcher Kunst sie gepflegt werden, all diese tödlich Verletzten. Pause. Ich sage mir . . . manchmal, Clov, du mußt noch besser leiden lernen, wenn du willst, daß man es satt kriegt, dich zu strafen . . . eines Tages. Ich sage mir . . . manchmal, Clov, du mußt noch besser da sein, wenn du willst, daß man dich gehen läßt.. . eines Tages. Aber ich fühle mich zu alt und zu weit weg, um neue Gewohnheiten annehmen zu können. Gut, es wird also nie enden, ich werde also nie gehen. Pause. Dann, eines Tages, plötzlich, endet es, ändert es sich, ich verstehe es nicht, stirbt es … Oder ich bin es, ich verstehe es nicht, auch das nicht. Ich frage es die Wörter, die übrigbleiben - Schlafen, Wachen, Abend, Morgen. Sie können nichts sagen. Pause. Ich öffne die Tür der Zelle und gehe. Ich gehe so gebeugt, daß ich nur meine Füße sehe, wenn ich die Augen öffne, und zwischen meinen Beinen ein wenig schwärzlichen Staub. Ich sage mir, daß die Erde erloschen ist, obgleich ich sie nie glühen sah. Pause. Es geht von selbst. Pause. Wenn ich falle, werde ich weinen. . . vor Glück.”
Nirgendwo solche Bedrängnis und Klarheit zugleich. Nirgendwo.
Clov in Samuel Becketts Endspiel











