Kategorienarchiv Aphorismen
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Was heißt das: Man kann sich leicht über den oft proklamierten Ernst des Lebens lustig machen, aber man findet keine Witze über die offenkundige Egalität desselben.
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Wie weit weg alles erscheint und wie die Entfernung wächst mit jedem Kilometer, den man wieder unterwegs ist. Zwischen mehreren Welten zu springen, dabei der ewige Wunsch nach Ruhe in der Hektik und das immer währende Sehnen nach Dynamik im Stetigen. Vielleicht kann man aus der eigenen Dialektik gar nicht ausbrechen, außer man nimmt es in die eigene Hand.
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Jeder von uns ist besser als die Anderen. Überall werden wir gemessen, bewertet und in Raster gedrückt. Wir werden gezählt, bestimmt und einsortiert. Es kotzt uns an. Aber alles, was wir tun, ist mitzumachen, uns über- oder unterzuordnen, mitzuzählen und mitzumessen. Sind wir nicht länger stolz genug, für uns einzustehen, oder sind wir nur zu genügsam geworden? Wir leben dahin und sind allein damit beschäftigt, Rechtfertigungen für das zu finden, was wir tun, um uns möglichst abzuheben vom Rest. Denn es ist leichter, sich im “eigentlich” und “aber” fläzen, statt zu versuchen, sie ganz zu streichen. Nur was uns dabei entgeht ist, dass wir nichts Anderes tun, als bloß unser Leben zu konsumieren wie eines jener Dinge, die wir tun, um anders, besser, als jene unbestimmten Anderen zu sein.
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Am Abgrund der eigenen Empfindsamkeit scheint jede Handlung, möge sie auch noch so klein sein, allzu überladen mit Bedeutsamkeit. Jede Bewegung, jeder Blick, jedes Wort trifft. Was also tun, wenn es einen übermannt, als es nur zuzulassen, in der Hoffnung, es möge so schnellstmöglich wieder abfließen? Wahrscheinlich ist dies das Los, das man hat, als Sklave der eigenen Empfindung.
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[...] aber die meiste Zeit über hatte es gar nicht daran gelegen, zu empfindlich, sondern weit mehr noch zu unempfindlich gewesen zu sein.











