Monatsarchiv Oktober
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Wie kann man eigentlich vergessen, den Wehrdienst zu verweigern, wenn man doch nicht vor hat, diesen abzuleisten? Wieso soll die Mensa der Universität nur für Studenten da sein? Oder warum erkennt man die wirklichen Freunde gerade daran, dass sie selbst dann noch zu einem halten, wenn man ihnen vor Jahren ein paar auf die Fresse gehauen hat?
All das sind Fragen, die schon in Sven Regeners Erstlingswerk Herr Lehmann einen Platz hätten haben können. Jene Geschichte über den desillusionierten Frank Lehmann, der sich als Spezialist für die Geschichte des römischen Reiches die Nächte hinter den Thresen versiffter Kneipen um die Ohren geschlagen und sich mit seiner Affinität für die vielen kleinen Sinnlosigkeiten der Welt todernst in die Herzen der Leser debattiert hatte. Da ging es von betrunkenem Sand über den Unterschied zwischen lieben und verliebt sein bis hin zu römischen Kaisern in Schwulenbars.
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Es war gerade wieder richtig Frühling geworden. Die Bäume hatten ein leichtes Grün angelegt und hielten mit derselben Kraft, wie sie in jedem Herbst das Laub auf die Wege werfen, jedes einzelne Blatt an ihren ästen fest. überall kehrten die Hausmeister den Winter in ihre bunten Eimer und verstauten ihn auf den Komposthaufen der Hinterhöfe. Selbst die Sonne, nachdem sie vier, fünf Monate hindurch diese Ecke der Welt gemieden hatte, schien wieder Gefallen daran gefunden zu haben, in der Liesegangstraße für etwas Leben und Freude zu sorgen. Das kleine Café Moreno an der Ecke zum Luisenplatz öffnete schon bei Zeiten seine Lucken, um den umher irrenden Studenten ein Frühstück aufzwingen zu können.
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Dit scheiss Loob!
Mann, der eine dufte überraschung in einem Blätterhaufen fand.
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Auf einem kleinen, blauweissen Kissen, das ich vor zig Jahren auf einer dieser groben Pflasterstraßen fand, war ein Motiv der alten Endlosreihe “Liebe ist …” gedruckt. “Liebe ist … Sonnenschein an einem Regentag.” stand darauf. Es war schon ein wenig dreckig und ausgeblichen. Der Regen und das Herbstwetter im Allgemeinen hatten ihm gut zugesetzt. Ich hob es im Vorbeigehen auf und nahm es mit nach Hause. Meine Großmutter wusch es für mich mit einigem anderen Kleinkram in der Maschine, sodass ich es, nun blitzblank und fast wie neu aussehend, an der kleinen Kordel an meiner Nachttischlampe aufhängte.
Wahrscheinlich hatte es ein dicker Truckfahrer verloren, der mit offenen Fenstern und im Feinrippunterhemd durch das Dorf gerattert war. Oder vielleicht ein verliebtes Paar in einem schönen Cabriolet. Ich dachte mir viele Geschichten dazu aus. Alles, was hätte die Wahrheit sein können, sie aber sicher nicht war, wie man mir immer wieder versicherte: “Dit hamm die ausm Lad’n drei Häuser weiter sicherlich verlor’n. Oder een paa Kinder hamm dit jeklaut. Ma jut dit dir keener jesehn hat, sonst hättst vielleicht du noch den ärjer abjekricht.”
Bestimmt hat es jemandem gehört, dem es sehr wichtig war. So wichtig wie mir die Sekunden sind, in denen das gelbe Laub von den Bäumen fällt und einem dabei so grell in die Augen strahlt, dass man meint sich die Augen verblitzt zu haben. So überaus wichtig wie der Zyklus der Jahreszeiten mit der Zeit, in der man die Angestaute Energie aus sich hinaus posaunen kann und der anderen Hälfte, in der man neue ärgerlichkeiten und Einsichten über sich und zuviel ungenutzte Zeit, viel zuviel ungenutzte Fähigkeiten sammelt.
“Ich habe jede Sekunde meine bisherigen Lebens sinnvoll genutzt.” erklärte mir ein angehender Wirtschaftler einmal. “Ich habe jedes Quäntchen genommen und etwas damit angestellt.” “Aber kennst du denn auch das Gefühl, wie es ist, wenn einem die Zeit zwischen den Fingern hindurch rinnt und man gar nichts davon bei sich behalten will, sondern einfach alles so belässt?” fragte ich. “Die kleinen Perlen, die in langen Kurven vom Handrücken bis auf den Boden fallen und fortan nur noch gelebt, verlebt, genannt werden?”
Ich bekam keine Antwort. Der zweifelhafte Sinn hatte wieder zugeschlagen.
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Als Robert Anton Wilson (1, 2, 3) und Robert Shea in ihrer Romantrilogie Illuminatus! Hagbard Celine schufen, stampften sie den perfekten Guerillaterroristen aus dem Boden. Ein außergewöhnlich hoch begabter Mann, der gleichzeitig Jura und Schiffbau studierte, sein eigenes Uboot, die Leif Eriksson, konstruierte und seither gegen seinen ganz persönlichen Krieg gegen die Illuminaten führte.











