Monatsarchiv August
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Als ich einen Sommer lang auf einem Reformbauernhof arbeitete, an den eine Wohngemeinschaft für geistig Behinderte angeschlossen war, die jeden Tag für ein Taschengeld entweder in den Gärten, im Stall oder auf den Feldern halfen, hatte ich oft mit dem verrückten Heinrich zu tun.
Heinrich war ein komischer Typ. Er war nicht behindert, aber trotzdem echt verrückt. Mit Mitte dreißig wohnte er in einem ein paar Kilometer entfernten Dorf bei seiner alten Mutter in einem verfallenen Haus und half auf dem Hof als Mädchen für alles. Ich schätze ihn auf gute 150 Kilo, mit seinem Vollbart und der ewig glimmenden Zigarette im Mundwinkel. Der Chefbauer hatte ihn schon ein paar Mal rausgeschmissen, aber irgendwie hatte er es doch immer wieder geschafft, wieder eingestellt zu werden.
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Wenn nichts ist, ist nichts.
“Was ist in der Schachtel?”
“Nichts.”
“Her damit!”#
“Denk nicht so viel über den Sinn des Lebens nach, mach dir lieber eine schöne Linsensuppe!”
Richard Raatzsch
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Auf dem Nachhauseweg die Aufhänger der Sonntagszeitungen getroffen.
Kurz überlegt.
Trotzdem die Bullen gerufen.
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John hat einen lustigen Namen.
Globalisierungstechnisch ganz weit vorn. Er könnte ihn englisch aussprechen, Dschonn, oder amerikanisch, Dschaaahn, aber er besteht darauf, dass man ihn deutsch ausspricht.
“Klingt mir zu italienisch!”, meint er und grinst, “Molto bene!”Manchmal sitzt er, an einer Bratwurst knabbernd, vorm Supermarkt und feuert reihenweise Weisheiten in die Welt hinaus:
“Ist doch alles Scheiße mit der SDP, mit der SCU, mit der ganzen scheiß SPDCU!”“Hält doch kein Schwein auf Dauer aus, was die Anzugaffen da ausklamüsern!”
“Dass die auch überhaupt keinen Durchblick haben, die Affen!”
Seine abgewetzten Nikes pellen sich wie seine braungelbe Haut in breiten Fetzen. DieTrainingshose steckt in dicken Wollsocken, sein Gesicht ist verlebt und vom dichten Bart fast völlig verhüllt. Neben sich hat er zwei, drei Flaschen abgefülltes Glück stehen.
Er versteht sich gut mit dem Wurstverkäufer.
“Na, John, schon wieder im Kleister?”
“Alles im Kleister, Meister!”Ich bringe ihm gern ein Bier mit, wenn er danach fragt.
“Feine Geste, feine Geste!”
Wir kennen uns und lernen uns jedes Mal neu kennen.
Weshalb wir uns nie verabschieden.
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„Du hast dich gar nicht verändert.“, hatte das Mädchen gesagt, von dem er so eine zarte Erinnerung gehabt hatte. Weiße Haut, dünne Finger mit pfirsichfarbenem Nagellack und Haare, denen der eigene Duft als das schönste Parfum schon genügt hatte.
Aber das war vorbei. Der praktische Kurzhaarschnitt im typischen Stil der Ü30iger hatte buchstäblich kein gutes Haar an ihr gelassen. Wahrscheinlich hatten sich die Krähenfüße um ihre Augen just in dem Augenblick in die Haut gefräst, da die Idee zur Dauerwelle ihre Haut gelblich hatte werden lassen.












