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	<title>Neunzehnhundert :: Neue Introspektiven &#187; Rezensionen</title>
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	<description>The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.</description>
	<pubDate>Fri, 29 Aug 2008 16:04:27 +0000</pubDate>
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		<title>Kahlschlag</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Sep 2007 18:37:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p style="float: left; padding-right: 20px; padding-bottom: 15px; padding-top: 15px"><img src="http://www.neunzehnhundert.org/wp-content/uploads/2007/09/95ca38f1b0.jpg" width="250" /></p>
<p>Fabo, der sein Leben lang von Problem zu Problem stolpert, tut nach einem Streit mit seiner Freundin genau das, was sie ihm vorschl&#228;gt und springt aus dem Fenster seiner Wohnung. Er f&#228;llt, landet hart auf dem Auto der h&#252;bschen Tami und somit zugleich in seiner Erl&#246;sung. Denn als sich beide ineinander verlieben, scheint Fabos kaputtes Dasein endlich seine gesuchte Ordnung zu finden. Er schmiedet Pl&#228;ne, will endlich alles richtig machen und die Kurve in ein gediegeneres Leben kriegen.</p>
<p>In einer Nacht, da sich die beiden, deren Gl&#252;ck nicht gr&#246;&#223;er sein k&#246;nnte, in einem Steinbruch verloben, passiert dann das denkbar Schlimmste. Tami st&#252;rzt einen Abhang hinab und wird schwer verletzt. Nach einiger Zeit im Koma, erholt und aller Wunden entledigt, erwacht sie schlie&#223;lich wieder. Nur hat sie alle Erinnungen der letzten 15 Jahre vollst&#228;ndig verloren und kann mit ihren fr&#252;heren Freunden &#252;berhaupt nichts mehr anfangen.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Um sich &#252;ber Wasser zu halten, f&#228;ngt Fabo in der Kneipe seines Freundes Wurschti als schlechtester Barkeeper der Welt an. Je mehr es aber Fabo bei den Besuchen an Tamis Krankenbett klar wird, dass er nunmehr f&#252;r sie ein Fremder ist, unternimmt er wieder weitere Streifz&#252;ge durch seine fr&#252;here Selbstzerst&#246;rung. Wieder scheint er dort angelangt, wo er schon so oft gewesen ist.</p>
<p>Doch Tami erholt sich und versucht, mit alten Tageb&#252;chern verloren Geglaubtes wieder in ihr Leben zur&#252;ck zu holen. Man entl&#228;sst sie aus der Klinik und der beiden Gl&#252;ck scheint sich langsam wieder zu erholen.</p>
<p>Und trotzdem will es nichts werden. Die <em>neue</em> Tami erkennt den alten Fabo, den <em>Supertypen</em>, der es selbst auf seinen n&#228;chtlichen Exzessreisen nicht &#252;bers Herz bringt, seiner Tami untreu zu werden, eine Frau nicht einfach ins Bett kriegen will und deshalb sogar in der Badewanne campiert, nicht wieder. Er scheint nicht der zu sein, den sie wieder so lieben kann, wie sie ihn angeblich geliebt hat.</p>
<p style="padding-top: 40px">Der Geschichte ist an sich nicht viel hinzuzuf&#252;gen. Sie kommt ohne gro&#223;artige Stilmittel aus und beschr&#228;nkt sich dabei ma&#223;geblich darauf, m&#246;glichst ungetr&#252;bt die ewige Geschichte der einen, gro&#223;en Liebe in eine moderne Form zu gie&#223;en. Selbstbeschreibend inszeniert Patrick Tauss die ungeschminkte Geschichte um die Gro&#223;st&#228;dter Fabo und Tami, die eigentlich nur nach nur ihrer kleinen, liebevollen Welt strebten, sie aber nicht bekommen sollten und von denen Letzterer am Ende des Films selbigen mit einem Satz v&#246;llig passend beschreibt wie beschlie&#223;t:</p>
<p><em>Echte Liebe. Echter Schmerz. Echtes Leben.</em></p>
<p style="padding-top: 40px"><strong>Kahlschlag</strong><br />
Deutschland 2006<br />
Regie: Patrick Tauss<br />
Buch: Dirk Morgenstern, Michael Proehl, Alexander Steimle<br />
Kamera: Lars Liebold<br />
Mit: Stipe Erçeg, Nadeshda Brennicke, Lisa Maria Potthoff, Charly H&#252;bner, Dagmar Leesch<br />
teamworx, 88 Minuten</p>
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		<title>Crash</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Feb 2007 16:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="float: left; padding-bottom: 15px; padding-right: 15px"><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Crash" title="Wikipedia: Crash" target="_blank"><img src="http://www.neunzehnhundert.org/wp-content/uploads/2007/02/crash_klein.jpg" alt="Crash" /></a></p>
<p style="padding-bottom: 15px"><em>It&#8217;s the sense of touch.<br />
Any real city,<br />
you walk.<br />
You know?<br />
You brush by people,<br />
they bump into you.<br />
In L.A. nobody touches you.<br />
We&#8217;re always behind this metal and glass.<br />
It&#8217;s the sense of touch.<br />
I think we miss that touch so much<br />
that we crash into each other<br />
just so we can feel something.</em></p>
<p>Es ist seltsam, die Interpretation eines Filmes gleich zu Beginn von einer der Figuren erz&#228;hlt zu bekommen. Man k&#246;nnte meinen, nichts mehr &#252;ber <em>Crash</em> von Paul Haggis sagen zu m&#252;ssen. Nicht, weil der Film schlecht ist, nein, ganz im Gegenteil, weil der Film sich selbst zum <em>abstractum</em> erhebt und gekonnt mit dem Hauch von Ironie spielt, die eigenen Figuren &#252;ber den Handlungsverlauf selbst reflektieren zu lassen. Crash, dem Episodenfilm aus dem Jahre 2004, wohnt eine noch st&#228;rkere Kraft inne, als sie Magnolia 1999 mit in die Kinos brachte.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Der Film beginnt mit seinem Ende, Detective Graham Waters und seine Kollegin Ria haben einen Autounfall genau an der Stelle gehabt, an der sie eigentlich zu Aufnahme eines Mordfalles gerufen worden sind. Graham stammelt leise die einleitenden Zeilen vor sich hin, aber seine Kollegin nimmt ihn gar nicht erst f&#252;r voll. Es kommt zum Wortgefecht zwischen Ria und der anderen Beteiligten, einer asiatischen Frau, bei dem sich beide mit rassischten Bemerkungen gegenseitig beleidigen. Graham hingegen macht sich auf, sich in der Umgebung nach dem Mordopfer umzusehen.</p>
<p style="float: right; padding-bottom: 15px; padding-left: 15px"><img src="http://www.neunzehnhundert.org/wp-content/uploads/2007/02/crash_02.jpg" alt="Crash" /></p>
<p>Dann erf&#228;hrt der Film seinen Bruch, der den Zuschauer um 36 Stunden in der Zeit zur&#252;ck versetzt und die Geschichte von hinten aufzurollen versucht. Es wirddie Geschichte von 14, beziehungsweise 17 vollkommen unterschiedlichen Menschen erz&#228;hlt, wie es zuerst scheint, aber es zeigt sich, dass alle in gewisser Weise etwas miteinander gemein haben und wie sich ihre Wege beil&#228;ufig oder impulsiv im Filmverlauf kreuzen.</p>
<p>Graham und Ria arbeiten an einem anderen Fall. Ein schwarzer Polizist, der under cover in der Drogenszene arbeitete, wurde von einem weissen, potentiell rassistischen Polizisten, der schon zwei Farbige erschossen hat, w&#228;hrend der Fahrt im Auto erschossen. Alles deutet auf eine eben rassistische motivierte Tat hin, obwohl es hei&#223;t, die T&#246;tung sei nur in Notwehr erfolgt. Dieser Verdacht scheint sich zu erh&#228;rten, als Ria und Graham sp&#228;ter eine gro&#223;e Summe Geldes im Kofferraum des Autos des farbigen Polizisten finden.</p>
<p style="float: left; padding-bottom: 15px; padding-right: 15px"><img src="http://www.neunzehnhundert.org/wp-content/uploads/2007/02/crash_01.jpg" alt="Crash" /></p>
<p>Anthony und Peter verdingen sich Ihren Lebensunterhalt damit, Autos zu stehlen und sie an einen Hehler weiter zu verkaufen. Anthony ist die meiste Zeit damit besch&#228;ftigt, in jedem kleinen Detail seiner Umgebung einen Angriff auf alle Afroamerikaner zu sehen, w&#228;hrend Peter dem weitaus gelassener gegen&#252;ber steht. Ersterer meint sogar, seine Aktivit&#228;ten dadurch rechtfertigen zu k&#246;nnen, dass er niemals das Auto eines Farbigen stehlen w&#252;rde.</p>
<p>Beide &#252;berfallen gemeinsam den Staatsanwalt Rick und dessen Frau Jean und stehlen deren Auto. Jean, die sich dadurch in ihrer zuerst noch unterschwellig existierenden, rassistischen Meinung best&#228;tigt f&#252;hlt, wird vollkommen von ihrer Angst &#252;berw&#228;ltigt und sieht seitdem in jedem Menschen anderer Hautfarbe einen potentiellen Betr&#252;ger oder Kriminellen. So auch in Daniel, dem Mitarbeiter eines Schl&#252;sseldienstes, der noch am selben Abend alle Schl&#246;sser im Haus von Rick und Jean auswechseln soll, bei dem sie aufgrund seiner Baggy Pants, den Tattoos und dem geschorenen Kopf hinterr&#252;cks die Bef&#252;rchtung hegt, er k&#246;nne nachgefertigte Schl&#252;ssel zu ihrem Haus an seine <em>Knastkumpel</em> verteilen.</p>
<p>Daniel jedoch ist in Wirklichkeit nur ein aufopferungsvoller Familienvater, der alles f&#252;r seine Tochter tun w&#252;rde, um sie vor der Gewalt und der Ungerechtigkeit in der Welt zu sch&#252;tzen. So zog er mit seiner Familie, nachdem in ihrem alten Haus eine Kugel durch das Fenster seiner Tochter geflogen war, in eine bessere Wohngegend und meldelte das M&#228;dchen bei einer Privatschule an.</p>
