The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
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Im achtzehnten Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte. Seine Geschichte soll hier erzählt werden. Er hieß Jean-Baptiste Grenouille, und wenn sein Name im Gegensatz zu den Namen anderer genialer Scheusale, wie etwa de Sades, Saint-Justs, Fouchés, Bonapartes usw., heute in Vergessenheit geraten ist, so sicher nicht deshalb, weil Grenouille diesen berühmteren Finstermännern an Selbstüberhebung, Menschenverachtung, Immoralität, kurz an Gottlosigkeit nachgestanden hätte, sondern weil sich sein Genie und sein einziger Ehrgeiz auf ein Gebiet beschränkte, welches in der Geschichte keine Spuren hinterläßt: auf das flüchtige Reich der Gerüche.
Die Problematik, ein großes Buch in einen guten Film umzusetzen, ist weithin bekannt. Da gibt es zum Einen die Erwartungen zu erfüllen, die jemand, der das Buch schon gelesen hat, mit in die Vorstellung bringt und zum Anderen muss man es doch noch schaffen, etwas Neues zu kreieren, das in gewisser Weise losgelöst vom literarischen Vorbild allein stehen kann. Dabei kommt noch erschwerend hinzu, dass es sich bei Das Parfum um den schriftstellerischen Welterfolg von Patrick Süskind handelt und sich das Buch um ein Thema dreht, das schon mit der Sprache schwer, mit einem Bild aber fast unmöglich zu fassen ist.
Jean-Baptiste Grenouille wird im achtzehnten Jahrhundert in der stinkendsten Stadt Frankreichs, nämlich Paris, an einem Fischstand zwischen Abfällen und Dreck geboren. Seine Mutter will ihn sterben lassen, wie schon ihre vier vorherigen Kinder. Das Kind jedoch macht ihr einen Strich durch die Rechnung, als es unter dem Tisch beginnt zu schreien und ihr so den Tod als Kindsmörderin beschert.
Grenouille kommt in Obhut Madame Gaillard, die ihn bis zu seinem achten Lebensjahr bei sich gegen Bezahlung zwischen vielen anderen Kinder heranwachsen lässt. Ihm wird sehr schnell klar, welche Gabe ihn vor allen Menschen auszeichnet: die beste Nase der Welt. Seine Orientierung, alles in seinem Leben macht er über den Geruch aus, er lernt zuerst Gerüche und benötigt die Sprache, die er erst äußerst spät lernt, dabei nur, um das, was er riecht, in seinem Kopf katalogisieren zu können. Er sammelt Düfte und setzt sich zum Ziel, alle Düfte der Welt kennen zu lernen, egal wie sie sind, die Hauptsache ist, dass sie für ihn neu sind.
Madame Gaillard verkauft Grenouille an den Gerber Grimalle. Er durchsteht unglaublich standhaft die schweren Arbeiten und steigt Stück um Stück in der Gunst seines Herren. Bei einer Auslieferung von Ledern in der Stadt lernt Grenouille eine ganze neue Quantität und Qualität von Gerüchen kennen. Er entdeckt eine Parfumerie und ein Mädchen, das einen einzigartigen Duft verströmt. Er folgt ihr und kann sich nicht an ihr satt riechen. Als sie sich in einem Hinterhof zum Mirabellenschneiden niederlässt, nähert er sich ihr und erstickt sie versehentlich, als sie ihn bemerkt und zu schreien beginnt. Grenouille nutzt die Chance, sie mit ihrem Duft voll zu saugen, da sie nun einmal tot ist. Nur kann er ihren Duft nicht festhalten, er entgleitet ihm ständig und ist von kurzer Dauer.
