Kategorienarchiv Tribut
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Was für Befördrung hofft ich wohl von dir,
Der keine Rent als seinen muntern Geist,
Um sich zu nähren und zu kleiden, hat?
Weswegen doch dem Armen schmeicheln? Nein,
Die Honigzunge lecke dumme Pracht,
Es beuge sich des Knies gelenke Angel,
Wo Kriecherei Gewinn bringt. Hör mich an: [...]Hamlet in William Shakespeares “Hamlet”
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Dumm sein und Arbeit haben: das ist das Glück.
Gottfried Benn
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Es [ist] ein so namenloses Glück, wenn einem die die Welt entzweibricht. O mein Gott, welch ein Gericht ist über mich hereingebrochen. Sagen Sie mir, daß ich die Kraft haben muß noch zu leben und das Wahre zu tun. Sagen Sie mir, daß ich nicht irre bin. Es ist steinernes Dunkel hereingebrochen.
aus einem Brief Georg Trakls an Ludwig von Ficker
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Die Gleichung A=A ist Ausdruck der Unerfahrung des Seins und Daseins. Die äquation Nihil = Nihil ist sinnlos und widervernünftig. Nur eine Kleinigkeit ist zu bedenken: Es gibt den Freitod. Gibt ihn, wie zu zeigen veruscht wurde, als Antwort auf den échec, als Widerrede gegen das Leben, das seinen eigenen échec in sich brigt, das seine eigene Verneinung ist, also: Affirmation und Negation zugleich und darum absurd, nicht weniger absurd als der Freitod, der nur deshalb als “zweifach absurd” bezeichnet werden darf, sogar muß, weil der ihn Vollziehende bis zum Ende mit einem Teil seiner Person in die Lebenslogik, die er verneint, da er ja sich selbst schließlich negieren wird, engeschlossen bleibt.
Jean Améry: “Hand an sich legen”
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Es ist schade, daß Sie mit hohlen Nüssen um hohle Nüsse spielen.
Jarno in Goethes “Wilhelm Meisters Lehrjahre”
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[Den Becher] halten und füllen zugleich -
Besser, du ließest es sein!
[Die Klinge] betasten und schärfen zugleich -
Das dauert nicht lange!
Voll Erz und Juwelen die Halle -
Niemand kann sie bewahren.#
Stolz auf Reichtum und Ehre
Schafft selber sich Unheil.
Sein Werk vollbringen
Und sich zurückziehen:
Also des Himmels Weg.Lao-tse: “Tao Te King”, Kapitel 9
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Ich kann nur diejenigen lieben, die angesichts ihres Lebens eine gewisse Ohnmacht zeigen.
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Der Mensch ist zweifelsohne ein außergeöhnliches Phänomen, aber kein Erfolg.
Émil M. Cioran
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Frank, du hast immer die falschen Bücher gelesen.
Karl in Sven Regeners “Herr Lehmann”
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Mancher mag es wissen, nichtsdestotrotz sei daran erinnert, heute vor 50 Jahren starb ein guter Dichter - Gottfried Benn. Wir wollen niemandem einen Exkurs in sein Leben aufzwingen, also unterlassen wir es, selbst einen zu unternehmen. Doch auf den Briefwechsel zwischen Benn und Klaus Mann wollen wir noch hinweisen.
Und dazu noch soll das, was ihn berühmt gemacht hat, hier nicht vernachlässigt werden. Also folgt wenigstens ein Gedicht von ihm.Gottfried Benn: Nachtcafé
824: Der Frauen Liebe und Leben.
Das Cello trinkt rasch mal. Die Flöte
rülpst tief drei Takte lang: das schöne Abendbrot.
Die Trommel liest den Kriminalroman zu Ende.Grüne Zähne, Pickel im Gesicht
winkt einer Lidrandentzündung.Fett im Haar
spricht zu offenem Mund mit Rachenmandel
Glaube Liebe Hoffnung um den Hals.Junger Kropf ist Sattelnase gut.
Er bezahlt für sie drei Biere.Bartflechte kauft Nelken,
Doppelkinn zu erweichen.B-Moll: die 35. Sonate.
Zwei Augen brüllen auf:
Spritzt nicht das Blut von Chopin in den Saal,
damit das Pack drauf rumlatscht!
Schluß! He, Gigi! -Die Tür fließt hin: Ein Weib.
Wüste ausgedörrt. Kanaanitisch braun.
Keusch. Höhlenreich. Ein Duft kommt mit. Kaum Duft.Es ist nur eine süße Vorwölbung der Luft
gegen mein Gehirn.Eine Fettleibigkeit trippelt hinterher.
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Heute vor 11 Jahren starb einer der wohl stärksten und kritischsten Geister des vergangenen Jahrhunderts - Émil Cioran. Ihm zu Ehren dieser Eintrag heute.

Nachher werden noch ein paar seiner besten Aphorismen hier aufgeschrieben sein, bis dahin nur dieser ganz besondere:Wer um seine Melancholie zittert, weil er Furcht hat, von ihr zu genesen, mit welcher Erleichterung wird der feststellen, dass seine Befürchtungen schlecht begründet sind, dass sie unheilbar ist!
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Ich soll einen Text über den Schmerz schreiben. Ich weiß genau, was ich darüber zu sagen habe - aber warum sollte ich es sagen? Warum nicht im Stillen leiden wie die Tiere?
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Der Mensch ist zweifelsohne ein außergewöhnliches Phänomen, aber kein Erfolg.
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Um einen weder dummen noch verlogenen Trauerbrief zu schreiben, müsste man ein Genie sein.
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Je älter ich werde, umso mehr gewöhne ich mich an die düsteren Realitäten (Selbstmord, Abscheu vor der Geburt etc.) ohne jeden Hintergedanken an Kummer oder Trostlosigkeit. Ich stelle mir das Irreparable ohne Traurigkeit vor. Ich stecke bis zum Hals in der objektiven, evidenten, unpersönlichen Trostlosigkeit. Tränen aus ewig trockenen Augen.
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Man schreibt nur leidenschaftlich, echt, wenn man in die Enge getrieben ist. Der Geist arbeitet unter Druck. Unter gewöhnlichen Umständen liegt er still, er langweilt sich und langweilt die Anderen.
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Es leuchtet ein, dass Gott eine Lösung war und dass man nie wieder eine ebenso befriedigende finden wird.
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Heute ist Bloomsday. Wenn Sie, geschätzer Leser, jetzt nicht wissen, was der Bloomsday ist, dann macht es Ihnen auch sicher nichts aus, heute nicht in Dublin zu sein, oder? Mal ganz ab vom Fluchtkomplex natürlich.
Allen Anderen, die eine Echtzeitübertragung im Fernsehen vermissen, sei zu diesem Tag gratuliert.
Wer jetzt doch noch weitergelesen hat und durchaus etwas wissbegierig ist, schaue hier und auch hier.

James Joyce: Ulysses. Kommentierte Ausgabe
1100 Seiten
Suhrkamp Verlag
50,00 EuroDie beste, für sterbliche Personen noch zu erwerbende, Version, abgesehen natürlich vom englischsprachigen Original, die ich kenne. Wunderbar ausstaffiert mit Karten von Leopolds Weg zu jeder Stunde, alle Zuordnungen zu den jeweiligen Themenbereichen und natürlich Kommentare zu allem, das man nicht wissen könnte.