<p>Rick, der Staatsanwalt, f&#252;rchtet aufgrund des Autodiebstahls nur um seine politische Karriere, inbesondere um die Gunst seiner W&#228;hler anderer Abstammung.</p>
<p>Die beiden Polizisten John und Tom befinden sich auf Streife, als sie einen Wagen antreffen, der dem Auto des Staatsanwalts Rick &#228;hnlich sieht, und halten ihn an. Tom, ist noch nicht lang bei der Polizei, John hingegen ein alter Hase. Aber es plagen ihn Sorgen um seinen Vater, bei dem f&#228;lschlicherweise anstelle von Prostatakrebs eine Blasenentz&#252;ndung diagnostiziert wurde und dieser so nicht die Hilfe erh&#228;lt, die er ben&#246;tigt. Die Probleme bringen John so weit, dass er seine Wut mit rassistischen &#228;u&#223;erungen an einer afroamerikanischen Versicherungsmitarbeiterin ausl&#228;sst, die ihn daraufhin versichert, keine Hilfe f&#252;r seinen Vater zu erhalten.</p>
<p style="float: right; padding-bottom: 15px; padding-left: 15px"><img src="http://www.neunzehnhundert.org/wp-content/uploads/2007/02/crash_00.jpg" alt="Crash" /></p>
<p>Im angehaltenen Auto befinden sich Cameron und Christine, beides Farbige. Cameron ist Regisseur einer Fernsehsendung und versucht die Situation die ohnehin peinliche Situation - die beiden Polizisten konnten durch die Heckscheibe beobachten, wie Christine ihren Mann oral befriedigte - so glimpflich wie m&#246;glich hinter sich zu bringen. Christine aber stellt sich stur und bringt die Polizisten soweit, dass er droht, beide zu verhaften. Er bel&#228;stigt sie in sexuelleer Hinsicht, indem er sie provokativ an betont intimen Stellen abtastet, woraufhin sein Kollege Tom denkt, dass John dies aus einer rassistischen Einstellung heraus getan h&#228;tte.</p>
<p>Christine ist zutiefst entt&#228;uscht von ihrem Mann, da er sich nicht f&#252;r sie eingesetzt hat und auch bei der Arbeit die ganze Zeit &#252;ber nur nachgibt. Sie wirft ihm vor, kein R&#252;ckgrat zu haben, sondern ausschlie&#223;lich vor allen Menschen umher zu kriechen.</p>
<p>Farhad, der persische Ladenbesitzer eckt immer wieder an, da er sich durch jede Kleinigkeit diskrimiert f&#252;hlt, was einerseits auf seine eigene Verbissenheit, andererseits aber auch auf seine bestehenden Probleme mit der Sprache zur&#252;ckzuf&#252;hren ist. Er besorgt zum Schutze seines Ladens und seiner Familie eine Pistole, kommt aber in Konflikt mit dem Verk&#228;ufer und wird so des Ladens verwiesen, weshalb seine Tochter Dorri den Kauf &#252;bernimmt.</p>
<p style="float: left; padding-bottom: 15px; padding-right: 15px"><img src="http://www.neunzehnhundert.org/wp-content/uploads/2007/02/crash_03.jpg" alt="Crash" /></p>
<p>Tom, der Streifenpolizist und Kollege von John, bittet hingegen seinen Vorgesetzten die Zuteilung eines neuen Kollegen, da er den Rassismus seines Kollegen nicht dulden will. Sein Captain aber bremst ihn schnell, da er auch seine eigene Position darin gef&#228;rdet sieht, immerhin arbeitet John schon lange unter seiner Hand. Er empfiehlt Tom, einen anderen Grund vorzuschieben, was dieser dann auch tut und fortan allein Streife f&#228;hrt. John ist sichtlich entt&#228;uscht vom Verhalten seines Ex-Kollegen und gibt ihm einen Rat mit auf den Weg, als sich ihre Wege trennen: <em>You think you know who you are? You have no idea.</em></p>
<p>Von diesem Punkt an sind alle Gegebenheiten f&#252;r das Zusammenlaufen der Handlungsstr&#228;nge gegeben. Auff&#228;llig sind nat&#252;rlich die in den Figuren schlummernden Vorurteile, mit denen sie Anderen begegnen. Dabei ist besonders zu bemerken, dass so gut wie alle davon auf einem Nicht-Auseinandersetzen mit dem jeweiligen Gegen&#252;ber beruhen. Haggis versucht zu zeigen, wie leicht auf diese Art und Weise erhebliche Missverst&#228;ndnisse entstehen k&#246;nnen, die im zweiten Teil des Filmes imense Auswirkungen haben.</p>
<p>So kommt es zur Eskalation der Verh&#228;ltnisse, bei der jede Person ihre eigene Einstellung &#252;berpr&#252;fen muss, n&#228;mlich dahingehend, ob sie &#252;berhaupt fundiert und inwieweit eine entsprechende Reaktion gerechtfertigt ist.</p>
<p style="float: right; padding-bottom: 15px; padding-left: 15px"><img src="http://www.neunzehnhundert.org/wp-content/uploads/2007/02/crash_04.jpg" alt="Crash" /></p>
<p>Es ist Haggis&#8217; Transformation seiner zentralen These auf so viele verschieden anmutende Handlungen, die diesen Film so aus dem gro&#223;en Topf aller Filme heraus stechen l&#228;sst, wie er jede Episode zentralisiert und die Figuren St&#252;ck um St&#252;ck zu eigenen Einsicht f&#252;hrt.</p>
<p>Dabei stellt sich dem Zuschauer immer wieder die Frage, ob sich diese oder jene Auswirkung h&#228;tte verhindern, wenigstens mildern lassen k&#246;nnen, h&#228;tte man versucht miteinander auf einer Ebene zu kommunizieren, h&#228;tte man sich die M&#252;he gemacht, von den  vorherrschenden Urteilen einmal ab zu lassen und sich neu zu orientieren.</p>
<p style="float: left; padding-bottom: 15px; padding-right: 15px"><img src="http://www.neunzehnhundert.org/wp-content/uploads/2007/02/crash_05.jpg" alt="Crash" /></p>
<p>Der Film kommt mit einer wunderbaren Intensit&#228;t daher, wenn hier auch das einzige Manko desselben zu finden ist. In manchen Szenen vermisst man ein wenig mehr Ausarbeitung. Manchmal l&#228;sst Haggis die Handlung derart dramatisch und lang ansteigen, dass man von letztendlich doch eher kurzen Ausgang ein wenig entt&#228;uscht zur&#252;ck bleibt. Dort, wo sich bei Magnolia der Plot stellenweise in die L&#228;nge zog, ist Crash oft zu kurzatmig.</p>
<p>Nichtsdestotrotz aber ist die Summe all dieser Momente, denn wie gesagt dreht sich alles um das zentrale Problem des Rassismus, der Kommunikation und dem Verhalten von Menschen in Bezug auf ihre Schwierigkeiten, eine gro&#223;artige Leistungen. Regisseur Haggis l&#228;sst, bis auf eine Ausnahme, alle Str&#228;nge seines Seils im Guten enden.</p>
<p style="float: right; padding-bottom: 15px; padding-left: 15px"><img src="http://www.neunzehnhundert.org/wp-content/uploads/2007/02/crash_07.jpg" alt="Crash" />
</p>
<p style="padding-bottom: 20px">Hier soll eher der letztendliche Ausgang f&#252;r den Zuschauer im Mittelpunkt stehen. Es mutet fast wie eine Warnung an, es ging noch einmal (fast) alles gut aus, sodass man mit dem Gedanken zur&#252;ck bleibt, wie es in Wirklichkeit ausgegangen w&#228;re. Viele Leute haben kritisiert, der Film sei unwirklich und schwer nachvollziehbar, dabei lassen sie v&#246;llig au&#223;er Acht, ob er das &#252;berhaupt muss. Die endg&#252;ltige Identifikation mit dem Thema und die Gedanken dar&#252;ber, hinterl&#228;sst er in jedem Fall bei allen.</p>
<p><strong>Crash</strong><br />
USA 2004<br />
Regie: Paul Haggis<br />
Drehbuch: Paul Haggis, Robert Moresco<br />
Kamera: Jim Michael Muron<br />
Mit: Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon, Jennifer Esposito, William Fichtner, Brendan Fraser, Terrence Howard, Chris Bridges, Thandie Newton, Ryan Phillippe, Larenz Tate, Tony Danza, Keith David, Shaun Toub, Michael Pena, Loretta Devine<br />
Lions Gate Films, 115 Minuten</p>
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		<title>Was n&#252;tzt die Liebe in Gedanken</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Jan 2007 12:10:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

		<category><![CDATA[Film]]></category>

		<category><![CDATA[Medien]]></category>
<category>Film</category><category>Medien</category>
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		<description><![CDATA[<div style="float: left; padding-right: 15px; padding-bottom: 15px"><a target="_blank" title="Wikipedia: Was n&#252;tzt die Liebe in Gedanken" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Was_n%C3%BCtzt_die_Liebe_in_Gedanken"><img alt="Wikipedia: Was n&#252;tzt die Liebe in Gedanken" src="/img/2007/liebe_in_gedanken.jpg" /></a></div>
<p><em>Liebes Weltall &#8230;</em></p>
<p>Ein guter Film, also einer, der &#252;ber die &#252;bliche Kostentilgung, den Quatsch von der Absatzf&#246;rderung und die zwanzig, drei&#223;ig obligatorischen Explosionen innerhalb von 90 bis 120 Minuten hinaus will, ist schwer zu finden. Hollywood sucht wie Deutschland Jahr um Jahr nach kleinen Juwelen. Doch wie es eben so ist, sind sie besonders rar und wertvoll zugleich.</p>
<p>Man muss sich wirklich bem&#252;hen oder auf gute Empfehlungen vertrauen k&#246;nnen, um solche Werke zu finden, die ihren Zuschauern noch mehr mitteilen, sie liebkosen und in eine Welt hinein wiegen wollen, die so fantastisch, allumfassend sch&#246;n wie oft auch tragisch ist, sodass man als Zuschauer gar keine Wahl hat, als dem Film alle Aufmerksamkeit zu schenken und sich einfach f&#252;r eine Weile mitnehmen zu lassen.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Beinahe h&#228;tte ich schreiben wollen, dass dem deutschen Film mit <em>Was n&#252;tzt die Liebe in Gedanken</em> von 2003 seit Lola rennt von 1998 nach langer Zeit erst wieder ein Meisterwerk gegl&#252;ckt sei. Aber ich h&#228;tte einigen anderen ihren Tribut missg&#246;nnt, so beispielsweise dem <em>Pianisten</em>, den <em>Manns</em> oder dem <em>wei&#223;en Rauschen</em>. Nichtsdestotrotz aber hat Achim von Borries hiermit einen idyllisch-tragischen Meilenstein gesetzt.</p>
