Monatsarchiv Dezember
-
Oliver Reichenstein versucht eine Art Norm für besser lesbare Internetseiten unters Volk zu bringen, die er ganz plakativ 100% Easy-2-Read nennt. Kurz gefasst heißt das: große Ausgangsschriftart für die eigene Seite, am besten den Urstandard der Browser von 16 Pixeln, eine Zeilenhöhe größer als 100%, am besten um die 140%, Farbkontraste zwischen Text und Hintergrund, angenehm kurze Zeilen, kein Gequetsche usw. usf.
Als Freund der Normseite habe ich das dann doch auch wieder hier eingeführt. Ich hoffe es gefällt und liest sich vorallem besser. Hinweise und Verbesserungsvorschläge sind natürlich willkommen.via Praegnanz.de
Außerdem gibt es seit kurzem eine Aktualisierung des Moduls/Plugins WP Tiger Administration für Wordpress. Ziemlich gelungen, wie ich finde. Und vorallendingen funktioniert auch endlich das Abmelden.
A complete redesign has pushed WordPress Tiger Admin into version 3. It boasts a more streamlined design, better plugin compatibility, and general all-around goodness. [�?�] I�??m very happy with the changes that were made. It�??s taking on much more of my style, while leaving in a little OS X feel to it.
Bilder gibt auf der Seite des Programmierers genügend, hier nur einmal eines zur ersten Illustration:
via Basicthinking.de
-
Als Peter mich aufgeweckt hatte, was es schon wieder dunkel geworden. Ich hatte ihn nicht gefragt, wo er den Tag über gesteckt und was er getrieben hatte, aber seine Freude hatte ihm immer noch ins Gesicht geschrieben gestanden. Der Schlaf für mich hatte Einiges geklärt. Nichts beseitigt, aber wenigstens hatte er erst einmal alles vertrieben. Diese hässliche Mischung als Leere ob der Nachricht vom Tod meiner Tante und jener von Peters bstandener Prüfung. Mit meiner Tante war es wieder ein Mensch weniger geworden, der es gerechtfertigt hätte, nicht ganz allein auf der Welt zu sein.
Ich hatte mich vom Bett hochgerafft und war durch durch die kleine Wohnung getaumelt. Dann einen Kaffee zum Wachwerden, ehe Peter schon wieder gedrängelt hatte. Er hatte es ernst gemeint mit seinem Satz, dass er mich an diesem Abend noch unbedingt in irgendeine Kneipe schleppen wollte. Und dann hatte er schon wieder ungeduldig in der Tür gestanden, sie immer provokatorisch geöffnet, sobald ich auch nur in ihre Nähe kam und noch einmal ins Bad abbog, damit ich auch ja mitbekam, dass er es eilig hatte.
-
Von staubigen Texten und nicht Zeitgemäßem hört man die Feuilletonisten und Theaterkritiker oftmals reden. Manchmal haben sie auch ganz recht damit. Und das, obwohl der Urstoff der meisten Erzählungen, Gedichte, Dramen und Romane noch immer derselbe geblieben ist: Liebe, Tod, Erkenntnis, Gott. Dann liegt es bei den Intendanten und Filmemachern, den alten Stoff so aufzuarbeiten, dass auch der Zuschauer von heute noch Gefallen daran finden mag. Eben so geschah es just mit Peer Gynt, dem dramatischen Gedicht von Henrik Ibsen, dem so genannten Faust des Nordens.
Peer Gynt lebt buchstäblich in seiner eigenen Welt. Weil er seine recht armselige Existenz als armer Bauernsohn nicht einsehen will, erfindet er sich eine komplett neue Realität. Die heruntergekommene Behausung ein Palast, die Welt eine Gegend, bevölkert von Fabelwesen, sein dahingeträumtes Leben ein einziges Abenteuer und er selbst König über allem. Peer macht sich um nichts Gedanken und lebt die Tage, wie sie kommen. Er tut, was immer er will. So entführt er die Braut eines Anderen und lässt sie kurz darauf wieder fallen, so macht er Eheversprechen und zieht immer kurz bevor es drauf ankommt seinen Kopf aus der Schlinge, indem er einfach schier vogelfrei weiter zieht.
-
«Aber schauen Sie, ich habe noch nie eigentlich für ein Publikum geschrieben. Das heißt, für mich waren immer Stücke - oder überhaupt jedes Arbeiten war eigentlich ein Versuch für mich, mir über die Welt klar zu werden. Also ich kann nicht für ein bestimmtes Publikum schreiben, weil es das nicht gibt. Ich meine, es ist ein Publikum, das ist ein Allgemeinbegriff. Und ich schreibe - streng genommen bin ich mein eigener Zuschauer. Man muss Ordnung in seinem eigenen Geiste schaffen. Das glaube ich, das ist Arbeiten.»
So sagte es Friedrich Dürrenmatt, einer der größten deutschsprachigen Dramatiker, der vor sechsundzwanzig Jahren am 14. Dezember 1990 verstorben ist. Ein Mann, bei dem man sich fragen muss, was aus ihm geworden wäre, hätte er nicht das Schreiben als Alternativweg seiner Kunst gewählt, hätte er stattdessen doch beschlossen, sein Leben durch die Malerei zu finanzieren.
Ein ernster Mensch, der einen guten Weg gefunden hatte, sich mit dem Leben und all seiner Paradoxie zu arrangieren. Einer, der dem Ernst des Lebens allein mit der Groteske noch begegnete. Mit seinen Dramen schuf er mehrschichtige Stücke, die mit ihrem eigenen Ernst geradezu meisterhaft zu kokettieren wissen.
Wir denken an ihn.
-
Wenn sie mich festhält und so beruhigend lächelt, wie einem der Mond in der Nacht nur ganz allein Gesellschaft leistet. Neben einem her schlendert, mit den Armen schlackert. Mit ihrem weißen Gesicht, dessen Umrisse man noch in der absoluten Dunkelheit zu sehen glaubt, selbst wenn man sie nur erahnt. Jene Kuhle zwischen Schulter und Kopf, die so nach buntem Tee duftet, aber nach süßen Mandeln schmeckt. Mit dem Zitronengeruch ihrer dunklen Haare in der Nase auf die rot blitzende Digitalanzeige gucken. Sich glücklich schätzen, noch ein paar Stunden weiter schweben zu können.