Ein wenig später erhält er von Grimalle den Auftrag, einige Ziegenleder zum Parfumeur Giuseppe Baldini zu bringen. Dieser ist ein alter Mann, dessen Glanzjahre schon lang vorbei und dessen Qualität sich eher auf das sture Ausführen vom Handwerk eines Parfumeurs, als auf die eigentliche Qualität, den Geruchssinn und den Hang zu neuen Kreationen, beschränkt. Grenouille bemerkt, dass Baldini zuvor vergeblich versucht hat, den Duft Pélliesiers, eines Konkurrenten, für seine eigenen Geschäfte zu kopieren. Grenouille bietet sich an, ihm den Duft zu mischen und Baldini lässt ihn hochmütig, in der Gewissheit des Scheiterns des Jungen, gewähren. Nur schafft es Grenouille haargenau, den Duft herzustellen. Er verbessert ihn sogar zu einem Parfum, das Baldini dazu veranlasst, den Jungen von Grimalle abzukaufen und mit ihm sein Geschäft neu zu beleben.
Grenouille lernt das Destillieren, erfährt aber auch bald seine Grenzen, als er versucht Kupfer, Glas und sogar die Katze seines Meisters zu destillieren. Er erkrankt an den Blattern und erfährt von Baldini, dass in Grass noch eine Methode zur Duftkonservierung angewandt wird, die kalte Enfleurage, die aber selbst er nicht beherrsche. Er bietet an, Grenouille zu entlassen, wenn er ihm einhundert Formeln für exquisite Parfums hinterlässt. Grenouille folgt und bekommt alsbald seinen Gesellenbrief der ihn nach Grass verschlägt. Auf dem Weg dorthin richtet er sich eine Zeit lang in einer Höhle auf dem Plomb du Cantal ein, in der er allein seine angesammelten Düfte erleben kann. Nach einem Traum, in dem ihn das Mädchen mit den Maribellen nicht erkennt, da er keinen Duft hat und er schließlich an seinem eigenen Duft erstickt, beschließt er weiter nach Grass zu siehen. Auf einer Landstraße riecht er zum ersten Mal die Laure, Tochter des Geschäftsmanns Richis.
Schnell, eigentlich en passant, hat er die Enfleurage erlernt und beginnt, Düfte von jungen Mädchen für sein großes Parfum zu sammeln. Zwölf Mädchen tötet er, indem er ihnen einen Schlag auf den Hinterkopf gibt. Er schneidet ihnen die Haare ab, legt diese samt Körper und Kleidung in Fett ein, um später aus diesem Fett eine Pomade zu gewinnen, die destilliert die essence absolute, die Duftessenz der Mädchen gibt.
In Grass kommt ihm niemand auf die Schliche, man vermutet einen Dämon. Nur Richis ist schlau genug, um zu erschließen, dass Grenouille als nächstes Opfer seine Laure ins Auge fassen muss. Er flieht mit ihr aus der Stadt in ein abgelegenes Gasthaus, aber selbst dorthin kann ihnen Grenouille folgen. Er verfährt mit ihrem Körper, wie mit allen Mädchen zuvor und mischt sich daran den größten Geruch auf der Welt.
Gleichzeitig aber wird er gefasst.
In einem großen Punkt muss man den vielen Rezensionen, die bereits voran gegangen sind, eindeutig zustimmen. Der Film verfehlt genau dort, wo sich von Anfang an seine Schwierigkeit offenbarte: in der Darstellung der gerochenen Welt. Ob es die beste Lösung ist, die jeweiligen Gerüche, welche Grenouille wittert, mit schnell aufeinander folgend eingeblendeten Bilder zu realisieren, sei dahingestellt. Zweifellos ist eine Lösung, die jedoch keinesfalls die Macht der Sprache, wie sie Süskind in seinem Roman eingesetzt hat, übertreffen kann. Vielleicht haben wir es mit einer Vorlage zu tun, die wirklich kaum zu verfilmen ist und derartige Kritik bekommen muss. Während man beim Lesen des Buches einem Grenouille folgt, der wie ein Künstler seine Düfte sammelt, um sie später zu einem, zum besten aller Parfums zusammenzufassen, wobei die Beschaffung der Düfte nur fast nebensächliches Kalkül ist, das die Geschichte voran treibt, so bleibt man im Film doch stetig bei einem als Mörder Degradierten, denn viel wichtiger schienen Tom Tykwer die Szenen zu sein, in denen Grenouille sich die Mädchen beschafft, als der eigentlich Grund, warum er es tut.
