Monatsarchiv Februar

  • Lieber Passagier,

    Sie befinden sich gerade auf einem sinkenden Schiff. Bitte fangen Sie hysterisch an zu kreischen, rudern Sie wild mit den Armen und schlagen Sie andere Passagiere bewusstlos, wenn diese Ihnen die letzte Rettungsweste vor der Nase wegschnappen wollen. Beschuldigen Sie den Kapitän und beweinen Sie Ihre Angehörigen, während Sie durch die Gänge eilen, um schnell noch so viel Hab und Gut als möglich an sich zu binden und voll beladen wieder an Deck zu hetzen. Rufen Sie Ihre Kinder zu sich. Hoffen Sie auf einen Platz in einem der Boote.

    Aber unter uns: Das Wasser ist so verdammt kalt, dass sie schon das heilige Kind persönlich sein müssten, um auch nur ein paar Stunden dort draußen zu überleben. Rettungsboote haben wir selbstredend viel zu wenige. Darum ziehen auch in Erwägung, hier nach unten in den großen Saal zu kommen. Ich habe gehört, dass die Schissband spielen wird, bis das Wasser die Resonanzkörper vollends ausfüllt. Der Scotch ist ausnahmsweise auch umsonst.

    Bitte entscheiden Sie sich jetzt.

    Ich werde diese Seite zum Ende der Woche hin vom Netz nehmen. Der Aufwand, sie zu betreiben, stieg mit der Zeit immer mehr, bis zu einem Punkt, an dem ich oft fast nur noch für die Seite schrieb und andere Projekte vernachlässigte. Das jedoch war von Anfang an nicht meine Absicht. Alles, was ich wollte, war eine Plattform, auf der ich all das veröffentlichen könnte, was zu schade dazu gewesen wäre, um es einstauben zu lassen. Aber die Texte wurden größer, länger und ich arbeitete noch viel nach, sodass ich irgendwann nur noch mit kleinen Fetzen größere Texte schrieb und es nicht in genau umgekehrter Folge tat, wie es hätte sein sollen.

    Dies ist quasi eine Notbremse, um mich nicht an diese Seite zu ketten. Denn ich fände es nicht richtig, hier alles bestehen und nur Anzahl und Qualität der Beiträge sinken zu lassen. Und es ist gar nicht so leicht, sich immer wieder daran zu erinnern, dass Leser zwar willkommen, aber nicht ausschlaggebend sein sollten.

    Innerhalb von 10 Monaten sind rund 41000 Hits, 150000 Impressions und 4000 Google-Anfragen auf dieser Seite zusammengekommen. Schätzungsweise etwas weniger als die Hälfte der Hits waren dann auch mal keine Bots, schätzungsweise etwa zwei Drittel davon kamen über die RSS- und ATOM-Feeds. And den besten Tagen gab es dann auch schon gut gern mal 500 Hits und mehr, wobei es sich letzthin zwischen 350 und 400 Hits am Tag eingependelt hatte.

    Ich habe ein paar schöne Einblicke in die Welt der Blogs gewonnen, aber auch die Einsicht, dass es mit dem Schreiben an sich in dieser kleinen Internetwelt nicht getan ist. Ich wünsche allen Lesern eine gute Zeit und möchte noch ein paar Leseempfehlungen meinerseits mit auf den Weg geben:

    http://www.myblog.de/500beine

    http://mevme.com/lizblog/

    http://burnster.de/

    http://neue-bodenstaendigkeit.de/

    Die kleine Umfrage bezüglich der Gedanken brachte wenig Erfolg, wenn das auch wie weniger große Rolle spielt. Zum Schluss noch die dazugehörige Auflistung (Sinnloses habe ich einmal außen vor gelassen):

    (m) Angebot schreiben

    (w) warum bleibt man einmam, wenn so viele die Einsamkeit verfluchen, keiner macht den ersten Schritt..

    (m) Dass ich lernen sollte. Aber entsetzlich liebe. Und deshalb versuche, mich krampfhaft abzulenken.

