The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
-
Derzeit ist es wieder einmal soweit, dass die Medien viele Skandale haben, die sie tagtäglich breiter und immer breiter treten können. Die Vogelgrippe, über die schon längst keiner mehr gesprochen und trotz derer man sich gerade wieder über das Gezwitscher der Vögel am Morgen freuen wollte, wäre einer davon. Zum Andere gäbe es dann noch die versaute Fussball-WM, die gerade mich am wenigstens bekümmern sollte, langsam ausklingende Landtagswahlen und natürlich das Problem mit der Gewalt an den staatlichen Schulen, das selbst noch das gescheiterte Integrationsvorhaben in puncto Ausländer im Nacken mit sich schleppt.
Es ist beachtlich, wie lange man sich mit Hollywoods Pseudostars begnügen muss, ehe mal wieder ein paar ordentliche Skandale neben dem üblichen Kram auf uns warten. Dabei gäbe es genug zu zetern, um ganze Dekaden damit zu füllen und dennoch würde man verschweigen, bzw. nicht sehen, dass irgendwo all diese Meldungen dem selben Keim entsprungen sind, nämlich einer Wendung, die wir mit unserer neuen Lebensweise und der Art, wie wir Politik zu machen pflegen, in Gang gesetzt haben.
Politikwissenschaften studiert zu haben ist heutzutage fast zweitrangig, um ein guter, ergo aufsehenerregender, Politik zu sein, denn zuvorderst benötigt man das gewisse Talent zur Unterhaltung der Massen. Der Herr Ministerpräsident Bayerns, Edmund Stoiber, hat freilich schon einiges in politischer Hinsicht bewegt, durchgesetzt oder zurückgenommen, aber bekannt geworden ist er zum größten Teil durch seine Unverwechselbarkeit. Die Politik mit Panem et Circensis zu vergleichen mag vielleicht noch etwas hoch gestapelt sein, aber wir treiben ohne Widerspruch genau in diese Richtung. Damals mit dem Guidomobil hat es noch< harmlos angefangen, als wir darüber lachten, als die Sozialen, die
ausschließlich sozial sind, weil sie Arbeit schaffen (haha), mit ihrem gelben Bus durch die Pampa tuckerten. Heute würde man wohl schon verwundert gucken, wenn nicht drei Viertel der deutschen Politik das Anstechen der Fässer des Oktoberfestes schunkelnd miterleben würden. Aber genau darauf stehen wir, es macht uns an zu sehen, dass diese blechquatschenden Politiker doch nur solche wie wir sind. Wählerstimmen fängt man heute wieder auf den Bühnen der Bierzelte, in den Zeitungen wollen wir höchstens lesen, was das nackte Mädchen von Seite 3 eigentlich beruflich macht.Ich kann nur jedem Leser dieser Zeilen den Hörbeitrag von SWR2 Wissen mit Namen “Das Bullshit-Prinzip - Mit heißer Luft zum Erfolg” ans Herz legen, denn auch, wenn alles dort maßlos überzogen ist, karikiert er immer noch die Wirklichkeit. Die Probleme, mit denen wir heute konfrontiert sind, existieren leider nicht erst seit dem Tag, an dem der überschriftentexter einer
zweihundertsechsundfünfzigfarbigen Tageszeitung auf sie aufmerksam wurde, sondern um einige länger schon. Aber wenigstens das funktioniert noch, selbst wenn es auch einen bitteren Beigeschmack trägt, dass vieles erst von der öffentlichkeit beachtet wird, wenn die Zeitungen am Tag A darüber berichten und am Tag C die Leserbriefe derer abgedruckt werden, die davon ja schon ewig wussten und nur nie erhört worden sind. Nein, ich zähle keineswegs dazu, weder zu den briefeschreibenden Lesern, noch zu denen, die alles vorher wissen, ich begnüge mich damit, immer nur zu seufzen. Bleibt zu behaupten, dass es ab irgendeinem Tag, vielleicht, wenn man es nicht so genau nehmen will, ab einem bestimmten Jahr immer weiter bergab ging. Ehrlich gesagt schwanke ich sehr. Auf der einen Seite würde ich dieses Datum vor und nach den Nationalsozialismus setze, auf einer anderen dann wieder mitten in die Zeit der zwei deutschen Staaten, auf wieder einer anderen dann nach in die Wende, aber schließlich doch am liebsten genau ins Jahr 2000.Mein Gedächtnis mag schlecht sein, aber seit nunmehr sechs Jahren ist der Verfall spürbar, und er ist so schön, wie er traurig ist. Zu meiner Frage aber gehört es nun, wissen zu wollen, was genau der Abzweig in bessere Zeiten gewesen wäre? Vielleicht sollte man Historiker fragen, die wahrscheinlich ganz andere Antworten gäben als ich, aber es wäre nichtsdestotrotz unheimlich interessant, dies zu hören, egal von wem und gerade von jenen, die uns in besser Zeiten segeln sehen. Aber, wenn ich dies noch einmal überfliege, dann kommt mir dieser Gedanke ein wenig schicksalsbehaftet vor, damit meine ich, dass für einen direkten Abzweig in ein besseres Lebensgefühl, schon eine mehr bejahende Einstellung zum Schicksal vorherrschen muss. Es lohnte sich also gerade für mich schon wieder, dies alles zu streichen, denn ein Sklave des eigenen Skeptizismus wird wohl als eines der letzten Dinge erst das Schicksal akzeptieren, bzw. wahr haben wollen. Dennoch ist es ineinander verkeilt, alles, was ich hier schreibe, denn nicht schicksalsbehaftet könnte es rein zufällig sein, dass dieser ganze Abzweig zusammen bricht und man buchstäblich wieder auf die Erfolgsschiene rutscht. Erfolg, ohja, ich hätte oben angeführtes Datum auch in die Industrialisierung setzten sollen. Doch, hachja, es könnte wahrscheinlich ebenso ewig hin und her mit mir gehen und ich käme auf keine Antwort außer, dass es hier zu zweifeln gilt!












ANTWORTE / SAG DEINE MEINUNG