Monatsarchiv Juli
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Wie lang soll ein Kopf denn so etwas überhaupt aushalten können? Das Klopfen, das Drehen und die immer währenden Versuche, sich die Klarheit zu verschaffen, die man zu brauchen meint? Ständig unter Spannung zu sein, als hinge er fest eingekeilt in einem Schraubstock. Immer am Puls der Zeit, mit jedem Schlag ein Stück weiter nach vorn. Agieren, agieren! Und niemals Halt machen, nie stehen bleiben, verschnaufen oder sich einfach einmal umsehen. All das von dem Gefühl begleitet, die zwölf Aufgaben des Herakles längst überboten zu haben.
Man will sich auch zurücklehnen können. Sich anlehnen dürfen, die Augen schließen und alles über die inneren Wasserfälle ins gedankliche Nirgendwo entlassen. Nichts mehr mit irgendetwas zu tun haben. Oder nur noch etwas haben, dass sich lohnt. Für ein paar Minuten. Vielleicht für ein paar Monate. Aber trotzdem wie ein farbenblinder Stier jedem flatternden Tuch hinterher hetzend. Es wird sich wieder nicht lohnen.
Denn vielleicht ist das auch die ganze Kunst. Aufzustehen, loszugehen, etwas zu machen. Sich zurückzulehnen, das frisch aufgelegte Parfum zu spüren, wie es die eigenen Nüstern umweht und keinerlei Unruhe mehr über sich selbst kommen zu lassen. Den ganzen vielen Helfern von nun an zu entbehren. Der sekündlichen genugtuenden Freiheit. Den Kopfketten, dem Kettenkarussell im Kopf. Wie es genau dann ist. Sich selbst zuzusehen. Und weder Furcht noch Eifer zu verspüren. Sondern bloße Zufriedenheit.
Das Leben im Konjunktiv wäre ein großartiges.
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“Kannst du ruhig glauben!”
“Tu ich doch.”
“Ich hab schon Stunden auf dem Klo verbracht. Kann ich einfach am besten denken. Ungestört und ohne Ablenkung. Dabei kommen mir die besten Ideen.”
“Hm.”
“Und da vergess ich alles. Bis die Spülung geht. Wegen meinen Scheißideen.”
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Mit den Datenbankspielereien ist es immer so eine Sache. Mal sind die größten Operationen am offenen Herzen die einfachsten, mal stirbt der Patient schon beim Sehen der Betäubungsspritze.
Manchmal geht es aber auch ganz klassisch. Wenn die Chancen 50/50 stehen, ob die schwierige Operation gelingt, dann sollte man darauf gefasst sein, dass es eben auch schief gehen kann.
So erging es uns heute Abend beim Umstellen der Datenbank auf Unicode mittels diesem Skript.
Damit sollte man wirklich vorsichtig sein. Denn was sich so leicht anhört, kann schon bei ein paar falsch kodierten Zeichen in der Datenbank schwerwiegende Folgen haben. Zum Beispiel könnte es dazu kommen, wie wir es mitmachen durften, dass überhaupt nichts mehr funktioniert und das Umkodieren der Einträge an sich gar nicht stattfindet. Dann findet man entweder einen Wust falsch kodierter Daten vor oder nur dicke Fehlermeldungen.
Glücklicherweise aber gibt es ja Backups. Die helfen einem auch wunderbar und augenblicklich, wenn nicht auch sie falsch kodierte Zeichen enthalten und es schier unmöglich machen, alles in einem Rutsch einzuspielen. So setzt man sich hin und durchsucht alles nach sonderbar aussehenden Zeichen, ersetzt sie und versucht, alles peu à peu wiederherzustellen.
Aber keine Angst, jetzt funktioniert es wieder. Wir haben zwar nicht verbessern können, sondern uns nur Schwierigkeiten eingehandelt, aber was soll’s.
Hiermit also ein dickes Entschuldigung für all die depressiven Schübe, die wir den Millionen von lesehungrigen Besuchern mit unserer kurzzeitigen Abwesenheit bereitet haben.
Die Fahrt kann weiter gehen.
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Heute morgen fiel ich surrealerweise ins Sommerloch.
Die Hose dreckig, mit reibeisigem Rachen Hilferufe.
Neustes Hobby: Der Zeit beim Weggehen hinterherschauen.
Zurücklehnen und sie verdammt nochmal einfach laufen lassen.
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Einfach aufstehen, losgehen, was machen.
Den Blutdruck senken, nochmals deodorisieren [sic!], sourverän grüßen.
Oder sitzen bleiben, herauslächeln, die eigene Abwesenheit tunlichst verbergen.
S-Bahn-Kabarett, Lacher im ganzen Waggon, für zwei Stationen losgelöst.
All das unentgeltlich.
Um wieder dabei zu sein beim Urlaub von sich selbst.











