Monatsarchiv Januar

  • Etappenziele

    “Aber es ist Schweres, was uns aufgetragen wurde, fast alles Ernste ist schwer, und alles ist ernst.”

    “Darum, lieber Herr, lieben Sie Ihre Einsamkeit, und tragen Sie den Schmerz, den sie verursacht, mit schön klingender Klage. Denn die Ihnen nahe sind, sind fern, sagen Sie, und das zeigt, daß es anfängt, weit um Sie zu werden. Und wenn Ihre Nähe fern ist, dann ist Ihre Weite schon unter den Sternen und sehr groß; freuen Sie sich Ihres Wachstums, in das Sie ja niemanden mitnehmen können, nud seien Sie gut gegen die, welche zurückbleiben, und mit Ihren Zweifeln und erschrecken Sie sie nicht mit Ihrer Zuversicht oder Freude, die sie nicht begreifen könnten.”

    Rainer Maria Rilke: Briefe an einen jungen Dichter
    Brief Nr. 7: Rom, den 14. Mai 1904

    Das, worauf es ankommt, was am schnellsten eine Linderung verspricht, wenn man Jahre darauf verwendet hat, eine Lösung zu suchen, ist, damit leben und es wertschätzen zu lernen. Es ist nicht schlimm, es ist nicht verwerflich, es ist das, was Andere mit äußerlichkeiten zu erringen suchen, eine wertvolle Eigenart.

  • Langsam war es Zeit, sich von dem schwarzweissen Einheitsbrei zu lösen und wieder etwas Farbe ins Spiel zu bringen. Nichtsdestotrotz sollte die neue Aufmachung nicht allzu spielig wirken. Ich denke, dass das soweit ganz gut gelungen ist. Auch habe ich die Datenbankzugriffe noch etwas dezimiert, sodass wir jetzt bei 19 Abfragen auf der index.php und bei 27 Abfragen auf der single.php stehen.

    Das nur so zur Information. Viel Spaß beim Lesen.

  • Wahrscheinlich ist er der Einzige auf der ganzen Welt, der es fertigbringt, selbst Nudelwasser mehrmals überkochen zu lassen. Mit Wasser hat er es nicht so, sagt er. Vielmehr der Erdtyp. Der Boden kocht auch nicht so leicht über und macht überhaupt hierzulande eher wenig Probleme.

    Quis hic locus, quae regio? Quae mundi plaga?

    Wie man bei solch einem Krach arbeiten kann? Ganz einfach indem man ihn gar nicht mehr wahrnimmt. Sie zuckt mit den Schultern. So, wie alles Andere. Nur die Monatskarte in der Tasche erinnert einen dann an die halbe Stunde Bahnfahrt. Nicht an die Geschehnisse, sondern an das Geschehniss für sich.

    What world is this? What kingdom? What shores of what worlds?

    Auch soetwas. Keiner kann es dir sagen. Was sagt eine eine Frau, wenn sie auf eine unbestimmte Person im Singular hinaus will? «Die Tasche erinnerte eine dann …», sicher nicht. Sprache als Mit-Grund für das Scheitern des Feminismus’? Wahrscheinlich argumentiert sie mit man.

    Was für eine Welt ist das? Was für ein Königreich? Welche Gestade welcher Welten?

  • Irgendwo habe ich einmal gehört, dass jemand eine Umfrage gestartet haben soll, in der es einzig und allein darum gegangen sei, zu erfahren, was der oder die Gefragte gerade denkt. Ich fand die Idee so schön wie interessant, dass ich soetwas auch irgendwann einmal gern machen wollte.

    Nun habe ich mir endlich die Zeit genommen und in Anlehnung an das Wordpress-Modul/Plugin WP-Polls von Lester Chan, alias GaMerZ, solch eine Umfrage als kleines Programm umgesetzt. Es ist absolut nichts Großartiges, aber es tut das, was es soll, nämlich Gedanken aufnehmen. Die einzige Einschränkung, die es dabei zu überwinden gilt, ist die Unterscheidung zwischen männlich und weiblich, die ich im Hinblick auf eine Auswertung im Kontext für umso interessanter halte.

    Es würde mich also freuen, wenn neben den gefestigten auch die sonst eher stillen Leser einen Gedanken hinterlassen. Freileich wird das bei den Feed-Lesern schwer möglich sein, aber vielleicht bemüht der eine oder andere doch auf die echte Seite. Die gesammelten Daten dienen nichts und niemandem, nur dem Stillen der Neugierde. Reinste Empirie sozusagen. Wenn sich genug (sinnvolle) Einträge angesammelt haben, werde ich darauf auf jeden Fall zurück kommen. über einen geeigneten Zielwert bin ich mir selbst nicht so einig.

    Falls jemand sehen möchte, wie das Ganze gelöst ist - wie gesagt, sehr einfach - der sollte einfach einen Kommentar hinterlassen oder eine Email schreiben, dann werde ich die Dateien zusammenpacken.

    Hier geht’s zur Umfrage. [Umfrage deaktiviert]

  • Es war an einem Mittwoch, so gegen halb elf. Der einzige Tag während des fünften Semesters, an dem ich mich vor 11 Uhr aus dem Haus in die Uni bequemte und auf dem Nachhauseweg der Mensa einen Besuch abstattete. Sie hatten gerade begonnen das Mittagessen anzubieten. Ich zottelte mit meinem Tablett zu einem Tisch nahe der Tür hin, um mich nicht, sobald die erste Welle der Hungrigen einfallen würde, durch die vollgestopften Reihen zwängen zu müssen.

    Auf meinem Teller hatte ich das Wahlessen Nummer 1, zwei wabbelige Spiegeleier, deren Oberfläche nur farblos schimmerte und zu zerlaufen drohte, dazu einen Hieb Bratkartoffeln und ein Stück Sülze, das ich mir hatte aufdrängen lassen. Immer mehr Leute ströhmten in den Saal, die Klangkulisse erweiterte sich mit jeder Sekunde zu einem verzerrten Gebrabbel, das alles, selbst die Gedanken untermauerte.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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