Monatsarchiv Dezember

  • Die meisten Leute feiern Weihnachten, weil die meisten Leute Weihnachten feiern.

    Kurt Tucholsky

    Wir bedanken uns für den regen Zuspruch seit dem Start von Neunzehnhundert.org und wünschen allen Besuchern, Lesern, Feed-Lesern, Kommentierenden und auch den Bots frohe Weihnachten, ein besinnliches Fest und ein paar erholsame Feiertage!
  • Beim ersten Bissen Karpfen fällt wieder einer der Kriegsspieler. Um erschossen zu werden, ist jeder Tag schlecht genug. Und wie immer sind es zuerst die vielen kleinen Bauern, die, in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, als erstes verfüttert werden, ehe es vielleicht Königin und König an den Kragen geht. Dass ein mit Waffengewalt erzwungener Frieden nichts weiter als die Ruhe vor dem Sturm ist, den es ursprünglich einmal zu verhindern galt, ist mittlerweile egal geworden. Dass jede Generation dieselben Fehler machen muss nicht. Alles wiederholt sich.

  • «Den Fahrausweis bitte!», schallte es in der routiniert eingeschliffenen Melodie durch den Wagen.
    «Och nö …»

    Ein strahlender Tag. Ich hatte seit Jahren keine Eisblumen mehr gesehen und vermisse sie auch jetzt schon wieder. Ein paar Stunden zuvor, als ich mich auf den Weg gemacht hatte, war es noch scheiss dunkel gewesen. Meine Beine hatten nach ein paar Minuten selbst beim Gehen so angefangen zu zittern, als wäre ich auf klapprigen Bodenverdichtern unterwegs gewesen. Die Kippe zum Wachwerden hatte ebensowenig gebracht. Eher noch war der Schlag des Nikotins ziemlich tief gegangen. Ziemlich heroisch war ich mir vorgekommen. Hatte gedacht, ich wäre unverwundbar und so gleich den ersten Zug verpasst. Eine Stunde am offenen Bahnhof. Feine Aussichten bei minus 15 Grad und einem Wind, der das ein oder andere Kleinkind schon gern den Zugvögeln nachgeschickt hätte.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • «Au ja, Nebel! Der Schneeersatz bei globaler Erderwärmung.»

  • Wikipedia: Rainer Maria Rilke

    Am 29. Dezember 1926 verstarb ein bedeutender Lyriker deutscher Sprache, namentlich Rainer Maria Rilke.
    Mit ihm schließt sich der Kreis um Friedrich Nietzsche, Lou-Andreas Salomé, Josef Breuer und den zweifelhaften Sigmund Freud.

    Mit seinen späteren und weitaus bekannteren Gedichten eröffnet sich Rilke nicht nur als Meister der Introspektion, sondern außerdem als erstklassiger Stilistiker, der es verstand, die eigene Erfahrung zu transferieren und sie so für alle Welt in seinen symbolhaft gestalteten Gedichten zu öffnen.

    Während den letzten Jahren erfuhr sein Werk eine besondere Aufmerksamkeit durch die breitere öffentlichkeit, so beispielsweise durch das Rilke-Projekt, bei dem Prominente, zum Beispiel Sir Peter Ustinov, Gedichte von Rilke mit musikalischer Begleitung lesen. Mittlerweile sind drei CDs dieser Reihe erschienen.

    Wir gedenken Rilke, auch mit einem Tag Verspätung, als eines zu würdigenden Lyrikers und Schriftstellers unserer deutschsprachigen Literatur. Als Beispiel noch das wahrscheinlich am meisten zitierte Gedicht:

    Der Panther

    Im Jardin des Plantes, Paris

    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
    so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder angespannte Stille -
    und hört im Herzen auf zu sein.

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WILLKOMMEN!

Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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