Monatsarchiv Januar

  • Zwanzig, vielleicht dreißig Grad sind das.

    Man kann sich schräg gegen die Windrichtung lehnen.

    Und jemand zerrt unheimlich schnell den Himmel am Betrachter vorbei.

    Schon mittags Licht in den Wohnzimmern. Das Klatschen und Fauchen der Bäume.

    Wenn man gefragt wird, wie das Wetter ist, sagt man, dass es ein bisschen windig ist.

    Durch das Küchenfenster pfeift es, die Kähne schaukeln heute eher bedrohlich aus beschaulich
    auf dem Fluss. Tu etwas. Geh raus. Flieg weg. Hüpf ein bisschen. Wie ein schwarzer Vogel.

    Hauptsache das Auto bleibt bis zum Feierabend von wild gewordenen ästen verschohnt.

    Wie feiertags. Man sieht gelangweilt aus dem Fenster, droht sich ein Kissen zu holen.

    Als würde man noch einmal die Wohnung putzen, ehe das Haus abgerissen wird.

    Es muss auch mal ein bisschen gefegt und beiseite geschafft werden.

    Fühl dich ruhig todtraurig und verlassen.

  • Heute wurde das Unwort des Jahres in Köthen (Sachsen-Anhalt) bekannt gegeben. Grund der Abweichung von Frankfurt am Main ist der Geburtstag der wieder gegründeten Fruchtbringenden Gesellschaft, die schon vor 390 Jahren unter ihrem damaligen Oberhaupt, dem Fürsten Ludwig von Anhalt-Köthens, entgegen der Verunstaltung der deutschen Sprache wirkte.

    So richtig scheinen wir aber von eher politisch, bzw. wirtschaftlich angehauchten Begriffen nicht weg zu kommen. Spiegel Online schreibt, dass 2.247 Zuschriften und 1.130 Vorschläge bei der zuständigen Jury eingegangen sind. Beträchtlich, wenn jede Antwort anscheinend doppelt eingereicht worden ist.

    «Freiwillige Ausreise»

    heißt nun das neue Wort, eher die Wortgruppe, bei der man in Zukunft aufhorchen und wissend schmunzeln muss. Der Begriff scheint vielleicht harmlos, aber es ist schon nicht schlecht, was genau man unter ihm versteht:

    Ist man beispielsweise aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen, droht einem hier die Abschiebung und möchte man auf keinen Fall zurück in sein Herkunftsland, so ist dieser Begriff ziemlich fehl am Platze. Genau auf diesen Fall gründet sich die Wahl des Wortes zum Unwort. Es ist zweifelhaft, wie freiwillig eine Ausreise noch ist, wenn man sowieso keine Wahl hat und nicht in Deutschland bleiben kann. Man räumt höchstens das Feld selbst, bevor es von Anderen geräumt wird.

    Dennoch, um das klar zu machen, wird bei «Freiwilliger Ausreise» keine Einreisesperre nach Deutschland verhängt. Zudem kann man unter Umständen das Ausreiseland wählen, muss also nicht in die Heimat zurück. Bei einer Abschiebung hingegen geht es direkt nach Hause, mit Einreisesperre.

    Es lohnt sich zusätzlich, mal den Blick nostalgisch über die vergangenen Unwörter, die natürlich immer noch solche sind, schweifen zu lassen:

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Beim Herrn der Ringe heißt es, dass die Welt im Wandel ist. Sie verändert sich mit jedem Wimpernschlag. Und wenn es nur ein fallendes Blatt ist, dass man nicht beachtet. Gedankenfetzen, die geänderte Windrichtung oder die unbekannte Zahl an Geburten und Todesfällen in jeder Sekunde. Wir treiben mit. Kleine Kinder der Zeit, im offenen Meer der Wahrnehmung treibend, ohne je darin schwimmen gelernt zu haben. Um in den Geschichtsbüchern zu lesen, wie viele Revolutionen es gab, welche Politiker bedeutend sind und wohin die Weltpolitik einmal trieb. Wie erstaunt wir doch die Seite überfliegen.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Kaum zu glauben, aber mittlerweile lassen sich nur noch die Spitzenplatzierungen der Suchbegriffe, mit denen man hier so eintrudelt, aufführen. Es sind einfach so viele geworden, dass die Liste auf eine Länge wachsen würde, bei der so oder so niemand mehr alles durchstöbern würde.

    Aus diesem Grund hier also nach einer Weile wieder einmal ein Blick hinter die Kulissen. So eine Art Zwischending aus den häufigsten und den schönsten Suchphrasen. Dank gilt natürlich all denen, die hier gestrandet sind. Hauptsache das Gefundene war irgendwie hilfreich. Wer weiß.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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