Autorenarchiv

  • Wie weit weg alles erscheint und wie die Entfernung wächst mit jedem Kilometer, den man wieder unterwegs ist. Zwischen mehreren Welten zu springen, dabei der ewige Wunsch nach Ruhe in der Hektik und das immer währende Sehnen nach Dynamik im Stetigen. Vielleicht kann man aus der eigenen Dialektik gar nicht ausbrechen, außer man nimmt es in die eigene Hand.

  • Jeder von uns ist besser als die Anderen. Überall werden wir gemessen, bewertet und in Raster gedrückt. Wir werden gezählt, bestimmt und einsortiert. Es kotzt uns an. Aber alles, was wir tun, ist mitzumachen, uns über- oder unterzuordnen, mitzuzählen und mitzumessen. Sind wir nicht länger stolz genug, für uns einzustehen, oder sind wir nur zu genügsam geworden? Wir leben dahin und sind allein damit beschäftigt, Rechtfertigungen für das zu finden, was wir tun, um uns möglichst abzuheben vom Rest. Denn es ist leichter, sich im “eigentlich” und “aber” fläzen, statt zu versuchen, sie ganz zu streichen. Nur was uns dabei entgeht ist, dass wir nichts Anderes tun, als bloß unser Leben zu konsumieren wie eines jener Dinge, die wir tun, um anders, besser, als jene unbestimmten Anderen zu sein.

  • “Langweilt dich der Sommer irgendwie?”
    Julia steht in der Tür, nachdem sie, wie sie es immer macht, nur kurz angeklopft und danach gleich die Tür aufgerissen hat. Sie schaut mir in den Rücken mit ihrem durchdringenden Blick, ich hocke am Schreibtisch, in der Linken eine Zigarette balancierend und auf die wenigen Zeilen des Vormittags schauend.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Nun ist also auch der zweite Auftritt der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, den es gleich unter erschwerten Bedinungen zu überstehen galt, geschafft. Da Julius Fischer und André Kudernatsch leider ausfielen, blieben nur noch wir anderen Fünf übrig, den Abend entsprechend zu gestalten. Das Horns war wieder gut gefüllt. Vielleicht darf man ja schon unken, dass sich die Lesebühne etablieren mag. Jedenfalls verspricht es das Gästebuch, das ich nun auch einmal durchgesehen habe.

    Im Laufe des Programms erzählte Christoph Graebel die Lebensgeschichte der guten Ute Metter, ich las einen Text, inwiefern mir zu viel Freizeit schadet, Michael Schweßinger las aus dem Schicksal eines Schwerbehindertenzählers in der Leipziger Straßenbahn, Hauke von Grimm dachte über Zeit und Flashmobs nach und Kurt Mondaugen beschloss die erste Runde mit der ersten Hälfte seiner Entstehungsgeschichte unserer Lesebühne.

    Nach der Pause ging es weiter mit dem zweiten Teil von Kurt Mondaugens Lesebühnengeschichte, danach trug Christoph ein Gedicht über eine Kneipenliaison vor, ich erzählte von Halle (Saale) und den sich bietenden Möglichkeiten, diese Stadt zu hassen, Michael Schweßinger las eine seiner schönen Lindenau-Geschichten und Hauke von Grimm beendete den Abend im Stehen.

    Die nächste und damit letzte Runde der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz vor der Sommerpause kann man am 27. Juni ab 21:00 Uhr, natürlich im Horns Erben, erleben. Dann sogar wieder in voller Besetzung. Wie beim letzten Mal sichert zeitiges Erscheinen einen kuscheligen Sitzplatz. Danke fürs Kommen.

    Die Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, das sind André Kudernatsch, Julius Fischer, Christoph Graebel, Hauke von Grimm, Michael Schweßinger, Kurt Mondaugen und meine Wenigkeit.

    Bis dahin kann man zwei von uns, Julius Fischer und mich, am 25. Mai noch beim LivelyriX Poetry Slam im Kassablanca in Jena auf der Bühne stehen sehen, dort dann als Team Totale Zerstörung.

  • Françios Duc de La Rochefoucauld hat einmal gesagt: “Wer sich viel mit dem Kleinen abgibt, wird unfähig für Großes.”

    Ich glaube das.

    Nicht kleckern, sondern klotzen muss man. Den meisten Leuten ist es extravagant genug, sich lustige Buttons ans Revert zu stecken und ein Erasmus-Jahr lang zwischen den Beinen möglichst vieler Frauen mit möglichst abgefahrenen Intimfrisuren zu verbringen.

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WILLKOMMEN!

Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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