Monatsarchiv März
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Irgendwann zwischen dem zweiten und dritten Semester, wahrscheinlich irgendwo zwischen meinem Kissen und dem Kopfschmerz, der neben Peter zu einem meiner treuesten Begleiter avonciert war, hatte sich in mir langsam und bedächtig die Einsicht entwickelt, dass es nicht länger die Betriebswirtschaftslehre sein konnte, mit der ich meine Wochentage verbringen wollte. Peter hatte mir ja schon immer bescheinigt, der wahrscheinlich schlechteste Betriebswirt der Welt zu werden:
«Guck dich lieber mal im Spiegel an!», lachte er immerzu, wenn ich wieder einen weiteren Schein in meinen Ordner abheftete, aus dem mir die kleinen BWL-Lügen in Form der vielen hässlichen Zettel entgegen grinsten, «Der erste Diplom-Betriebswirt, der seiner Zunft nichts als Ironie entgegen bringen kann und dem Geld völlig egal ist.»
Er liebte es sichtlich, mir vorzuhalten, mich für das vollkommen Falsche entschieden zu haben.
«Du wirst der Star der Branche!»Doch er hatte ja auch Recht. Alles in allem hatte ich einen Punkt erreicht, an dem mir die Handbücher zum Qualitätsmanagement unverständlicher als die Weltpolitik und die gesamte Finanzmathematik lästiger als beim Essen schmatzende Leute geworden waren. Controlling, Marketing, Entrepreneurship - zwar besuchte ich immer noch alle Pflichtveranstaltungen, soweit es eben nötig war, doch hatten sich meine Interessen von Beginn des Studiums an schon auf andere Gebiete beschränkt. Es hatte nicht lang gedauert, bis mir die Prüfungen und Hausarbeiten in anderen Fächern längst wichtiger waren, als mein eigentliches Fach. Peter hatte es viel eher als ich vollkommen richtig erkannt, ich war ein Chucks-tragender Star, der keiner sein wollte, gefangen im Dschungelcamp der Maßanzüge und Absatzstrategien.
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Competition brings out the best in products, and the worst in people.
David Sarnoff
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Auf einer Gesellschaft in Chicago, an der auch Mark Twain teilnahm, prahlte ein durch gewissenlose Spekulationen und Ausnutzung der geschäftlichen Unkenntnis der Indianer reich gewordener Grundstücksmakler damit, dass er sich in Bezug auf Kleidung nur das Allerteuerste leistete; er zeigte auf seine Krawatte: «Hier, diese Krawatte kostet 25 Dollar!»
Mark Twain musterte kritisch den Prahler und meinte zu seinem Nachbarn: «Hm, das ist heutzutage in den Staaten nun einmal die verkehrte Welt. Die teuersten Krawatten tragen hier Leute, für die ein gewöhnlicher Strick vollauf genügen würde.»
aus Carl Mechners Von alten Zeiten und großen Leuten
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![Flickr: [toKi] : Berlin | Kreuzberg | HDR | FireSunset](http://www.neunzehnhundert.org/wp-content/uploads/2007/03/368539148_d65a591c5b.jpg)
Foto von [toKi] Die Freude über den Wochenanfang entleert sich mit einigen Bar gegen die Fensterscheibe und schlängelt sich in Fahrtrichtung dem Boden entgegen.
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Ode an die Midlife Crisis / Dunkle Eingeständnisse zur zweiten Halbzeit
Das Auto hat einen Motor, so schnell, wie das eigene Herz nie wieder schlagen wird.
Jede Stelle der Summe auf dem Kontoauszug potenziert die das verkümmerte Selbstwertgefühl.
Der Nadelstreifenanzug wird wöchentlich in der Reinigung gestärkt, um das fehlende Rückrat zu ersetzen.
Und der kleine, rote Stern am Jackett erinnert immerzu daran, dass man es zu etwas gebracht hat.
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An jeder Ampel schlägt es bis in den Rachen hinauf. Die Galle, das Gift und ein Haufen Chilli con Carne.
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Sich nichts gefallen lassen, hat er gelernt. Denn nur mit Ellenbogen und dem Hang zum Arschloch schafft man es nach oben. Dorthin, wo man allein ist. Und auf dem Trittbrett dreht er sich hasserfüllt um: «The fucking ship is sinking!»
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Wir könnten ewig so weitermachen. Was sollte man auch anderes tun, als das, was man seit jeher zu tun pflegt?
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«Bis Morgen!», ruft er und rennt über den Regenbogen davon. Man hört es nur noch scheppern, als er über den Topf voller Gold stolpert. Und ein lautes «Scheiße!»
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Staatlich subventionierte Drogensucht. Statt Faustan aus Versehen Viagra verschrieben. Alles geheilt.
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«Sagen wir es so, Sie sind ein guter Mensch.»
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Foto von extranoiseEs hat sich wieder einmal etwas getan und es ist ebenso beachtlich, wie viele Besucher diese Seite trotz seines Status der (temporären?) Inaktivität noch immer hat. Dafür und auch für die schönen Gedanken, die in Abständen immer noch eingingen, bedanke ich mich aufrichtigst. Eben darum habe ich beschlossen, die Datenbank wieder an das HTML zu klemmen und all das mit der aktuellen Wordpressversion zu garnieren, sodass jeder, der sich noch hierher verirrt, durch die leeren Hallen schlendern kann, ohne dass ihm jedwede Datenbankfehler auf den Kopf fallen.
Wie man im Titel dieses Eintrags sieht, ist er noch mit einem Fragezeichen versehen. Wie schon gesagt, hat der gute St. Burnster nicht Unrecht mit seiner Aussage, dass man nicht gänzlich ohne das auskommt, woran man sich gewöhnt. Und man beginnt zu zweifeln, ob der komplette Bruch nicht übereilt gewesen ist. Ich will nicht ausschließen, dass vielleicht einmal etwas raus muss, aber darauf empfehle ich nicht zu bauen.
Noch ist es nicht so weit. Aber nur die Leinen müssen gelöst und die Segel gehisst werden.