<p>Die Geschichte setzt auf einer realen Begebenheit auf. Und genau das muss von Borries besonders wichtig gewesen sein. Er inszenierte einen historischen Ausschnitt, der heute als Steglitzer Sch&#252;lertrag&#246;de bekannt ist, und der sich trotzdem mit seiner Aufmachung aus der Zeit und aus der Welt zu stehlen scheint.</p>
<p>Er erz&#228;hlt von den beiden Protagonisten Paul Krantz, einem jungen Arbeitersohn, der sich an der Poesie versucht, und G&#252;nther Scheller, einem z&#252;gellosen und sehns&#252;chtigen Kind aus einer g&#252;tb&#252;rgerlichen Familie. An einem hei&#223;en Sommerwochenende in den sch&#246;nen Randbezirken Berlins feiern sie gemeinsam mit Klassenkameraden ein gro&#223;es Fest, dass nicht nur in Bezug auf den Alkoholexzess, sondern auch auf das Durcheinandergeraten der Gef&#252;hle, buchst&#228;blich ausschweifend ist.</p>
<div style="float: right; padding-left: 15px; padding-bottom: 15px"><a title="Wikipedia: Was n&#252;tzt die Liebe in Gedanken" target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Was_n%C3%BCtzt_die_Liebe_in_Gedanken"><img alt="Wikipedia: Was n&#252;tzt die Liebe in Gedanken" src="/img/2007/liebe_in_gedanken_01.jpg" /></a></div>
<p>Paul verliebt sich in Hildegard, die Schwester seines Freundes G&#252;nther, die ihn jedoch an der langen Leine l&#228;sst und sich viel lieber noch mit anderen jungen M&#228;nnern vergn&#252;gt. So auch mit Hans, einem Koch aus der Stadt, der gleichzeitig aber der Freund G&#252;nthers ist. Der wei&#223; um die Querelen seiner freiz&#252;gigen Schwester und missbilligt sie immer wieder. Nur Hildes Freudin Elli scheint es ehrlich mit Paul zu meinen, der diese allerdings nur als schlechten Wechsel f&#252;r Hilde ansieht.</p>
<p>Paul und G&#252;nther verbindet eine besondere Idee vom Leben und der Liebe. Sie glauben, dass jeder Mensch nur einmal in seinem Leben wirklich gl&#252;cklich sein und wirklich lieben kann. Danach w&#228;re das Leben nur noch davon bestimmt, dass man der besten Zeit seines Lebens hinterher trauert. Und so gr&#252;nden sie einen Selbstm&#246;rderclub, zu dessen Statuten sie es machen, ihr Leben genau in dem Augenblick zu beenden, da sie nicht mehr lieben k&#246;nnen und all jene mit in den Tod zu nehmen, von denen sie ihrer Liebe beraubt worden sind.</p>
<p>Nach dem Fest kommt es zum Eklat, der Koch Hans und Hilde betr&#252;gen im erweiterten Sinne gleichzeitig Paul und G&#252;nther. Und beide stellen fest, dass jener Moment, dessen Ende sie schon vorherbestimmt hatten, jetzt gekommen ist.</p>
<p>Die Athmosph&#228;re des Films ist atemberaubend. Man erlebt die leichte Lebensart einer neuen Generation in den drei&#223;iger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, schwanger von Musik, Tanz, Kunst und des &#252;berschwalls, als w&#228;re sie immer noch existent. Eine Generation, die wieder nach dem Sinn des eigenen Lebens fragt und ihn manchmal in fraglichen Schicksalen zu finden glaubt. Absolut wertungsfrei konzentriert sich von Borries auf die Gedanken- und Gef&#252;hlswelt der beiden Protagonisten und versucht so, auch dem Zuschauer einen tieferen und verst&#228;ndnisvolleren Einblick in das Ende des Films zu geben. Dabei nimmt er ihn mit in eine wunderbare Umgebung, die im Traum nicht sch&#246;ner sein k&#246;nnte. Ein warmer Sommer, die flatternden, ge&#246;ffneten, wei&#223;en Hemden, die spielerische Leichtigkeit mit Zeit, Leben und Tod werden zum Erlebnis. Es ist eine Welt, in der die normalen, weltlichen Sorgen von Geld, Arbeit und Politik nicht viel zu bedeuten haben und den st&#228;rksten der menschlichen Gef&#252;hle den ihnen geb&#252;hrenden Platz einzur&#228;umen haben. So der Liebe, der Angst, dem Gl&#252;ck und auch der bitteren Entt&#228;uschung.</p>
<div style="float: left; padding-right: 15px; padding-bottom: 15px"><a title="Wikipedia: Was n&#252;tzt die Liebe in Gedanken" target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Was_n%C3%BCtzt_die_Liebe_in_Gedanken"><img alt="Wikipedia: Was n&#252;tzt die Liebe in Gedanken" src="/img/2007/liebe_in_gedanken_02.jpg" /></a></div>
<p>Ich denke, ich habe nicht &#252;bertrieben, diese Film ein Meisterwerk zu nennen, ein wahres Juwel ist er in jedem Fall. Dazu tragen nat&#252;rlich besonders die Darsteller Daniel Br&#252;hl und August Diehl bei. Br&#252;hl, den man sp&#228;ter dann in <em>Die fetten Jahre sind vorbei</em> einen von der Entwicklung der Welt und der Gesellschaft entt&#228;uschten Linken spielen sehen wird, verk&#246;rpert die stille Welt der Gedanken sehr gut. Noch mehr aber sticht Diehl heraus, bei dem man nie genau wei&#223;, inwieweit seine Mimik und vorallem seine Stimme jetzt zwischen Trauer und Wut zu schwanken scheinen. Beides gro&#223;artige Schauspieler, die dem Typus des Tr&#228;umers und der bedenkenlosen Lebensart erst das f&#252;r die Idee des Films passende Antlitz verleihen.</p>
<p style="padding-top: 40px"><em>Liebes Weltall,<br />
wenn wir nicht mehr existieren, dann soll niemand uns vermissen. Niemand soll uns auch nur eine Tr&#228;ne hinterherweinen. Wenn irgendjemand sich an uns erinnern m&#246;chte, dann soll er es voller Freude tun. Es ist n&#228;mlich so, wir haben das einzig Richtige getan, wir haben gelebt.</em></p>
<p style="padding-top: 40px"><strong>Was n&#252;tzt die Liebe in Gedanken</strong><br />
Deutschland 2003<br />
Regie: Achim von Borries<br />
Buch: Achim von Borries, Hendrik Handloegten<br />
Kamera: Jutta Pohlmann<br />
Mit: Daniel Br&#252;hl, August Diehl, Anna Maria M&#252;he, Thure Lindhart, Jana Pallaske<br />
X Verleih, 90 Minuten</p>
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		<title>Henrik Ibsen - Peer Gynt</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Dec 2006 19:45:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Henrik Ibsen]]></category>

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<category>Film</category><category>Henrik Ibsen</category><category>Literatur</category><category>Medien</category>
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		<description><![CDATA[<div style="float:left;padding-right: 20px;">
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Gynt" title="Wikipedia: Peer Gynt" target="_blank"><img align="left" src="/img/2006/peer_gynt.jpg" alt="Peer Gynt"/></a>
</div>
<div>
<p>Von <em>staubigen Texten</em> und <em>nicht Zeitgem&#228;&#223;em</em> h&#246;rt man die Feuilletonisten und Theaterkritiker oftmals reden. Manchmal haben sie auch ganz recht damit. Und das, obwohl der Urstoff der meisten Erz&#228;hlungen, Gedichte, Dramen und Romane noch immer derselbe geblieben ist: Liebe, Tod, Erkenntnis, Gott. Dann liegt es bei den Intendanten und Filmemachern, den alten Stoff so aufzuarbeiten, dass auch der Zuschauer von heute noch Gefallen daran finden mag. Eben so geschah es just mit Peer Gynt, dem dramatischen Gedicht von Henrik Ibsen, dem so genannten Faust des Nordens.</p>
<p>Peer Gynt lebt buchst&#228;blich in seiner eigenen Welt. Weil er seine recht armselige Existenz als armer Bauernsohn nicht einsehen will, erfindet er sich eine komplett neue Realit&#228;t. Die heruntergekommene Behausung ein Palast, die Welt eine Gegend, bev&#246;lkert von Fabelwesen, sein dahingetr&#228;umtes Leben ein einziges Abenteuer und er selbst K&#246;nig &#252;ber allem. Peer macht sich um nichts Gedanken und lebt die Tage, wie sie kommen. Er tut, was immer er will. So entf&#252;hrt er die Braut eines Anderen und l&#228;sst sie kurz darauf wieder fallen, so macht er Eheversprechen und zieht immer kurz bevor es drauf ankommt seinen Kopf aus der Schlinge, indem er einfach schier vogelfrei weiter zieht.</p>
</div>
<p><!--more--></p>
<p>Vom dem Urstoff findet sich in Peer Gynt alles, was man sich w&#252;nschen k&#246;nnte. Die Geschichte erz&#228;hlt episodenhaft von der inneren Zerr&#252;ttung des Protagonisten Peer, der glaubt, sein Selbst zu suchen, doch ihm in Wirklichkeit immer nur vor eben seinem Selbst davon l&#228;uft. Zum Faust macht ihn sein stetes Suchen und der Kampf gegen den Teufel, den Knopfgie&#223;er, der &#252;ber das Leben die so wunderbare Metapher vom Knopfgie&#223;en zu erz&#228;hlen wei&#223;:</p>
</p>
<p><strong>DER KNOPFGIESSER:</strong><br />
Ein Brauch, alt, wie die Erschaffung der Schlange; -<br />
Damit, was ein Wert, auch zur Geltung gelange.<br />
Du kennst ja das Handwerk, - wei&#223;t wohl, da&#223; oft<br />
Ein Gu&#223; mi&#223;raten kann, unverhofft.<br />
Oft werden die Kn&#246;pfe &#246;senlos.<br />
Was t&#228;test Du da?</p>
<p><strong>PEER GYNT:</strong><br />
Ich w&#252;rf&#8217; sie beiseite.</p>
<p><strong>DER KNOPFGIESSER:</strong><br />