    (w) hab noch so viel arbeit vor mir…

    (w) Mit Schale, Haut und Augen.

    (m) Liebes Weltall…

    (m) Partnerin

    (m) An das Mittagessen.

    (w) Baudelaire

    (w) das ich anst habe das mein freund mit seiner ex wieder zusammen kommt

    (m) tolle worte

    Auf Wiedersehen! Es hat Spaß gemacht.

  • Cause if we don’t wanna we don’t have to, we don’t wanna we don’t have to, we don’t wanna we don’t have to!

    So viele haben die Zeit beschrieben, aber noch niemand hat sie wirklich erklärt, höchstens in ihrer Bedeutung gemindert. Dabei liegt zuallererst jene Frage, sich zu entscheiden, ob man enerviert verschmäht, oder mit ihr zu spielen weiß. Anderenfalls muss man schon völlig ab von ihr sein ganz eigenes Ding drehen.

    Celebrate the life, work and continued multi-dimensionality of Robert Anton Wilson by joining us in a giant, jammin’ Translation Celebration and 8th Circuit Soiree!

    The Cocoanut Grove, on the Santa Cruz Beach Boardwalk in Santa Cruz, CA:
    Sunday, February 18, 2007 Time: 1 - 6 PM

    Wer zufällig mal eben dort ist, der kann ja mal ein Foto machen.

  • Das hier ist hoffentlich die (vor-)letzte Meldung über den Status der Lauffähigkeit dieser Seite. Dank einem Fehler mit den Perl-Modulen des Servers, der sich wohl in den nächsten Tagen erübrigen wird, sind einige Kategorieseiten immer noch nicht richtig funktionsfähig, der Großteil scheint aber da zu sein.

    Alle Feeds sind soweit, wie gesagt, umgeleitet, allerdings aber nur umgeleitet. Wenn also jemand besonders versiert in der Syntax von Mod Rewrite ist, kann er/sie sich gern einmal melden, denn da hätte ich noch ein, zwei Problemchen, die mich davon abhalten, die Weiterleitungen durch Mod Rewrite zu ersetzen.

    Vom Aussehen her und allem scheint aber soweit alles erst einmal in Ordnung. Wenn sich nicht noch irgendwelche Mariannengräben auftun, dann denke habe, ist somit ein punkt erreicht, an dem man das alles halbwegs lauffähig nennen können.

  • Seit Peter sein Vordiplom, wenn auch mit einiger Verspätung, in der Tasche hatte und nur noch an besonders ruhigen Wochenendsvormittagen an seiner Abschlussarbeit herumfeilte, sah ich ihn noch weniger als es sonst ohnehin schon der Fall gewesen war.

    «Endlich habe ich wieder etwas Zeit.», pflegte er seither zu sagen und unterschlug damit bereitwillig seine lächerlichen 18 Semesterwochenstunden der letzten Jahre. Ihn aber auf diese Wichtigkeiten, mit denen er sein neu gewonnenes Gut zu füllen vorsah, musste ich mir schnell abgewöhnen. Ihn damit zu konfrontieren, dass er seine Freizeit im Endeffekt doch nur auf das Gewohnte, das lange Ausschlafen, die ausgedehnten Tage mit Patrick und die Nächte im Delirium, wenn auch großzügiger verteilte, war keine gute Idee. Peter hatte schon immer diesen Hang dazu, sich zu schnell zu sehr aufzuregen. Und in Anbetracht dessen, dass er ja immer noch beim Boxen den Gesichtern seiner Kontrahenten eine hübsche dunkelblaue Farbe verlieh, ließ ich es lieber sein.

     

    Ich hatte ja sowieso genug zu tun. Wenn ich Peter sah, dann war das höchstens abends beim Essen oder in den wenn es darum ging, wer wieder dieses oder jenes aus dem Kühlschrank geklaut hatte. Ansonsten verbrachte ich meine Zeit wie zu jedem Semesterbeginn meistens in den Bibliotheken der Stadt, um meine Hausarbeiten so bald als möglich fertig zu bekommen und so die Aussicht auf ruhige Semesterferien zu haben.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

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