Ich habe sehr die Einzigartigkeit jener Opfer vermisst. Es scheint, als griffe Grenouille wahllos jedes Mädchen, das ihm in die Hände fällt und holte schließlich nur noch Laure, weil sie das letzte ansehnliche Mädchen in der Stadt ist. Dass er sie eigentlich von Anfang an ins Auge gefasst hat und sie zur Komplettierung seines Duftes, und vorallendingen warum er diesen Duft, benötigt, geht vollständig unter.
Natürlich musste man für ein Buch, das auf 300 Seiten eine so geballte Geschichte aus verschiedenen großen Handlungssträngen in sich birgt, vieles unbeachtet lassen. So fehlt beispielweise komplett Grenouilles jahrelange Suche nach Einsamkeit und sein überdruss vom menschlichen Geruch. Sein Experimentieren ist auf zwei kleinere Szenen beschränkt, sein Lernprozess fast ausgeschlossen, sodass die vielen kleinen Anekdoten von versuchen, die er unternimmt, um herauszufinden, wie man welchen Duft richtig konserviert, untergehen. Wir begegnen einem Jean-Baptiste, der nicht erst lernen muss, sich zwischen Menschen zu bewegen, sondern einem harschen Kerl, der von Anfang an gegen seine Umwelt aufgelehnt zu sein scheint, und das im Inneren, sondern vielmehr äußerlich. Vielleicht hat man mit Ben Whishaw nicht den idealen Darsteller gefunden, denn das Gros der kinobesuchenden Leser wird sich mit seinen Vorstellungen vom eher aufgrund seiner Taten illusionierenden Protagonisten auf einen, ja fast Helden einstellen müssen, dem die gespielte Unsicherheit sichtlich schwer gefallen sein muss.
Was Dustin Hoffman in der Rolle des Baldini jedoch angeht, so hat man einen wahren Coup gelandet. Selbst wenn die eigene Vorstellung dem Dargestellten Baldini und die gesamte Geschichte um den Marquis de la Taillade-Espinasse weichen muss, so ist der alternde Baldini doch über alle Maßen gut umgesetzt. Mit Hoffman als erste Station Grenouilles bekommt der Film eine Note, ohne die er sicherlich weit weniger sehenswert wäre.
Leider jedoch ist meines Erachtens nach selbst bei dem Ende der Geschichte viel zu viel Wert auf den Untertitel, Die Geschichte eines Mörders und dessen direkte Interpretation gelegt worden, als auf alles, was ihn umgibt. Als ob keine Zeit mehr für das breite Auslegen mehr gewesen wäre, stellt sich das Ende eher für den Zuschauer wirklich lächerlich, als bloss lächerlich in den Augen Grenouilles dar. Man kommt, denke ich, nicht umhin, diesem Film anzuhängen, dass er eine Interpretation des Buches, mit allen Schwierigkeiten, die er nicht zu Befriedigung bringen konnte, geliefert hat, nicht jedoch eine Verfilmung des Buches. In diesem Moment versteht man den Autor des Romans, Patrick Süskind, voll und ganz, der die Rechte für die Verfilmung an Tom Tykwer verkaufte und danach nichts mehr mit dem Projekt zu tun haben wollte, da es ihn nichts angeht. Und so stimmt es, Film und Buch gehen auseinander, sind losgelöst voneinander und existieren höchstens auf verschieden hohen Stufen nebeneinander.
Kinostart: 14.09.2006
Internationaler Titel: Perfume: The Story of a Murderer
Regie: Tom Tykwer
Drehbuch: Tom Tykwer, Bernd Eichinger, Andrew Birkin
Produktion: Bernd Eichinger, Andrew Birkin, Martin Moszkowicz
Kamera: Frank Griebe
Musik: Reinhold Heil, Johnny Klimek, Tom Tykwer
Darsteller: Ben Whishaw, Dustin Hoffman, Alan Rickman, Rachel Hurd-Wood, Corinna Harfouch, Karoline Herfurth













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