Jawohl; Jon Gynt war im Wegwerfen gro&#223;,<br />
Solang&#8217; sich noch Geldsack an Geldsack reihte.<br />
Der Meister aber fa&#223;t&#8217;s anders an -<br />
Und bleibt auch darum ein sicherer Mann.<br />
Er wirft nichts weg, als schlechthin ver&#228;chtlich,<br />
Was irgendwie noch als Rohstoff betr&#228;chtlich.<br />
Du warst nun gedacht als ein blinkender Knopf<br />
Auf der Weste der Welt; doch die &#246;se mi&#223;lang.<br />
So mu&#223;t Du denn, Freund, in den Ausschu&#223;topf -<br />
Und nimmst wieder in die Masse den Gang.</p>
</p>
<p>Die Problematik, man selbst zu sein, steht bei diesem Werk im Mittelpunkt. Peer aber ist sich, so der genaue Gegenpart, sein ganzes Leben lang nur selbst genug. Er zieht rastlos hin und her, ist nirgends stetig und tr&#228;umt sich seine Probleme einfach sch&#246;n, um sie nicht anerkennen zu m&#252;ssen. Und nur seine Angst vor dem Tod, die ihn in der Gestalt des Knopfgie&#223;ers immerzu begleitet, die ihm anhaftet und die er nur durch einen Halt im Leben ertr&#228;glich machen k&#246;nnte, kann er niemals leugnen. Denn er findet nirgendwo Halt, sei es, weil er ihn nicht anerkennt, vor ihm weg rennt oder er ihn wirklich nicht zu greifen bekommt.</p>
<p>Peers Einsicht erfolgt erst am Ende seines Lebens, indem er sich an einer besonders sch&#246;nen Stelle selbst mit einer Zwiebel vergleicht, die zwar mit vielen H&#228;uten, Gesichtern und Facetten, aber ohne wirklichen Kern, ohne eigene Pers&#246;nlichkeit daherkommt, also mehr dahinlebt als ist und sich vielmehr selbst gen&#252;gt, als etwas zu werden und dies schlie&#223;lich zu sein und zu bleiben. Er muss erkennen, dass er vor lauter Suchen den Grund seines Suchens verloren hat:</p>
</p>
<p><em>(Peer Gynt kriecht im Geh&#246;lz umher und sammelt wilde Zwiebeln.)</em><br />
[...]<br />
<strong>PEER GYNT:</strong><br />
Du bist kein Kaiser; du bist eine Zwiebel.<br />
Jetzt will ich dich einmal sch&#228;len, mein Peer!<br />
Es hilft dir nichts, st&#246;hnst du auch noch so sehr.<br />
<em>(Nimmt eine Zwiebel und pfl&#252;ckt Haut um Haut ab.)</em><br />
Da liegt die &#228;u&#223;re, zerfetzte Schicht; -<br />
Der Gescheiterte, der um sein Leben ficht.<br />
[...]<br />
Das h&#246;rt ja nicht auf! Immer Schicht noch um Schicht!<br />
Kommt denn der Kern nun nicht endlich ans Licht?!<br />
<em>(Zerpfl&#252;ckt die ganze Zwiebel.)</em><br />
Bis zum innersten Innern, - da schau&#8217; mir einer! -<br />
Blo&#223; H&#228;ute, - nur immer kleiner und kleiner. -<br />
Die Natur ist witzig!<br />
<em>(Wirft den Rest fort.)</em></p>
</p>
<p>Regisseur Janson transferierte das Geschehen vom Theater auf die Leinwand, besser gesagt nach Peenem&#252;nde auf Usedom. Er schuf Bilder, die aus einer ganz anderen Welt, eben einer wie Peers zu kommen scheinen. Er lie&#223; Robert Stadlober die Hauptperson sein und gab ihm so den n&#246;tigen modernen Anstrich, um ihn als einen <em>Bohémien</em> zu zeichnen, der uns wieder und wieder sympathisch wird, dem wir nur zu gern in seine Tr&#228;ume folgen w&#252;rden. Janson brachte das St&#252;ck in die heutige Zeit und riss es gleich wieder komplett aus der Zeit heraus. Handlung und Atmosph&#228;re sind so losgel&#246;st von allem, dass man sich nur noch zur&#252;cklehnen, genie&#223;en und mitsehnen kann. Und man kommt nicht umhin, immer wieder wem&#252;tig und ger&#252;hrt zu sein, wenn Peer zu Karoline Herfurth als Solvejg und Susanne-Marie Wrage als Aase, den beiden gro&#223;en Ruhepolen seines Lebens, zur&#252;ckkehrt, um wieder einen Schnitt zu machen.</p>
<p>Ausnahmsweise:</p>
</p>
<p><center><object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/TuL7AjcoLFA"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/TuL7AjcoLFA" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="350"></embed></object><br />
<a href="http://www.youtube.com/v/TuL7AjcoLFA" target="_blank">YouTube direkt</a></center></p>
</p>
<p>Theaterfilm von Uwe Janson<br />
Nach der Vorlage von Henrik Ibsen<br />
Deutschland 2006</p>
<p>Regie: Uwe Janson<br />
Darsteller: Robert Stadlober, Susanne-Marie Wrage, Karoline Herfurth, Kathi Angerer, Max Hopp, Ulrich M&#252;he, Henny Reents, Patrick G&#252;ldenberg, Bernhard Piesk<br />
L&#228;nge: 81 min<br />
 Start: 14.12.2006</p>
</p>
<p>Text zitiert nach <a href="http://gutenberg.spiegel.de/ibsen/peergynt/peergynt.htm" title="Projekt Gutenberg: Henrik Ibsen: Peer Gynt" target="_blank">Projekt Gutenberg</a>.</p>
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		<item>
		<title>Sven Regener: Neue Vahr S&#252;d</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Oct 2006 10:01:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Sven Regener]]></category>
<category>Film</category><category>Literatur</category><category>Medien</category><category>Sven Regener</category>
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		<description><![CDATA[<p>Wie kann man eigentlich vergessen, den Wehrdienst zu verweigern, wenn man doch nicht vor hat, diesen abzuleisten? Wieso soll die Mensa der Universit&#228;t nur f&#252;r Studenten da sein?  Oder warum erkennt man die wirklichen Freunde gerade daran, dass sie selbst dann noch zu einem halten, wenn man ihnen vor Jahren ein paar auf die Fresse gehauen hat?</p>
<p>All das sind Fragen, die schon in Sven Regeners Erstlingswerk <em>Herr Lehmann</em> einen Platz h&#228;tten haben k&#246;nnen. Jene Geschichte &#252;ber den desillusionierten Frank Lehmann, der sich als Spezialist f&#252;r die Geschichte des r&#246;mischen Reiches die N&#228;chte hinter den Thresen versiffter Kneipen um die Ohren geschlagen und sich mit seiner Affinit&#228;t f&#252;r die vielen kleinen Sinnlosigkeiten der Welt todernst in die Herzen der Leser debattiert hatte. Da ging es von betrunkenem Sand &#252;ber den Unterschied zwischen lieben und verliebt sein bis hin zu r&#246;mischen Kaisern in Schwulenbars.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Trotzdem aber schien schon nach dem ersten Buch etwas gefehlt zu haben. Wo kam dieser Lehmann her und wie vorallendingen wurde er zu diesen Fast-Bohemien, als der er in seiner Geschichte auftritt? Genau an diesem Punkt setzt Fortsetzung <em>Neue Vahr S&#252;d</em> an. W&#228;hrend in <em>Herr Lehmann</em> die letzten Schritte in Richtung des drei&#223;igsten Lebensjahrs thematisiert werden, so handelt es sich in <em>Neue Vahr S&#252;d</em> um die weiter zur&#252;ck liegende Vorgeschichte des zu diesem Zeitpunkt gerade zwanzig Jahre alten Frank Lehmanns.</p>
<p>Frank, den zu dieser Zeit noch niemand zum Spa&#223; Herr Lehmann nennt, steht an einem Punkt in seinem Leben, an dem er prinzipiell tun und lassen k&#246;nnte, was er wollte. W&#228;re da nur nicht der Einberufungsbescheid zur Bundeswehr. Nach seiner Ausbildung zum Speditionskaufsmann hatte es Lehmann schlichtweg nicht f&#252;r n&#246;tig gehalten, jetzt noch, mit seinen zwanzig Jahren, den Dienst zu verweigern. Und so sieht er sich schon von Beginn der Geschichte an ab dem n&#228;chsten Tag eine irrwitzige Anzahl von Tagen lang bei der Bundeswehr absitzen. Seine Eltern scheint das nicht sonderlich zu st&#246;ren, was Franks Wut &#252;ber seine eigene Schusseligkeit nur noch st&#228;rkt, und seine Freunde, allesamt Studenten, k&#252;mmert in ihrer Welt zwischen Revolutionsvorstellungen und dem leichten Universit&#228;tsleben sowieso kaum etwas.</p>
<p>Die Zeit bei der Bundeswehr l&#228;uft f&#252;r Frank nicht gerade gut. Durch seine vorlaute Art und dem Hang zu abstrusen Diskussionen &#252;ber Formulierungen und Gesagtes macht er sich bei seinen Vorgesetzten nicht gerade beliebt. Trotzdem aber genie&#223;t er den stillen Respekt aller, insbesondere seiner gesamenten Kompanie, f&#252;r die er zum Aush&#228;ngeschild avanciert. Lehmann pendelt zwischen zwei verschiedenen Sph&#228;ren, Bund und Wochenende, und wei&#223; sie nicht recht miteinander zu vereinen. Das Eine ist dem Anderen so fremd wie Frank seinen Eltern, die mit einem zarten Hinweis gleich nach der ersten Woche Bundeswehr indirekt larstellen, dass es f&#252;r ihn langsam Zeit w&#228;re auszuziehen.</p>
<p>Das tut er dann auch gleich am n&#228;chsten Tag. Er zieht in eine WG, bestehend aus Studentenfreunden und Ex-Organisierten, wie er sie nennt, und bekommt ein Durchgangszimmer mit vier Quadratmetern. Er verbringt seine zwei Tage bundeswehrfreier Zeit pro Woche in den verschiedensten Bars und Kneipen, lernt Sibille, die h&#252;bsche, aber etwas eigensinnige Studentin kennen und sieht sich immer wieder mitten in l&#228;cherlichen Feldz&#252;gen der WG-Bewohner gegeneinander. Dabei sind die Tage der Bundeswehr zwar eine willkommene Flucht, aber doch nicht das Richtige f&#252;r Frank.</p>
<p>Er beschlie&#223;t den Wehrdienst zu verweigern, obgleich er schon l&#228;ngst seinen Dienst ableistet und durchl&#228;uft das volle Programm, um endlich einen Weg aus der Intitution finden zu k&#246;nnen, die f&#252;r ihn noch weniger sinnvoll ist als die Axt in einer der WG-T&#252;ren oder dem Vorhaben, achzig Zigaretten an einem Tag zu rauchen.</p>
