Monatsarchiv Dezember

  • Es herrscht Ausnahmezustand. Nicht weit entfernt böllern sich die Ersten ins Delirium. Böllern sich die Finger ab. Finger, die auf den Wegen liegen, mit gesplitterten Nägeln und blutigen Abdrücken.

    Trinken Bier und Schnaps, um das alte Jahr zu vergessen. Reden uns ein, vergessen zu können, obgleich wir uns nur nicht erinnern. Bier und Schnaps. Trinken wir. Aber vergessen nicht.

    Lassen uns treiben. Wir lassen uns treiben. Und suchen doch nur einen Halt. Denn jedes Bisschen Ab ist immer ein Dazu, uns perspektivieren zu wollen. Kleine Kinder, die immer auf das Nächsthöhere schauen, mit glänzenden Augen.

    In unseren Köpfen wie in den Straßen – Ausnahmezustand. Wir teeren die Straßen mit Blut. Wir bluten die Straßen. Wir verbluten. Und liegen auf den Straßen. Ausgehaucht und glücklich, einmal eskaliert zu sein.

  • Wenn du den Tag bereits am Morgen
    wieder einmal zu Grabe trägst.

    Wenn du vorm Spiegel stehst und
    dich selbst nicht darin erkennst.

    Du dir dein bestes Versuchsobjekt
    bist ach so kläglich zuverlässig.

    Und du das mit dem „Schlag zu!“
    auch völlig und todernst meintest.

    Du fällst. Entscheidungen. Und.
    Fällst. Allzu willentlich.

    Dich auch nichts davon abhielte.
    Gar nichts

    Ist jede Nacht ein kleiner Tod –
    warm und losgelassen.

  • Die Flüchtigkeit der Themen. Die Härte der Themen. Die Brachialität derselben.
    Dass die meisten ihren Zauber bereits bei der Beschäftigung mit ihnen verlieren, ist zwar ein leicht zu erkennendes Qualitätsmerkmal, aber nichtsdestotrotz weit mehr Splitterbombe, alles zerfetzend und zersetzend, was man sich mühselig bereitgelegt, was drei Blicke in einen Opal bedeuten, sobald man es erst einmal angefasst.

  • Sich oder das, was man zu sein glaubt, wiederzuerkennen zwischen all jenen, die man die ganze Zeit über ist, zwischen denen man wechselt, die sich überlagern, angreifen, zerstören und viel zu oft vor allem widersprechen. All dies kann wahrscheinlich erst dann möglich werden, hat man sich auf ein vorherrschendes Selbstbild geeinigt. Aber eben dann gäbe es die gesamte Fragestellung nicht länger. Ein unbefriedigender Zirkel, wenn der das Gelöst-Sein eines Problems gleichzeitig in der eigenen Lösung begründet liegt. Insbesondere dann, wenn das Problem schwerwiegend ist.

  • Der erste Slam in diesem Jahr!

    Zwar eine Woche verspätet, dem Feiertag sei’s geschuldet, aber nichtsdestotrotz zuverlässig wird wieder im schönen Ilses Erika in Leipzig gelesen. Hochkarätige Mitstreiter wieder einmal!

    Ort: Ilses Erika, Leipzig
    Einlass: 21 Uhr
    Eintritt: 3 Euro (oder waren es 4?)

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WILLKOMMEN!

Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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