Monatsarchiv Dezember
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Beim ersten Bissen Karpfen fällt wieder einer der Kriegsspieler. Um erschossen zu werden, ist jeder Tag schlecht genug. Und wie immer sind es zuerst die vielen kleinen Bauern, die, in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, als erstes verfüttert werden, ehe es vielleicht Königin und König an den Kragen geht. Dass ein mit Waffengewalt erzwungener Frieden nichts weiter als die Ruhe vor dem Sturm ist, den es ursprünglich einmal zu verhindern galt, ist mittlerweile egal geworden. Dass jede Generation dieselben Fehler machen muss nicht. Alles wiederholt sich.
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Die meisten Leute feiern Weihnachten, weil die meisten Leute Weihnachten feiern.
Kurt Tucholsky
Wir bedanken uns für den regen Zuspruch seit dem Start von Neunzehnhundert.org und wünschen allen Besuchern, Lesern, Feed-Lesern, Kommentierenden und auch den Bots frohe Weihnachten, ein besinnliches Fest und ein paar erholsame Feiertage!
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17 Jahre lang ist schon wieder einer bedeutsamsten Schriftsteller des vergangenen Jahrhunderts tot. Und so langsam neigt sich das Beckett-Jahr seinem Ende zu.
Samuel Beckett, geboren am 13.04.1906 starb am 22.12.1989.
Ein Wunder eigentlich, dass gerade jetzt nicht wenigstens einige seiner Werke in den Theatern aufgeführt werden.
Die Veranstaltungen beschränken sich dennoch, wenn überhaupt, auf Warten auf Godot, und währen meist nicht lang. Vollkommen zu Unrecht, haben wir es doch mit einem Meister der tiefsten Themen der Philosophie vor unterhaltsamem und tragikomischem Hintergrund zu tun.Beckett war ein Mann, der eigentlich recht spät erst angefangen hat, ernsthaft zu schreiben, insofern man dies überhaupt über das Schreiben sagen kann. Und erst sehr spät gelangte er überhaupt zu der Aufmerksamkeit, die seinen Werken gebührt. Einer, der es ist nicht leicht mit dem eigenen Kopf hatte. Umso mehr ist es zu verstehen, wieso er sich selbst mit den Jahren zu immer abstrakteren, eigentlich eher immer deutlicheren, Darstellungen seiner Themen manövrierte. Mit kleinen Erzählungen und Romanen angefangen, über Theaterstücke zum Film und schließlich über die Hörspiele beim Fernsehen angekommen, fand Beckett erst spät das Medium, mit dem er meinte am besten arbeiten zu können.
Estragon Wir finden doch immer was, um uns einzureden, dass wir existieren, nicht wahr, Didi?
Wladimir ungeduldig Ja, ja, wir sind Zauberer.
Ich habe schon Einiges hier über ihn geschrieben, viel zitiert und den kleinen Ausschnitt aus dem Endspiel gibt es auch noch.
Trotzdem, zur bessere Orientierung, noch einmal alle Verweise direkt:20.09.2006 - “Wenn ich falle, werde ich weinen … Vor Glück.”
01.09.2006 - So ist der Mensch nun einmal
28.08.2006 - Wir können einfach nicht
19.07.2006 - Wir können nicht
02.07.2006 - Aphorismus des Tages [61]
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Heute, vor gut und gern 71 Jahren starb am 21.12.1935 der großartige Kurt Tucholsky. Wir gedenken ihm als einen der größten und widersprüchlichsten Schriftsteller und Journalisten vergangener Zeiten. Wer kennt ihn nicht als Ignatz Wrobel, Theobald Tiger, als Kaspar Hauser oder Peter Panther?Allen, die jetzt innerlich ins Staunen gekommen sind, sei geraten, sich Tucholskys grandiose Artikel in der Weltbühne zu Gemüte zu führen, oder den vorgelesenen Werke von Vorleser.net zu lauschen.
Zur Feier der Gemeinfreiheit trotzdem den immer wieder gut zur Politik passenden Text, der oft genau vor Landtags- und Bundestagswahlen durch die Zeitungen tingelt:
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Was macht das Erlebnis einer Reise aus? Die Reise und das Erlebte, die Erinnerung daran, die Freude an der Sache an sich oder die bloße Vorstellung davon bei sich und Anderen? Wahrscheinlich sind es die Erinnerungen und Vorstellungen davon, also die individuelle Färbung des Ganzen.Wir spinnen uns kleine Filme, in denen wir das nicht haben wollen, was nur zu etragen ist oder war, sondern alles auf das Schönste reduzieren, beziehungsweise unsere Nebensächlichkeiten zum Besonderen machen.
Nur deshalb sind die Einträge über die Leben verschiedener Menschen in den Lexika so elend kurz, dass es schon beleidigend ist.