<p>Mit <em>Neue Vahr S&#252;d</em> kreierte Sven Regener den ersten Teil der Vorgeschichte um den omin&#246;sen Herrn Lehmann, von dem man einige Charakterz&#252;ge besser versteht, wenn man wei&#223;, weshalb sie existieren. Ich m&#246;chte meinen, dass mit dem zweiten Teil der als Trilogie angesetzten Reihe ein noch sch&#246;neres Buch als <em>Herr Lehmann</em> entstanden ist, welches eben nur inhaltlich gesehen in der Vergangenheit handelt, stilistisch aber noch einen Deut besser geworden ist.</p>
<p>Das Schema ist nachwievor dasselbe: kleine Alltagsabsurdit&#228;ten verbunden mit einem st&#252;ckweisen Voranschreiten der Geschichte. Immer wieder werden bestimmte Eigenheiten der Personen in die Geschichte eingewoben, dabei auch manchmal so plump, wie es eben die Situation auch in Wirklichkeit erfordert h&#228;tte. Und dennoch verliert sich die Handlung nie im Klamauk, sodass aus vielen kleinen Lachern immer wieder eine zu bedenkende Situation entsteht, in einer solchen Frank beispielsweise lernen muss, dass eine echte Freundschaft es auch &#252;bersteht, wenn man dem Anderen vor ein paar Jahren einmal aus Leichtsinn eins auf die Fresse gegeben hat, es aber nicht von Freundschaft zeugt, sich hinterr&#252;cks gegen sogenannte Freunde zu verb&#252;nden.</p>
<p>Es scheint, als h&#228;tte sich Regener etwas von der filmischen Umsetzung seines ersten Romans abgeschaut und die Dialoge bewusst pr&#228;gnanter gemacht, aber trotzdem immer darauf geachtet, dass ihnen Witz und Charme nicht entglitten. So schuf er einen nun mehr als doppelt so dicken Nachfolger, der nur noch mehr Lust auf den letzten Teil und die Zeit Herrn Lehmanns zwischen 1981 und 1989 macht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Sven Regener: Neue Vahr S&#252;d<br />
Goldmann, 1. Auflage Juli 2006<br />
631 Seiten<br />
ISBN: 3442459915</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Parfum - Die Geschichte eines M&#246;rders</title>
		<link>http://www.neunzehnhundert.org/das-parfum-die-geschichte-eines-moerders/</link>
		<comments>http://www.neunzehnhundert.org/das-parfum-die-geschichte-eines-moerders/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 17 Sep 2006 15:43:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

		<category><![CDATA[Film]]></category>

		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

		<category><![CDATA[Medien]]></category>

		<category><![CDATA[Patrick Süskind]]></category>
<category>Film</category><category>Literatur</category><category>Medien</category><category>Patrick Süskind</category>
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		<description><![CDATA[<p><a href="http://www.parfum.film.de/" target="_blank" title="Das Parfum - Die Geschichte eines M&#246;rders"><img src="/img/das_parfum.jpg" style="padding: 10px 15px 20px 50px; height: 200px" alt="Das Parfum - Die Geschichte eines M&#246;rders" align="left" /></a></p>
<blockquote><p>Im achtzehnten Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche geh&#246;rte. Seine Geschichte soll hier erz&#228;hlt werden. Er hie&#223; Jean-Baptiste Grenouille, und wenn sein Name im Gegensatz zu den Namen anderer genialer Scheusale, wie etwa de Sades, Saint-Justs, Fouchés, Bonapartes usw., heute in Vergessenheit geraten ist, so sicher nicht deshalb, weil Grenouille diesen ber&#252;hmteren Finsterm&#228;nnern an Selbst&#252;berhebung, Menschenverachtung, Immoralit&#228;t, kurz an Gottlosigkeit nachgestanden h&#228;tte, sondern weil sich sein Genie und sein einziger Ehrgeiz auf ein Gebiet beschr&#228;nkte, welches in der Geschichte keine Spuren hinterl&#228;&#223;t: auf das fl&#252;chtige Reich der Ger&#252;che.</p></blockquote>
<p><!--more--></p>
<p>Die Problematik, ein gro&#223;es Buch in einen guten Film umzusetzen, ist weithin bekannt. Da gibt es zum Einen die Erwartungen zu erf&#252;llen, die jemand, der das Buch schon gelesen hat, mit in die Vorstellung bringt und zum Anderen muss man es doch noch schaffen, etwas Neues zu kreieren, das in gewisser Weise losgel&#246;st vom literarischen Vorbild allein stehen kann. Dabei kommt noch erschwerend hinzu, dass es sich bei <em>Das Parfum</em> um den schriftstellerischen Welterfolg von Patrick S&#252;skind handelt und sich das Buch um ein Thema dreht, das schon mit der Sprache schwer, mit einem Bild aber fast unm&#246;glich zu fassen ist.</p>
<p>Jean-Baptiste Grenouille wird im achtzehnten Jahrhundert in der stinkendsten Stadt Frankreichs, n&#228;mlich Paris, an einem Fischstand zwischen Abf&#228;llen und Dreck geboren. Seine Mutter will ihn sterben lassen, wie schon ihre vier vorherigen Kinder. Das Kind jedoch macht ihr einen Strich durch die Rechnung, als es unter dem Tisch beginnt zu schreien und ihr so den Tod als Kindsm&#246;rderin beschert.</p>
<p>Grenouille kommt in Obhut Madame Gaillard, die ihn bis zu seinem achten Lebensjahr bei sich gegen Bezahlung zwischen vielen anderen Kinder heranwachsen l&#228;sst. Ihm wird sehr schnell klar, welche Gabe ihn vor allen Menschen auszeichnet: die beste Nase der Welt. Seine Orientierung, alles in seinem Leben macht er &#252;ber den Geruch aus, er lernt zuerst Ger&#252;che und ben&#246;tigt die Sprache, die er erst &#228;u&#223;erst sp&#228;t lernt, dabei  nur, um das, was er riecht, in seinem Kopf katalogisieren zu k&#246;nnen. Er sammelt D&#252;fte und setzt sich zum Ziel, alle D&#252;fte der Welt kennen zu lernen, egal wie sie sind, die Hauptsache ist, dass sie f&#252;r ihn neu sind.</p>
<p>Madame Gaillard verkauft Grenouille an den Gerber Grimalle. Er durchsteht unglaublich standhaft die schweren Arbeiten und steigt St&#252;ck um St&#252;ck in der Gunst seines Herren. Bei einer Auslieferung von Ledern in der Stadt lernt Grenouille eine ganze neue Quantit&#228;t und Qualit&#228;t von Ger&#252;chen kennen. Er entdeckt eine Parfumerie und ein M&#228;dchen, das einen einzigartigen Duft verstr&#246;mt. Er folgt ihr und kann sich nicht an ihr satt riechen. Als sie sich in einem Hinterhof zum Mirabellenschneiden niederl&#228;sst, n&#228;hert er sich ihr und erstickt sie versehentlich, als sie ihn bemerkt und zu schreien beginnt. Grenouille nutzt die Chance, sie mit ihrem Duft voll zu saugen, da sie nun einmal tot ist. Nur kann er ihren Duft nicht festhalten, er entgleitet ihm st&#228;ndig und ist von kurzer Dauer.</p>
<p>Ein wenig sp&#228;ter erh&#228;lt er von Grimalle den Auftrag, einige Ziegenleder zum Parfumeur Giuseppe Baldini zu bringen. Dieser ist ein alter Mann, dessen Glanzjahre schon lang vorbei und dessen Qualit&#228;t sich eher auf das sture Ausf&#252;hren vom Handwerk eines Parfumeurs, als auf die eigentliche Qualit&#228;t, den Geruchssinn und den Hang zu neuen Kreationen, beschr&#228;nkt. Grenouille bemerkt, dass Baldini zuvor vergeblich versucht hat, den Duft Pélliesiers, eines Konkurrenten, f&#252;r seine eigenen Gesch&#228;fte zu kopieren. Grenouille bietet sich an, ihm den Duft zu mischen und Baldini l&#228;sst ihn hochm&#252;tig, in der Gewissheit des Scheiterns des Jungen, gew&#228;hren. Nur schafft es Grenouille haargenau, den Duft herzustellen. Er verbessert ihn sogar zu einem Parfum, das Baldini dazu veranlasst, den Jungen von Grimalle abzukaufen und mit ihm sein Gesch&#228;ft neu zu beleben.</p>
<p>Grenouille lernt das Destillieren, erf&#228;hrt aber auch bald seine Grenzen, als er versucht Kupfer, Glas und sogar die Katze seines Meisters zu destillieren. Er erkrankt an den Blattern und erf&#228;hrt von Baldini, dass in Grass noch eine Methode zur Duftkonservierung angewandt wird, die kalte <em>Enfleurage</em>, die aber selbst er nicht beherrsche. Er bietet an, Grenouille zu entlassen, wenn er ihm einhundert Formeln f&#252;r exquisite Parfums hinterl&#228;sst. Grenouille folgt und bekommt alsbald seinen Gesellenbrief der ihn nach Grass verschl&#228;gt. Auf dem Weg dorthin richtet er sich eine Zeit lang in einer H&#246;hle auf dem <em>Plomb du Cantal</em> ein, in der er allein seine angesammelten D&#252;fte erleben kann. Nach einem Traum, in dem ihn das M&#228;dchen mit den Maribellen nicht erkennt, da er keinen Duft hat und er schlie&#223;lich an seinem eigenen Duft erstickt, beschlie&#223;t er weiter nach Grass zu siehen. Auf einer Landstra&#223;e riecht er zum ersten Mal die Laure, Tochter des Gesch&#228;ftsmanns Richis.</p>
<p>Schnell, eigentlich en passant, hat er die Enfleurage erlernt und beginnt, D&#252;fte von jungen M&#228;dchen f&#252;r sein gro&#223;es Parfum zu sammeln. Zw&#246;lf M&#228;dchen t&#246;tet er, indem er ihnen einen Schlag auf den Hinterkopf gibt. Er schneidet ihnen die Haare ab, legt diese samt K&#246;rper und Kleidung in Fett ein, um sp&#228;ter aus diesem Fett eine Pomade zu gewinnen, die destilliert die <em>essence absolute</em>, die Duftessenz der M&#228;dchen gibt.</p>
