Monatsarchiv Dezember
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Fehler einzusehen heißt nicht, bereuen zu müssen, solang die Reue einschränkend auf jedwede Möglichkeiten wirkt. Es geht dabei nicht darum, Geschehenes ungeschehen zu machen und damit den Fokus auf längst Vergangenes zu legen, das sicht nicht länger verändern, höchstens verständlich machen lässt, sondern um die Verbesserung dessen, was noch kommen mag, also die immer wieder neu aufkommenden Wogen zu glätten, sie aber gleichzeitig anzuerkennen.
In jeder Situation ist neu zu entscheiden und alles Gegebene neu zu prüfen. Denn solang sich ein Faktor einer Gleichung, selbst wenn er noch so unbedeutend erscheint, auch nur minimal verändert, so weiß jeder, lässt sich über das Ergebnis nichts mehr eindeutig, wenn dies überhaupt möglich ist, aussagen.
Dennoch sind unsere Fehler eine der wichtigstens Möglichkeiten, sich Entwicklungsrichtung aufzeigen zu lassen. Sozusagen Indikatoren dessen, was wir mit besonderer Aufmerksamkeit betrachten sollten und wo mit gegebenenfalls einzulenken haben. Früher oder später. Aber unbedingt überhaupt. Eben um daraus zu lernen.
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Da wir schon wieder bei bedeutenden Dichtern angelangt sind, ist es sicher auch nicht schlecht, den zu großem Unrecht von uns noch nicht genannten Charles Baudelaire ebenfalls hier aufzuführen, dessen Todestag jedoch schon am 31. August 1867 war.
Als einer der Wegbereiter der modernen Lyrik veröffentlichte Baudelaire Les Fleurs du Mal (Die Blumen des Bösen), einen mehrmals geänderten Gedichtband, der mit neuartigen, realistischen Gedichten aufwartete und großes, wenn auch teils nicht wünschenswertes Echo erregte.
Seine Gedichte thematisieren erstmalig auch die Großstadt und dessen Einwohner, sowie deren Hin- und Hergerissenheit zwischen Melancholie, Ennui und der Sehnsucht nach dem Guten und Tugendhaften in der Welt.
Zur Illustration wieder zwei wunderbare Werke:
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Am 29. Dezember 1926 verstarb ein bedeutender Lyriker deutscher Sprache, namentlich Rainer Maria Rilke.
Mit ihm schließt sich der Kreis um Friedrich Nietzsche, Lou-Andreas Salomé, Josef Breuer und den zweifelhaften Sigmund Freud.Mit seinen späteren und weitaus bekannteren Gedichten eröffnet sich Rilke nicht nur als Meister der Introspektion, sondern außerdem als erstklassiger Stilistiker, der es verstand, die eigene Erfahrung zu transferieren und sie so für alle Welt in seinen symbolhaft gestalteten Gedichten zu öffnen.
Während den letzten Jahren erfuhr sein Werk eine besondere Aufmerksamkeit durch die breitere öffentlichkeit, so beispielsweise durch das Rilke-Projekt, bei dem Prominente, zum Beispiel Sir Peter Ustinov, Gedichte von Rilke mit musikalischer Begleitung lesen. Mittlerweile sind drei CDs dieser Reihe erschienen.
Wir gedenken Rilke, auch mit einem Tag Verspätung, als eines zu würdigenden Lyrikers und Schriftstellers unserer deutschsprachigen Literatur. Als Beispiel noch das wahrscheinlich am meisten zitierte Gedicht:
Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
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«Au ja, Nebel! Der Schneeersatz bei globaler Erderwärmung.»
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«Den Fahrausweis bitte!», schallte es in der routiniert eingeschliffenen Melodie durch den Wagen.
«Och nö …»Ein strahlender Tag. Ich hatte seit Jahren keine Eisblumen mehr gesehen und vermisse sie auch jetzt schon wieder. Ein paar Stunden zuvor, als ich mich auf den Weg gemacht hatte, war es noch scheiss dunkel gewesen. Meine Beine hatten nach ein paar Minuten selbst beim Gehen so angefangen zu zittern, als wäre ich auf klapprigen Bodenverdichtern unterwegs gewesen. Die Kippe zum Wachwerden hatte ebensowenig gebracht. Eher noch war der Schlag des Nikotins ziemlich tief gegangen. Ziemlich heroisch war ich mir vorgekommen. Hatte gedacht, ich wäre unverwundbar und so gleich den ersten Zug verpasst. Eine Stunde am offenen Bahnhof. Feine Aussichten bei minus 15 Grad und einem Wind, der das ein oder andere Kleinkind schon gern den Zugvögeln nachgeschickt hätte.













