Monatsarchiv November
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Ich verstehe solche nicht, die ohne Musik, ohne Literatur, ohne Tanz, ohne Malerei, ohne Schauspiel, ohne Bildhauerei und so fort leben können. Vielleicht wissen sie nur nicht, was ihnen fehlt. Manchmal mag man sie beneiden. Jedoch nie um den gedanklichen Aspekt. Niemals.
Erschütternd und beruhigend zugleich, wie Schwere und Leichtigkeit so schnell zu wechseln vermögen, wie mit einer Sekunde ein ganzes Leben in sich zusammen fallen kann, ja wie nah das alles bei einander liegt. Man mag leichtfertig grundlos sagen, aber das ist nicht korrekt.
Zu schreiben und damit das Gefühl aneinandergereihter Töne erzeugen können. Töne, die erschüttern und aufbauen zugleich. Bilder zu malen oder zu zeichnen, die alles Flüchtige und unbewusst Wahrgenommene sichtbar machen, solche die zeigen, wie sich dieses oder jenes anfühlt. Zu tanzen und durch elegant gewählte Bewegungen zu sprechen, als monologisiere man besser als die größte Akteur. In der Materie feste Skulpturen schaffen, die man als Betrachter tanzen oder weinen sieht. Und dazu Musik zu zaubern, die selbst den Kraftvollsten in nicht einmal fünfzig Sekunden zu Grunde gehen lässt.
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Entgegen der nicht zu verachtenden Zahl derer, die das Christentum, oder den Glauben an sich dieser Tage neu entdecken, nährt sich eine genau dem entgegen gesetze Haltung immer mehr. Eine alte Frau erklärte mir unlängst rührselig, dass sie zu leben einfach müde geworden sei. Mittlerweile wünsche Sie sich nichts sehnlicher, als nach einem letzten guten Tag nicht mehr erwachen zu müssen. Sie habe ein schweres, aber letztendlich gutes Leben gehabt, sagte sie.
Wenn man in einem christlich geprägten Land aufgewachsen ist, kommt man nicht umhin, der eigenen Meinung zum Trotze sich automatisch ob einer solchen Aussage schockiert zu fühlen. Obgleich die Gesundheit und der Respekt der Frau vor dem Leben bewundernswert für mich waren. Ich drückte ihr mehrmals die Hände, als ich ging und wünschte ihr nur das Beste.
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Peter hatte schon ein paar Semester Technik auf dem Buckel, als ich mich im Sekretariat für BWL einschrieb. Eigentlich lief schon unsere erste Begegnung nicht besonders gut. Ich hatte gerade meine Schlüssel von der Verwaltung geholt und wollte eigentlich nur mein Zimmer, das ich wenigstens für die nächsten Monate haben sollte, sehen.
«Was willst du?» grunzte mich Peter sofort an, als ich zum ersten Mal klopfte. Ich tat, wie man mir unten gesagt hatte, nannte ihm meine Matrikelnummer und zeigte brav meinen Zimmerschein, als hätte ich es mit einem Kontrolleur der häuslichen Wasserzähler zu tun. Und er verdrehte bloss die Augen.
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Nach einem recht großen Ansteigen der Suchanfragen in puncto Neunzehnhundert.org ist es wohl wieder einmal an der Zeit, hier einige ausgewählte Begriffe auszustellen. Die Phrasen sind wie immer gruppiert und mit einem kleinen Kommentar versehen.
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Der Tag verlangsamte sich mit dem Aufgehen der Sonne. Die vielen Menschen auf der anderen Seite müssen ziemlich geächzt haben, denn besonders hoch haben sie sie nicht ziehen können. Die Welt auf Halbmast und das Leben wieder einmal aus der Spur. Weit ab von allem. Und mit einem Blick durch tausend dumpfe Scheiben Glas.
Daran ändert auch der milchige Regen nichts mehr, der sich in einem dünnen Film seinen Weg über die Oberfläche bahnt, ein dünnes Zelt über jedes Haus und jeden Busch spannt. Aus den Wolken linsen die letzten weissen Fäden, deren Ende nicht bis auf den Boden reicht und ihnen die Last nimmt. Ein paar Clochards summen in der Ferne ein improvisiertes Requiem.
Wenn die Musik verstummt, hat es geheissen. Wenn sie verstummt.