<p>In Grass kommt ihm niemand auf die Schliche, man vermutet einen D&#228;mon. Nur Richis ist schlau genug, um zu erschlie&#223;en, dass Grenouille als n&#228;chstes Opfer seine Laure ins Auge fassen muss. Er flieht mit ihr aus der Stadt in ein abgelegenes Gasthaus, aber selbst dorthin kann ihnen Grenouille folgen. Er verf&#228;hrt mit ihrem K&#246;rper, wie mit allen M&#228;dchen zuvor und mischt sich daran den gr&#246;&#223;ten Geruch auf der Welt.</p>
<p style="padding-bottom: 30px">Gleichzeitig aber wird er gefasst.</p>
<p>In einem gro&#223;en Punkt muss man den vielen Rezensionen, die bereits voran gegangen sind, eindeutig zustimmen. Der Film verfehlt genau dort, wo sich von Anfang an seine Schwierigkeit offenbarte: in der Darstellung der gerochenen Welt. Ob es die beste L&#246;sung ist, die jeweiligen Ger&#252;che, welche Grenouille wittert, mit schnell aufeinander folgend eingeblendeten Bilder zu realisieren, sei dahingestellt. Zweifellos ist eine L&#246;sung, die jedoch keinesfalls die Macht der Sprache, wie sie S&#252;skind in seinem Roman eingesetzt hat, &#252;bertreffen kann. Vielleicht haben wir es mit einer Vorlage zu tun, die wirklich kaum zu verfilmen ist und derartige Kritik bekommen <em>muss</em>. W&#228;hrend man beim Lesen des Buches einem Grenouille folgt, der wie ein K&#252;nstler seine D&#252;fte sammelt, um sie sp&#228;ter zu einem, zum besten aller Parfums zusammenzufassen, wobei die Beschaffung der D&#252;fte nur fast nebens&#228;chliches Kalk&#252;l ist, das die Geschichte voran treibt, so bleibt man im Film doch stetig bei einem als M&#246;rder Degradierten, denn viel wichtiger schienen Tom Tykwer die Szenen zu sein, in denen Grenouille sich die M&#228;dchen beschafft, als der eigentlich Grund, warum er es tut.</p>
<p>Ich habe sehr die Einzigartigkeit jener Opfer vermisst. Es scheint, als griffe Grenouille wahllos jedes M&#228;dchen, das ihm in die H&#228;nde f&#228;llt und holte schlie&#223;lich nur noch Laure, weil sie das letzte ansehnliche M&#228;dchen in der Stadt ist. Dass er sie eigentlich von Anfang an ins Auge gefasst hat und sie zur Komplettierung seines Duftes, und vorallendingen warum er diesen Duft, ben&#246;tigt, geht vollst&#228;ndig unter.</p>
<p>Nat&#252;rlich musste man f&#252;r ein Buch, das auf 300 Seiten eine so geballte Geschichte aus verschiedenen gro&#223;en Handlungsstr&#228;ngen in sich birgt, vieles unbeachtet lassen. So fehlt beispielweise komplett Grenouilles jahrelange Suche nach Einsamkeit und sein &#252;berdruss vom menschlichen Geruch. Sein Experimentieren ist auf zwei kleinere Szenen beschr&#228;nkt, sein Lernprozess fast ausgeschlossen, sodass die vielen kleinen Anekdoten von versuchen, die er unternimmt, um herauszufinden, wie man welchen Duft richtig konserviert, untergehen. Wir begegnen einem Jean-Baptiste, der nicht erst lernen muss, sich zwischen Menschen zu bewegen, sondern einem harschen Kerl, der von Anfang an gegen seine Umwelt aufgelehnt zu sein scheint, und das im Inneren, sondern vielmehr &#228;u&#223;erlich. Vielleicht hat man mit <em>Ben Whishaw</em> nicht den idealen Darsteller gefunden, denn das Gros der kinobesuchenden Leser wird sich mit seinen Vorstellungen vom eher aufgrund seiner Taten illusionierenden Protagonisten auf einen, ja fast Helden einstellen m&#252;ssen, dem die gespielte Unsicherheit sichtlich schwer gefallen sein muss.</p>
<p>Was Dustin Hoffman in der Rolle des Baldini jedoch angeht, so hat man einen wahren Coup gelandet. Selbst wenn die eigene Vorstellung dem Dargestellten Baldini und die gesamte Geschichte um den Marquis de la Taillade-Espinasse weichen muss, so ist der alternde Baldini doch &#252;ber alle Ma&#223;en gut umgesetzt. Mit Hoffman als erste Station Grenouilles bekommt der Film eine Note, ohne die er sicherlich weit weniger sehenswert w&#228;re.</p>
<p style="padding-bottom: 30px">Leider jedoch ist meines Erachtens nach selbst bei dem Ende der Geschichte viel zu viel Wert auf den Untertitel, <em>Die Geschichte eines M&#246;rders</em> und dessen direkte Interpretation gelegt worden, als auf alles, was ihn umgibt. Als ob keine Zeit mehr f&#252;r das breite Auslegen mehr gewesen w&#228;re, stellt sich das Ende eher f&#252;r den Zuschauer wirklich l&#228;cherlich, als bloss l&#228;cherlich in den Augen Grenouilles dar. Man kommt, denke ich, nicht umhin, diesem Film anzuh&#228;ngen, dass er eine Interpretation des Buches, mit allen Schwierigkeiten, die er nicht zu Befriedigung bringen konnte, geliefert hat, nicht jedoch eine Verfilmung des Buches. In diesem Moment versteht man den Autor des Romans, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Patrick_S%C3%BCskind" title="Wikipedia: Patrick S&#252;skind" target="_blank">Patrick S&#252;skind</a>, voll und ganz, der die Rechte f&#252;r die Verfilmung an Tom Tykwer verkaufte und danach nichts mehr mit dem Projekt zu tun haben wollte, da es ihn nichts angeht. Und so stimmt es, Film und Buch gehen auseinander, sind losgel&#246;st voneinander und existieren h&#246;chstens auf verschieden hohen Stufen nebeneinander.</p>
<p><strong>Kinostart:</strong> 14.09.2006<br />
<strong>Internationaler Titel:</strong> Perfume: The Story of a Murderer<br />
<strong>Regie:</strong> Tom Tykwer<br />
<strong>Drehbuch:</strong> Tom Tykwer, Bernd Eichinger, Andrew Birkin<br />
<strong>Produktion:</strong> Bernd Eichinger, Andrew Birkin, Martin Moszkowicz<br />
<strong>Kamera:</strong> Frank Griebe<br />
<strong>Musik:</strong> Reinhold Heil, Johnny Klimek, Tom Tykwer<br />
<strong>Darsteller:</strong> Ben Whishaw, Dustin Hoffman, Alan Rickman, Rachel Hurd-Wood, Corinna Harfouch, Karoline Herfurth</p>
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		<title>Camille Pissarro [...]</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Jul 2006 19:59:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
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<category>Camille Pissarro</category><category>Fernsehen</category><category>Kunst</category><category>Malerei</category><category>Medien</category>
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		<description><![CDATA[<p>[...] war gestern am sp&#228;ten Nachmittag noch Thema beim Sender 3sat. Und ich muss zugeben, nicht viel &#252;ber ihn gewusst zu haben, au&#223;er, dass es ihn zumindest gab - zu Unrecht. Es lohnte wohl nicht, die Inhalte nachzuplappern, jedoch muss ich einen Satz besonders loben.</p>
<p>Ich kann ihn nicht widergeben, und wenn ich es versuchte, es w&#252;rde nicht gelingen, also sage ich es m&#246;glichst mit eigenen Worten.</p>
<p>Gegen Ende der Reportage, als Pissaros gefundener Stil, in Punkten und kurzen Strichen zu <i>malen</i>, endg&#252;ltig Thema geworden war, versuchte man den Themen seiner Werke auf den Grund zu gehen. In die Ferne blickende, oder gar tr&#228;umende Menschen, die bei einander stehen und doch fern voneinander sind, frei von allem und endlich in der Lage, mit sich eins werden zu k&#246;nnen, indem sie ganz einfach in stiller Konfrontation mit ihrer Existenz denken dahind&#228;mmern oder gro&#223;artige Stadt- und Parkansichten, zeichnete er letztlich en masse.</p>
<p>Beeindruckend, nichts weiter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Camille_Pissarro" target="_blank" title="Wikipedia: Camille Pissarro">Wikipedia: Camille Pissarro</a></p>
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		<title>Leonhard Frank: Die R&#228;uberbande</title>
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		<pubDate>Wed, 10 May 2006 17:29:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Eine Gruppe von 12 heranwachsenden Jugendlichen, beinahe noch Kinder von 14 Jahren, die sich selbstbewusst <i>Die R&#228;uberbande</i> nennt, hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Heimatstadt, das bayrische W&#252;rzburg, anzuz&#252;nden und anschlie&#223;end nach Amerika zu fliehen, um dort die Abenteuer zu bestehen, in welchen sie w&#228;hrend ihrer Karl-May-Lekt&#252;re schwelgen.</p>
<p>Alles beginnt an einem abendlichen Sonntag nahe den Br&#252;ckenheiligen und alles geht seinen gewohnten, chaotischen Gang. Zwischen gestohlenen Fischen, der Fortschritt der Technik in Form einer beleuchteten Kirchturmuhr, passiert rein gar nichts, das irgendwie bemerkenswert w&#228;re.</p>
