Kategorienarchiv Rezensionen
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Fabo, der sein Leben lang von Problem zu Problem stolpert, tut nach einem Streit mit seiner Freundin genau das, was sie ihm vorschlägt und springt aus dem Fenster seiner Wohnung. Er fällt, landet hart auf dem Auto der hübschen Tami und somit zugleich in seiner Erlösung. Denn als sich beide ineinander verlieben, scheint Fabos kaputtes Dasein endlich seine gesuchte Ordnung zu finden. Er schmiedet Pläne, will endlich alles richtig machen und die Kurve in ein gediegeneres Leben kriegen.
In einer Nacht, da sich die beiden, deren Glück nicht größer sein könnte, in einem Steinbruch verloben, passiert dann das denkbar Schlimmste. Tami stürzt einen Abhang hinab und wird schwer verletzt. Nach einiger Zeit im Koma, erholt und aller Wunden entledigt, erwacht sie schließlich wieder. Nur hat sie alle Erinnungen der letzten 15 Jahre vollständig verloren und kann mit ihren früheren Freunden überhaupt nichts mehr anfangen.
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It’s the sense of touch.
Any real city,
you walk.
You know?
You brush by people,
they bump into you.
In L.A. nobody touches you.
We’re always behind this metal and glass.
It’s the sense of touch.
I think we miss that touch so much
that we crash into each other
just so we can feel something.Es ist seltsam, die Interpretation eines Filmes gleich zu Beginn von einer der Figuren erzählt zu bekommen. Man könnte meinen, nichts mehr über Crash von Paul Haggis sagen zu müssen. Nicht, weil der Film schlecht ist, nein, ganz im Gegenteil, weil der Film sich selbst zum abstractum erhebt und gekonnt mit dem Hauch von Ironie spielt, die eigenen Figuren über den Handlungsverlauf selbst reflektieren zu lassen. Crash, dem Episodenfilm aus dem Jahre 2004, wohnt eine noch stärkere Kraft inne, als sie Magnolia 1999 mit in die Kinos brachte.
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Liebes Weltall …
Ein guter Film, also einer, der über die übliche Kostentilgung, den Quatsch von der Absatzförderung und die zwanzig, dreißig obligatorischen Explosionen innerhalb von 90 bis 120 Minuten hinaus will, ist schwer zu finden. Hollywood sucht wie Deutschland Jahr um Jahr nach kleinen Juwelen. Doch wie es eben so ist, sind sie besonders rar und wertvoll zugleich.
Man muss sich wirklich bemühen oder auf gute Empfehlungen vertrauen können, um solche Werke zu finden, die ihren Zuschauern noch mehr mitteilen, sie liebkosen und in eine Welt hinein wiegen wollen, die so fantastisch, allumfassend schön wie oft auch tragisch ist, sodass man als Zuschauer gar keine Wahl hat, als dem Film alle Aufmerksamkeit zu schenken und sich einfach für eine Weile mitnehmen zu lassen.
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Von staubigen Texten und nicht Zeitgemäßem hört man die Feuilletonisten und Theaterkritiker oftmals reden. Manchmal haben sie auch ganz recht damit. Und das, obwohl der Urstoff der meisten Erzählungen, Gedichte, Dramen und Romane noch immer derselbe geblieben ist: Liebe, Tod, Erkenntnis, Gott. Dann liegt es bei den Intendanten und Filmemachern, den alten Stoff so aufzuarbeiten, dass auch der Zuschauer von heute noch Gefallen daran finden mag. Eben so geschah es just mit Peer Gynt, dem dramatischen Gedicht von Henrik Ibsen, dem so genannten Faust des Nordens.
Peer Gynt lebt buchstäblich in seiner eigenen Welt. Weil er seine recht armselige Existenz als armer Bauernsohn nicht einsehen will, erfindet er sich eine komplett neue Realität. Die heruntergekommene Behausung ein Palast, die Welt eine Gegend, bevölkert von Fabelwesen, sein dahingeträumtes Leben ein einziges Abenteuer und er selbst König über allem. Peer macht sich um nichts Gedanken und lebt die Tage, wie sie kommen. Er tut, was immer er will. So entführt er die Braut eines Anderen und lässt sie kurz darauf wieder fallen, so macht er Eheversprechen und zieht immer kurz bevor es drauf ankommt seinen Kopf aus der Schlinge, indem er einfach schier vogelfrei weiter zieht.
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Wie kann man eigentlich vergessen, den Wehrdienst zu verweigern, wenn man doch nicht vor hat, diesen abzuleisten? Wieso soll die Mensa der Universität nur für Studenten da sein? Oder warum erkennt man die wirklichen Freunde gerade daran, dass sie selbst dann noch zu einem halten, wenn man ihnen vor Jahren ein paar auf die Fresse gehauen hat?
All das sind Fragen, die schon in Sven Regeners Erstlingswerk Herr Lehmann einen Platz hätten haben können. Jene Geschichte über den desillusionierten Frank Lehmann, der sich als Spezialist für die Geschichte des römischen Reiches die Nächte hinter den Thresen versiffter Kneipen um die Ohren geschlagen und sich mit seiner Affinität für die vielen kleinen Sinnlosigkeiten der Welt todernst in die Herzen der Leser debattiert hatte. Da ging es von betrunkenem Sand über den Unterschied zwischen lieben und verliebt sein bis hin zu römischen Kaisern in Schwulenbars.














