Kategorienarchiv Gedanken

  • Sollte ich mir Sorgen machen? Dass es ein Leben lang immerzu heute ist, kann durchaus frustrierend wirken, wenn man versucht, sich Zeitformen in den Kopf zu hämmern. Dass vor jedem heute ein gestern liegt, nur nicht vor dem ersten und hinter jedem ein morgen, außer hinter dem letzten. Nein, um mit Zeitformen zu spielen, lohnt es nicht, die Gefangenschaft in der Gegenwart gedanklich zu umkreisen.

  • In einer neuen Wut, die Welt allein mit Hilfe ihres Charmes zu bekehren, lässt Angela Merkel mit dem Rest ihrer CDU-Gang einen Werbespot gegen Rechtsradikalismus und den internationalen Terror produzieren. Er zeigt, wie sich glatzköpfige Mitarbeiter wieder Haare wachsen lassen, tanzen und böse Islamisten sich ihrer Bärte entledigen und öffentlich zugeben, zum Christentum konvertieren zu wollen. Die passende Musik dazu liefert Xavier Naidoo mit seinem neuen Hit Ich war ein Hasser. So hatte es ja schon zur Fussball-WM fast funktioniert, warum nicht auch in der Politik?!

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • “Und ist dieses Erfinden, Literarisieren, um es mal nett zu sagen, für Euch vertretbar?”

    # Wenn Salvador Dalí die Welt gemalt hätte, wie er sie tagtäglich mit seinen eigenen Augen sah, so müsste er der bekannteste Schizophrene aller Zeiten gewesen sein.

    # Wenn wir uns immer darauf beschränken würden, nur das aufzuschreiben, was wir wirklich erlebt haben, nichts verdrehen, weglassen oder hervorheben würden, gäbe es vielleicht eine Menge guter und schlechter Tagebücher, aber kaum Literarisches.

    # Wenn Authentizität das entscheidende Kriterium zur Bewertung von Blogs wäre und Originalität sich dieser unterordnen müsste, wäre die ganze Sache sicher oft genug einfach viel langweiliger.

    (Erinnert mich an Toni Mahonis Fünf-Prozent-Klausel.)

  • «Alle leben mindestens drei Leben, ein tatsächliches, ein eingebildetes und ein nicht wahrgenommenes.»
    (Thomas Bernhard)

    Es ist eine trügerische Ruhe, nachdem du wieder einmal eine ordentliche Ohrfeige vom Leben in Empfang genommen hast. Es pfeift noch ein wenig im Kopf und die Zähne fühlen sich an, als seien sie lang nicht mehr so fest im Kiefer verankert als zuvor. Als würden sie von Mal zu Mal lockerer werden. Angreifbarer. Alles gerät ein bisschen aus den Fugen, unterlegt mit diesem herzzerreissenden Tinnitus.

    Du sitzt, von all den Eskapaden gebeugt, und schaust auf die Scherben, die von den zu Boden gekrachten Gewissheiten noch geblieben sind. Das Einzige, was wirklich da ist. Hast zwei große Chancen vor dir und eine schon fast ergriffen, als die nächste auf dich zu gerauscht kommt und dir ohne jede Rücksicht den Atem nimmt. Dein Hafen, nie ein stabiler gewesen, ist nicht länger ruhig. Gerade hattest du dich entspannt zurückgelehnt, brauchtest nur noch darauf zu warten, dass die Schiffe endlich wieder ablegen, ihre Segel setzen und einem milden Tag entgegen fahren, da bricht wieder einer dieser Stürme über euch herein, die dir schon ein paar Male alles zerfetzt haben.

    Nichts zurück gelassen haben. Es ist immer dasselbe und endet nicht. Ein Fakt, der sich gut abheften lässt, nur immer öfter wieder auf dem Programm erscheint, alles zersetzt und nach Entscheidungen schreit. Veränderungen und Aktion. Dann träumst du davon, wie alles von dir abfällt und nichts mehr bleibt, woran er sich noch halten könnte. Obwohl es nur zur Beruhigung ist, kein Ausweg.

    All die Metaphern nützen nichts. Die Hure gibt nichts auf schöne Worte und Schmeicheleien. Was am Ende zählt, ist die Kohle. Nichts und absolut nichts Anderes. Das, was da ist. Nichts, was da sein könnte. Zwar mag der Wunsch Vater des Gedankens sein. Aber längst nicht der Tat. Und schon gar nicht der Lösung. Du bist allein.

  • ?aj ,nennips ginew nie snu eiS nessal ,hcA

    Heete mergen, beem Zeeteng lesen, mechte ech eene ersteehnleche Entdeckeng. Necht ner en der belebeten Emwelt gebt es Deskremeneerung. Neen, ebense en den Prentmedeen est eene erschreckende Tendenz ze beebechten. Debee spreche ech ven der enbegrendeten Ebermecht bestemmter Vekele ennerhelb der Ertekel der Tegespresse. Wenn men dert nemlech seenen Bleck eber des bedreckte Pepeer gleeten lesst, bemerkt men sehr schnell, dess men es heer met eenem enfeeren Engeleechgewecht der Vekele ze ten het. Es kemmt eenem schen fest se ver, els werde men ven der Eneesgeglechenheet fermlech eberfletet. Denn besenders een Vekel tet sech herbee besenders herver: des E!

    Ibir nicht nir dir finfti Bichstibi dis Ilphibits wird viil zi ift virwindit, sindirn iich dir niinti. Dis gimiini I hit klimmhiimlich iini Illiinz mit dim I gischlissin, im siinin Intiil im Tixtbiriich zi virgrißirn. Di michi ich nicht lingir mit! Ich will kiin Hindlingir dir Iisgrinzing hirmlisir Vikili mihr siin!

    Gobt dor Vokoltronnong koono Chonco! Ollo Vokolo sond gloch! Ob so rond, gobogon, ockog odor ondorwootog goschwongon sond, gonz ogol. Jodor Vokol sollto dos vorbroofto Rocht orholton, on rogolmoß0gon Obstondon on dor Omgobong ondoror Vokolo bonotzt zo wordon, sodoss nocht oonmol doo Moglochkot bostoht, on potontoollos Onglochgowocht on dor Wolt dor Bochstobon oofkoomon zo losson. Losst der Vokolfoondlochkoot koonon frochtboron Bodon!

    Wuu, ju wuu, frugt mun such, kunntu us dunn nur su wuut kummun? Schuut mun such buuspulswuusu schun un dur Wukupuduu um, su muss mun mut uunur Trunu um Uugu fuststullun, duss uuch huur duu Buvurzugung bustummtur Vukulu, ullun vurun nuturluch U und U, kuun Hult gumut wurdu. Mut wulchur Ukruubuu duu Urtukul vun U und U uusguurbuutut wurdun sund und wuu suhr mun gluchzutug U und U mut um Vurgluuch fust wunzugun Urwuhnungun ubspuustu. Us ust unfussbur!

    As ast za sparan, das Knastarn. Da Trannang van Vakalan ast mat dar Naaaan Rachtschraabang lagalasaart wardan. Saatwas darf man sach nacht gafallan lassan! Salbst A and A varbaatan sach daasa Art dar Trannang. Alla sand an Aafragang.
    Nar das A, das wahnt van all dan andaran Bachstaban sa waat antfarnt, am ach sa wandarschanan Anfang das Alphabats, sadass as van all dam Hackhack abarhaapt kaana Nataz nammt.
    Glacklachas klanas A!

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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