<p>Mitten in dem t&#228;glichen Einerlei der W&#252;rzburger fristen die R&#228;uber ihr Dasein. Allesamt sind kleine Lehrlinge in allen nur m&#246;glichen Betrieben. Sie haben sich nach Schillers Vorbild benannt, sprechen sich jedoch untereinander mit Namen von Figuren aus besagten Westernromanen an.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Aber <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leonhard_Frank" target="_blank">Leonhard Frank</a> verstand es, gerade dem Allt&#228;glichsten die Note von etwas Besonderem zu geben, nicht zuletzt, da er seine R&#228;uber mit so unterschiedlichen Pers&#246;nlichkeiten austattet, sodass er jeden von ihnen ab und an einmal erz&#228;hlerisch begleiten kann, ohne dass es langweilig wird. Die kleinen Jugends&#252;nden der Jungen, wenn sie etwa den B&#228;ckermeister um seinen Kuchen prellen wollen, da sie behaupten, er schmecke nach Petroleum, oder wenn sie sich w&#252;ste Schl&#228;gereien liefern, werden hier zum Mittelpunkt der ersten H&#228;lfte des Buches. Oft treffen sich die R&#228;uber nachts im <i>Zimmer</i>, einer Kammer in einem Gew&#246;lbe geheimer G&#228;nge unter der W&#252;rzburger Festung, das Oldshatterhand zufallig und von Indianerb&#252;chern beeinflusst, ausfindig gemacht hat. Dort katalogisieren sie ihr Gepl&#252;ndertes, singen ihr R&#228;uberlied, oder tr&#228;umen einfach nur von ihrer Obsession. <i>Irgendwann</i> wollen Sie W&#252;rzburg in Schutt und Asche legen, ein Schiff stehlen, sich den Rhein hinab bis nach Hamburg treiben lassen und schlie&#223;lich ein Hochseeboot kapern, mit dem sie nach Amerika segeln und Abenteuer bestehen wollen. Als Ansporn dient dabei noch die Geschichte von des bleichen Kapit&#228;ns Bruder, der nach Amerika auswanderte und von dem sich die Jungen die tollk&#252;hnsten Geschichten erz&#228;hlen.</p>
<p>Ihr Zusammenhalt, die unbegrenzte Loyalit&#228;t, macht sie stark und l&#228;sst sie auch jede Tyrannei durchstehen, denn an sadistischen Lehrern oder Meistern mangelt es im W&#252;rzburg der R&#228;uber nicht. Doch schon, als die Bande vor Gericht gestellt wird, da sie wegen eines Raubzuges in des k&#246;niglichen Weinbergen verraten worden sind, erleidet ihre Freundschaft erste Risse. Mit dem katholischen Winnetou und damn glas&#228;ugigen Falkenauge scheiden fr&#252;h die ersten beiden Mitglieder aus der Bande.</p>
<p>F&#252;r den endg&#252;ltigen Zusammenbruch der Bande m&#246;gen viele Gr&#252;nde zusammen herangezogen werden. So k&#246;nnte man sagen, dass ihr Ende schon da besiegelt ist, als der Anf&#252;hrer der Bande, der bleiche Kapit&#228;n, vorschl&#228;gt, man m&#252;sste in einer Gastwirtschaft Stammkunde werden und beginnen zu trinken. Alle stimmen daf&#252;r, nur der kleine Oldshatterhand zweifelt, wahrscheinlich ahnt er schon, was daraus resultieren wird. Denn von nun an ers&#228;uft die Gruppe ganz einfach ihren Frust in t&#228;glichen Gelagen und schon bald hei&#223;t es, dass alle Indianer ausgerottet seien und es keinen Zweck mehr habe, nach Amerika zu gehen, wenn man nun, am Ende der Lehre, gutes Geld verdiene.</p>
<p>Oldshatterhand ist immer dabei, doch er hat am eigentlichen Vorhaben festgehalten. Aler er sieht, dass wirklich nur noch er daran glaubt, bricht seine Lehre allzu pl&#246;tzlich ab und beschlie&#223;t, ganz einfach allein nach Amerika auszuwandern. Aber weit kommt er nicht allzu weit genau zur Mitte des Buches begegnet ihm auf einer Landstra&#223;e hinter der Stadt ein Fremder. <i>Ich &#8230; ich denke dar&#252;ber nach, warum eine junge Bl&#252;te vom Baume fallen muss, bevor sie zur Furcht wird, w&#228;hrend neben ihr eine andere ungehindert zur Frucht reifen darf &#8230; Dar&#252;ber denke ich nach, unaufh&#246;rlich. Das ist meine Arbeit.</i> So antwortet der Fremde, als ihn Olfshatterhand nach seiner Arbeit fragt und bekommt damit auch die Essenz seines Lebens auf die Nase gebunden.</p>
<p>Er beginnt sich fortan mit h&#228;ndischen Arbeiten &#252;ber Wasser zu halten, kristallisiert sich in ihm eine k&#252;nstlerische Ader heraus. Als er eines Abends, noch einmal nach W&#252;rzburg heimgekehrt, urpl&#246;tzlich auf der Br&#252;cke ein Bild von sich verkauft, scheint f&#252;r ihn seine Bestimmung klar. Zwar verkehrt er noch mit den R&#228;ubern, aber er geh&#246;rt nicht mehr zu ihnen, niemand scheint es dennoch zu merken. Zwischen seinen ersten Erfahrungen mti Frauen malt Oldshatternhand dauerhaft. Als dann irgendwann auch der Bruder des bleichen Kapit&#228;ns gescheitert aus Amerika heimkehrt, schlie&#223;t der Amerikatraum auch szenisch. Amerika war nicht das gelobte Land, von dem sie getr&#228;umt hatten. Der Buder war nicht reicht, hatte nicht allzu viel erreicht und musste sich die R&#252;ckfahrt aus helfender Heizer auf einem Schiff finanzieren, was ihn nebenbei seine Gesunheit kostete. F&#252;r die &#252;brigen R&#228;uber ist dies nur die Best&#228;tigung ihrer Meinung, f&#252;r Oldshatterhand bezeichnend.</p>
<p>Es lohnt nicht, noch mehr vom Inhalt zu verraten, denn es w&#252;rde nur die ganze Faszination der zweiten gro&#223;en Geschichte, der des erwachsenen Oldshatterhands nehmen, wenn man vorgriffe.</p>
<p>Was diese Geschichte besonders macht, ist, wie Leonhard Frank das Erwachsenwerden beschreibt. Er zeigt, wie sich der Gro&#223;teil der Leute mit dem Leben von Anfang des Ernstes an arrangiert und wie manche <i>Bl&#252;te vom Baume fallen muss, bevor sie zur Frucht wird</i>. Man k&#246;nnte fast noch hinzuf&#252;gen, weshalb letztere Frucht dann auch die s&#252;&#223;ere ist. Die R&#228;uberbande ist kein Kinderbuch, allenfalls ein Buch &#252;ber Kinder, das auch Kinder lesen k&#246;nnen, doch keinesfalls ein Buch &#252;ber kindliche Dinge. Denn was g&#228;be es kritischeres, als die Emanzipation von der Schule, der Ausbildung und dem endg&#252;ltigen Schritt ins Leben? Zw&#246;lf Wege zeigt Frank mit der R&#228;uberbande, und alle begegnen sich am Ende doch noch einmal wieder. Auch, wenn sie dann schon vollkommen verschieden sind, verbindet sie immer noch die Erinnerung an verganene Zeit und an ihren Traum, die kurzzeitig einen Schatten &#252;ber die H&#228;rte und Monothonie des Alltags wirft.</p>
<p>Leonhard Frank: Die R&#228;uberbande<br />
ISBN: 3746614368<br />
267 Seiten,<br />
Aufbau Taschenbuch Verlag</p>
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		<title>Donnie Darko (Director&#8217;s Cut)</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Apr 2006 19:27:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Nat&#252;rlich darf die Besprechung dieses Filmes nicht fehlen, auch wenn ich auf die des eigentlichen Filmes verzichten oder sie h&#246;chstens tangieren m&#246;chte. Die wie der Titel verspricht, soll es hier um den Director&#8217;s Cut des Filmes <i>Donnie Darko</i> gehen. Dieser konnte zum damaligen Erscheinen im Jahre 2001 aus finanziellen Gr&#252;nden nicht ver&#246;ffentlicht werden, doch nachdem sich der Film zu einem der m&#228;&#223;ig vielen Geheimtipps gemausert hat, durfte nun vor einiger Zeit die Fassung auf den Markt, die der Regisseur am liebsten heraus gebracht h&#228;tte. Sie unterscheidet sich zur Urfassung in zwei gro&#223;en Punkten. Einerseits ist die neuere Fassung l&#228;nger, da einige Szenen hinzugekommen sind, die vorher nur auf der Bonus-DVD der metallverpackten Version zu sehen waren oder g&#228;nzlich neu ver&#246;ffentlicht sind. Andererseits liegt bei dieser Version eine ge&#228;nderte, musikalische Inszenierung vor. Hier und da wurden alte oder neue Szenen &#252;berhaupt oder mit anderer Musik unterlegt, beispielsweise und wohl am auff&#228;lligsten, die Titelmelodie. Auch sind manchmal andere Versionen verschiedener Szenen zu sehen, was man einzig und allein dann merkt, wenn man die erste Version so oft gesehen hat, dass man eine andere Punktualisierung der Aussprache sofort bemerkt.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Nachdem Donnie von Frank, einem <i>six foot tall bunny rabbit</i> aus dem Schlaf geholt und auf die Stra&#223;e gelockt wird, erkl&#228;rt diese ihm das bevorstehende Ende der Welt. Als Donnie am n&#228;chsten Morgen auf einem Golfplatz aufwacht, wei&#223; er noch nicht, dass zur selben Zeit eine Flugzeugturbine in sein Zimmer eingeschlagen ist und ihn mit Sicherheit getroffen h&#228;tte, w&#228;re er in seinem Zimmer geblieben. <i>28 days, 6 hours, 12 minutes, 42 seconds</i> bis zum Ende der Welt, war Franks Botschaft gewesen. Der Hase leitet Donnie zu einigen Kapriolen an, so l&#228;sst er ihn die Schule fluten und schiebt ihn mit Fragen und Anweisungen wie <i>Pay close attention, you could miss something.</i> oder <i>Do you believe in time travel?</i> immer weiter seiner Bestimmung entgegen. All dies wird unter einer paranoiden Schizophrenie verbucht, die man Donnie anh&#228;ngt und wegen der er immer wieder Zeit bei der Psychologin Dr. Thurman verbringt. Der Junge nimmt in seinem Leben die Position eines Sonderlings ein, wird dadurch aber ausschlie&#223;lich f&#252;r Gretchen interessant, deren Freund er wird und die seinen Ruhepol, aber gleichzeitig auch eine Art Behinderung f&#252;r den Fortlauf von Donnies Bem&#252;hungen darstellt. In der neuen Szene <i>Poetry day</i> erz&#228;hlt Donnie seinen Mitsch&#252;lern von Frank und seiner Verbindung mit diesem. Doch die Geschichte wird nur mit Gel&#228;chter quittiert. Nur seine Lehrerin scheint Interesse an ihr zu haben. Donnie erkundigt sich sp&#228;ter noch bei ihrem Mann, seinem <i>Science</i>-Lehrer nach Zeitreisen und erh&#228;lt Auskunft und das Buch der mysteri&#246;sen Grandma Death, alias Roberta Sparrow, welches genau die Erfahrungen auflistet und beschreibt, die Donnie durchlebt. </p>
