Kategorienarchiv Allzumenschlich

  • «Ein Stuhl hat immer vier Beine! Mit dreien ist es ein Hocker.»

    «Und mit zwei Beinen?»

    «Keine Ahnung… Ein Unstuhl?»

  • When I’m at the pearly gates
    This’ll be on my videotape
    Radiohead - Videotape

    Morgens liefern sich nur noch die völlig Zerschossenen kleinere Geplänkel mit ihren Beck’s-Flaschen, während sie es längst aufgegeben haben, nicht ausgenüchtert zu versuchen, nach Hause zu gelangen. Vor den Eingängen des Hauptbahnhfs postieren sich erste Polizeistaffeln. Gepanzerte Frauen und Männer, die noch schnell ein Brötchen beim Bäcker ordern, bevor es losgeht. Hier und dort Anweisungen, wo der Knüppel besonders weh tut.

    Wir sind weit weg. Dort am Ufer. Und den Wiesen. Doch, natürlich! Man kann sich Radiohead fühlen.

    Ein junger Kerl galoppiert geradezu grazil durch den Gang, als das es schon fast heldenhaft wirkt, wie er sich zu dieser fortgeschrittenen Stunde überhaupt noch unter Kontrolle zu haben scheint. Aber weit gefehlt. Je näher er mir kommt, desto mehr erkenne ich das Elend. Ach herrjeh. Einer der schlimmen Sorte auch noch. Und man kommt nicht umhin, sich schlecht zu fühlen, bei seinem Anblick. Irgendwann steht er schließlich vor mir. Mit einem Wäschekorb voller Bibeln in der Hand. Voll auf Christus! Scheiße, denk ich. Dass es mit der Jugend heute doch derart bergab geht. Wir hatten doch früher auch Probleme… Aber wären wir je so weit gegangen? Damals hatten wir sie noch auf die herkömmliche Weise zu vertreiben gesucht. Mit Alkohol und anderen Drogen. Aber das reicht denen heute ja nicht mehr… Stattdessen ziehen sich einen Psalm nach dem anderen rein, bilden Bibelkreise, beten alsbald schon in der Öffentlichkeit und zerren immerfort Unbeteiligte hinab in den Sumpf der Sucht nach Sühnung.

    Nein, wir kommen nicht zurück. Macht doch, was ihr wollt. Wir bleiben einfach weiter Radiohead.

  • Der jeweils einunddreißigste Tag eines Monats, wenn vorhanden, existiert nicht länger!

    Zur Förderung der Gleichberechtigung aller Monate bestätigt eine signifikante Mehrheit der Bevölkerung auf Basis der Habermasschen Konsenstheorie der Wahrheit die Forderung, den, wenn vorhanden, einunddreißigsten Tag eines Monats abzuschaffen und diesen, zwecks Schaffung einer monatlichen Gleichberechtigung, an andere, benachteiligte Monate zu spenden.

    Meteorologen verwirrt. Philosophen verzweifelt. Politiker stolz. Volk extatisch. Partitipationsrecht endlich voll durchgesetzt.

    Yeay!

  • Rollkofferinferno rollt dahin,
    ein Traumland zu zerlegen.
    Davon und hinweg.

    Er flieht,
    wie ich floh,
    nichts wird ein gutes Ende nehmen,
    wenn es ausgeht,
    wie es ausging.

    Wundbrand und
    Starrkrampf -
    Rasierklingenpisse,
    Kopfkrebs,
    Blutersäcke,
    Eiteräpfel.

    Schreibst du einen Text,
    der dich selbst verletzt,
    so stirbt mit jedem Wort,
    einer seiner Leser.

  • Aufhören, sich zu entschuldigen. Weit mehr Schuss durch die Stille sein. Einschneidend. Sein und Erlebnis. Mit jedem Meter vorwärts leichter gleiten. Nur eine Frage der Zeit. Irgendwann. Ziele erreichen. Beständig und nicht gehetzt.

    #

    Auf dem Fahrrad ist die Welt so unwirklich. Oder gerade doch wirklich. Wenn man von der eigenen Irrationalität ab könnte, die zwischen Augen und Hirn brennende Barrikaden errichtet hat. Flammend wissenschaftstheoretische Fahnen schwingt.

    #

    Kleine Jungen, als Atomreaktoren verkleidet. Mit Flaggen auf den Köpfen. Der Weg zurück. Geschichte ist heute. Beschießen sich mit Interkontinentalraketen. Peacekeeper. Motherfucker.

    #

    Wie weit man abtreibt von alledem, was wirklich heißt, spielt gar keine große Rolle, so lang man immer wieder zurück findet, auf den vorgezeichneten Pfad. Den alle gehen. Der Eine ein bisschen dort hinüber, die Andere gar nicht. Aber ebenengleich.
    Wenn man nicht wieder zurückfindet, oder es einen immer wieder hinwegreißt. Weit, weit hinaus. Ohne Licht und Schatten, nur weg. Wo nichts ist und niemand vorher war.
    Wirklich, dann weiß man wirklich, wie unwirklich dieses wirklich in Wirklichkeit ist.

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WILLKOMMEN!

Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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