Monatsarchiv September
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Dass die Tage kürzer werden und der Himmel immer dunkler, ist wahrscheinlich meine Schuld. Ich habe mich explodieren lassen, mit der Wucht des Knalls die Erde in bisschen auf ihrer Umlaufbahn entlang schlittern lassen und mit dem Rauch Herbst gemacht. Die fallenden Blätter stammen vom Kohlenmonooxid in der Luft.
Zuerst hatte ich überlegt, einmal Wetterfrosch zu werden, diesen Plan aber bald wieder verworfen bei der Aussicht, mein Leben in einem Einweckglas aus Omas Zeiten zu verbringen. Da strebte ich eine Karriere in der ARD an. Als Kachelmann. Nur war der Posten schon vergeben. Da fragt man sich, was Neil Armstrong getan hätte, wenn die NASA schon einen Neil gehabt hätte.
Wahrscheinlich hätte er es drauf ankommen lassen. Wäre alleine zum Mond geflogen. Auf eigene Faust. Und genau deshalb habe ich auch das Wetter gemacht. Mit einer komischen Einlage als Krähn, oder wie dieses Tier heißt, Gockel oder Hahn, zuerst die Nachbarschaft kurz vor dem Zubettgehen wieder aufgeweckt, gezündet und es Herbst werden lassen.
Dann kam die Polizei. Doch die grün-braun gekleideten Leute, von denen die besser Bezahlten mittlerweile in hübscher Hardlinermontur umherpilgern, wollten nichts von meiner Karrieremisere wissen. Ich entschuldigte mich sogar beim Staatsanwalt. Der aber sagte, dass sei schon immer so. Mit dem Herbst. Genau wie mit dem Kachelmann. Der sei ja auch schon immer da.
Da könne ich auch nichts dran ändern. Abgekatertes Wetterspiel. Trotzdem habe ich schließlich die Nacht auf dem Revier verbringen dürfen, um die letzten Brandungen der Aussicht einer Zukunft in barer Verzweiflung zumindest in hard gelineter Gesellschaft überstehen zu können.
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Aufzusteigen. Auferstehen.
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Sollte ich mir Sorgen machen? Dass es ein Leben lang immerzu heute ist, kann durchaus frustrierend wirken, wenn man versucht, sich Zeitformen in den Kopf zu hämmern. Dass vor jedem heute ein gestern liegt, nur nicht vor dem ersten und hinter jedem ein morgen, außer hinter dem letzten. Nein, um mit Zeitformen zu spielen, lohnt es nicht, die Gefangenschaft in der Gegenwart gedanklich zu umkreisen.
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Vladimir kam aus Moskau und war russischer Austauschstudent. Wie ich studierte er Wirtschaft, nur mit dem Unterschied, dass er es mit der Fächerwahl ernst gemeint zu haben schien. Ein Semester lang sollte er bleiben, währenddessen er ein paar Vorlesungen hören und später durch einige der ansässigen Konzerne tingeln, um ein wenig Praxisluft zu schnuppern.
All das hätte mich gar nicht interessieren müssen, wenn es nicht eines Samstagvormittags an der Tür geklingelt und Vladimir davor gestanden hätte. Anfang April. Im dicken Pelzmantel, eine Flasche Wodka vor meinem Gesicht schwenkend.
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In einer neuen Wut, die Welt allein mit Hilfe ihres Charmes zu bekehren, lässt Angela Merkel mit dem Rest ihrer CDU-Gang einen Werbespot gegen Rechtsradikalismus und den internationalen Terror produzieren. Er zeigt, wie sich glatzköpfige Mitarbeiter wieder Haare wachsen lassen, tanzen und böse Islamisten sich ihrer Bärte entledigen und öffentlich zugeben, zum Christentum konvertieren zu wollen. Die passende Musik dazu liefert Xavier Naidoo mit seinem neuen Hit Ich war ein Hasser. So hatte es ja schon zur Fussball-WM fast funktioniert, warum nicht auch in der Politik?!