<p>Je n&#228;her die Zeit an das Grenzdatum heran r&#252;ckt, desto komplizierter wird die Geschichte. Gen Ende, das ich nicht erkl&#228;ren werde, wird einem auch der Ausgangspunkt der gesamten Handlung aufgezeigt, doch umso aufregender wird sie auch. Ganz allgemein ist es nicht aufrichtig, hier noch weiter auf auf die Handlung einzugehen, denn man w&#252;rde nur viel zu viel verraten und somit niemandem einen Gefallen tun, wenn man noch mehr enth&#252;llte.</p>
<p>Alles im allem stehe ich dem Film aber ein wenig zwiegespalten gegen&#252;ber. Dieser Film ist so reich an Assoziations- und Interpretationsm&#246;glichkeiten, dass man selbst beim mehrmaligen Schauen der Urfassung immer neue Sichten hinzu gewinnen konnte. Aber zum Einen ist es bei dieser neuen Version verst&#228;rkt. Durch neue Szenen oder andere H&#246;hepunktsetzung entsteht manchmal eine weitaus dichtere Atmosph&#228;re. Beispielsweise imponiert die mir Szene im Kino viel mehr als zuerst, da jetzt &#246;fter die verzerrte Stimme Frank benutzt wurde, und da man einfach schon im Vorfeld viel mehr &#252;ber das Verh&#228;ltnis Donnie-Frank erfahren hat. Zum Andereren jedoch wird beinahe zu viel Interpretation vorgelegt, sodass es passieren k&#246;nnte, wenn andere Auslegungen fehlen zum Beispiel, dass man den Film, nachdem er zu Ende ist, mit einem m&#252;den <i>Aha-Effekt</i> beiseite legt, was er aber bei weitem nicht verdient hat. Die Seiten des Buches <i>The Philosophy Of Time Travel</i> waren zwar auch schon auf der Bonus-DVD der Urversion, aber da sie jetzt in den Film eingebunden sind, er&#246;ffnen sie nicht mehr nur den wirklich Interessierten einige besondere Kapitel der Bedeutung des Filmes, sondern jedem. Dadurch entsteht an manchen Stellen der Eindruck, als suchte der Regisseur nach einer L&#246;sung, die Zuschauer vom eigenst&#228;ndigen Denken zu befreien, indem er ihnen einfach das Gros der Interpretation vorgekocht serviert.</p>
<p>Perfekt w&#228;re in meinen Augen eine dritte Version des Films, in der zuallererst die alte Filmmusik wieder enthalten w&#228;re, bis auf die der Kinoszene. Dann m&#252;ssten solche wunderbaren Szenen wie die neu hinzugekommenen Szenen mit dem Lehrerpaar, insbesondere die der Lehrerin im Speziellen, sowie das Gespr&#228;ch Donnies mit seinem Vater im Garten, in einer letzten Ver&#246;ffentlichung vorhanden sein. Aber damit w&#228;re es auch schon getan, denn viel mehr ben&#246;tigt der Film nicht, um zu seinem urspr&#252;nglichen Zauber zur&#252;ckzukehren, der zwar selbst in der neuen Version nicht verloren ging, aber immerhin etwas weniger aufw&#252;hlend war.</p>
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		<title>Vanilla Sky</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Apr 2006 15:23:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wieder ein Film, der mir empfohlen wurde und der einen Platz in meinem Ged&#228;chtnis bekommen hat. Auch diesen Film habe ich von besagtem, sehr gutem Freund empfohlen bekommen, und die Empfehlung hat sich im Gro&#223;en und Ganzen wieder einmal gelohnt.</p>
<p>Den Film durchzieht die Verwirrung, man muss immer erst genau hinschauen, ehe man vermuten und feststellen kann, was die filmische Realit&#228;t und was Traum ist, denn von Beginn an springt die Handlung st&#228;ndig, was durch die vielen Fetzen von Erinnerungen des Hauptdarstellers nicht unbedingt leichter wird, die durch die ganzen Film verstreut worden sind.</p>
<p><!--more--></p>
<p>David Aames ist Sohn eines reichen Verleger, der aber schon l&#228;ngst verstorben ist. Hinterlassen hat er seinem Sohn 51% der Firma, seines einzigen Gutes. Die restlichen 49% sind auf sieben Aufsichtsratsmitglieder verteilt, die liebend gern selbst die F&#252;hrung der Firma &#252;bernehmen w&#252;rden und in David eher den kleinen Jungen und Dorn, als den neuen Firmenchef sehen. Diesem Urteil wird der Lebemann aber vollends gerecht, denn er verbringt seine Zeit mehr auf Parties und mit seiner Geliebten Julie Gianni. Doch auf seiner Geburtstagsfeier lernt David durch Zufall Sofia kennen, die sein bester Freund mitgebracht hat. Beide kommen ins Gespr&#228;ch, als David vor Julie fliehen will, um ihrer nervenden Art zu entgehen. Die Geschichte des Abends entwickelt sich, und wie es der Zufall will, verlieben sich beide augescheinlich ineinander. Der Verz&#246;gerungsgenie&#223;er David verbringt die ganze Nacht redend mit Sofia in ihrer Wohnung, jedoch als er sie verl&#228;sst, um zur Arbeit zu fahren, &#252;berrascht ihn Julie. Sie nimmt ihn in ihrem Auto mit und konfrontiert den vollkommen perplexen David, der ihr Liebesbekenntnis &#252;berhaupt nicht ernst nimmt, mit ihrer Wut, indem sie ihr Auto von einer Br&#252;cke fahren l&#228;sst, woraufhin es gegen eine Mauer unterhalb dieser prallt. Davids Gesicht und sein linker Arm sind zerst&#246;rt, er unterzieht sich jeder nur erdenklichen Operation durch die besten &#228;rzte, damit er wieder unter die Augen Sofias treten kann. Eines Tages, obwohl immer noch entstellt, ergreift er die Chance beim Schopfe und besucht Sofia. Beide verabreden sich, doch die Verabredung endet in einer Katastrophe, als David mit einer Latexmaske auftaucht, die er von diesem Augenblick an in den Szenen seiner Entstellung nicht mehr ablegt. Nach dieser Nacht in einer Diskothek endet David auf der Stra&#223;e vor Sofias Wohnung, betrunken, l&#228;diert und nervlich am Boden.</p>
<p>Auf Basis dieser Ausgangslage verzerrt sich Handlung. Man durchl&#228;uft viele m&#246;gliche Erkl&#228;rungen des weiteren Verlaufs der Geschichte. Einerseits ist David immer wieder des Mordes an Julie angeklagt, wobei er schw&#246;rt, dass sie bei dem Unfall ums Leben gekommen ist. Andererseits ist Julie wahrhaftig tot und er lebt gl&#252;cklich mit Sofia sein weiteres Leben. Verwirrend wirkt hier schon, dass sich beide Erkl&#228;rungen verwinden, sodass sie sich sp&#228;ter an einem Punkt &#252;berschneiden und so den angedeuteten, dritten Handlungsstrang bilden. W&#228;hrend sich David des Mordes angeklagt sieht, wechselt er immer zwischen seinem entstellten &#228;u&#223;eren und der &#8220;unbehelligten&#8221; Liebe zu Sofia. Er erz&#228;hlt von dieser Liebe als Traum. Irgendwann erringt dieser aber doch noch die Oberhand und man fragt sich, ob es nicht doch &#8220;nur&#8221; ein Traum gewesen sein sollte. David scheint pl&#246;tzlich durch neue Heilungsmethoden zu genesen, wobei ihm die neu aufgekeimte Liebe von und zu Sofia nat&#252;rlich sehr hilft. Bald schon sieht man, wie sein altes Gesicht vollkommen wieder hergestellt werden kann, doch &#252;berschattet dieses Gl&#252;ck schon das n&#228;chste Ungl&#252;ck - David droht den Verstand zu verlieren (dass dem nicht so ist erkl&#228;rt das Ende). Die alte Gesichte, die prinzipiell nicht alt ist, da sie dennoch andauernd kurz aufflammt, dr&#228;ngt sich in die neue Idylle. Mordvorw&#252;rfe, David habe Julie und schlie&#223;lich sogar Sofia ermodert, werden laut. Dennoch, im Endeffekt sind es ein paar kleine Hinweise, die Realit&#228;t erster Ebene von Realit&#228;t zweiter Ebene zu unterscheiden verm&#246;gen.</p>
<p>Und doch mutet das Ende des Filmes vergleichsweise l&#228;cherlich an, wenn man es dem vorherigen Geschehen und der allgemeinen Darstellung  gegen&#252;ber stellt. Ich kann mir bis jetzt nicht erkl&#228;ren, wie sich die beinahe 45-min&#252;tige Darstellung von Wahn und Mord mit einem einzigen Satz innerhalb von 2 bis 3 Sekunden erkl&#228;ren lassen sollen. Wahrscheinlich sollte gerade das der eigentlich H&#246;hepunkt sein, doch ist er in meinen Augen genau an seiner Punktualit&#228;t gescheitert. Der dritte Handlungsstrang, der irreale, bleibt von jeder tiefsinnigen Erkl&#228;rung verschont, er endet also in einer Plattit&#252;de, die dann nur noch elendig in die L&#228;nge gezogen zu sein scheint. Man h&#228;tte in diesem Moment so viel machen k&#246;nnen, zeitweilig war ich nur &#252;berw&#228;ltigt von der Verflochtenheit der zwei gro&#223;en Handlungsstr&#228;nge (der dritte f&#252;hrt sich ja selbst ad absurdum) und dachte: &#8220;Das ist Einfallsreichtum!&#8221;, jedoch als die klamaukig anmutende, abschlie&#223;ende Erkl&#228;rung nichts aufkl&#228;rte, sondern blo&#223; beiseite schob, konnte ich meine Entt&#228;uschung nicht wegrationalisieren oder relativieren.</p>
<p>Dennoch, der Film ruft auch mit diesem Ende noch einige Fragen auf den Plan, die ich nur hier nicht stellen oder versuchen kann zu beantworten, denn dazu m&#252;sste ich ja das Ende offen legen, und das m&#246;chte ich nicht.  Dadurch aber wird diese Rezension &#228;u&#223;erst schwammig, denn man kann diesen Film nicht beschreiben, wenn man nichts vom Ende preisgeben will. Dennoch habe ich wohl mit meinem Erkl&#228;rungsversuch in etwa die Verwirrung im Film darstellen k&#246;nnen.</p>
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