The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • “Close your eyes and begin to relax. Take a deep breath, and let it out slowly. Concentrate on your breathing. With each breath you become more relaxed. Imagine a brilliant white light above you, focusing on this light as it flows through your body. Allow yourself to drift off as you fall deeper and deeper into a more relaxed state of mind. Now as I count backward from ten to one, you will feel more peaceful, and calm.
    Ten. Nine. Eight. Seven. Six.
    You will enter a safe place where nothing can harm you.
    Five. Four. Three. Two.
    If at any time you need to come back, all you must do is open your
    eyes.
    One.”

    Dream Theater - Regression

    Ich weiß gar nicht, seit wann ich schon hier bin. Mit dem meist so leichtfertig hingehauchten Wort Zeitgefühl meint man doch eigentlich nur, dass man noch weiß, wieviel Tassen Kaffee man heute schon getrunken, oder wie und wann man heute früh den Weg hierher gefunden hat. Mein Zeitgefühl ist weg, besser gesagt, ich weiß nicht mehr, ob ich überhaupt schon einmal eines hatte, denn der Rest des Gedächtnisses hatte ich vorsorglich an ihm fest gebunden. Jetzt sitze ich hier auf der Stufe und sehe den Häusern in die Augen, aus denen manchmal jemand herüber schaut und lächelt. Eine dicker Mantel Licht muss, während ich noch nicht hier saß, vom Himmel gefallen sein. Alle grauen Dächer sind ockerfarben, die Blätter der Bäume seltsam gelbgrünlich.

    Wahrlich, jedem Tag kann man etwas schlechtes abgewinnen, etwas anderes, als die Kopfschmerzen, die ohnehin immer anwesend sind und überhaupt nicht mehr daran denken, sich aus dem Sichtfeld zu entfernen. Ja, ganz recht, jeder Situation kann man die Unerträglichkeit aufbinden, was jedoch nur zu zeigen scheint, dass sie keineswegs von der Situation ausgeht. In der Zeitung steht oft etwas von Leuten, die meinen, über ein potentiell früheres Leben ihrer selbst bescheid zu wissen. Entweder war ich früh gefallener Feldherr, oder Henker.

    Wie konnten wir uns nur darauf einlassen? Ein Stück weiter tollen zwei blond gelockte Kinder mit einem großen Hund fröhlich über den Rasen, und zum ersten Mal an diesem Tag frage ich mich, ob die beiden Schuld daran sind, dass sich ein unsichtbares Seil langsam um meinen Hals legt, anzieht und mir Stück für Stück die Luft zum Atmen nimmt. Je ausgelassener sie werden, desto größer wird der Kloß im Hals, desto müder werden die Knochen, desto härter presst ein Tränenmeer gegen die dünnen Gläschen dort vor meinen Augen.

    Und wenn wieder ein dunkles Auto am Straßenrand hält, weil der weichgewordene Teer sich gänzlich an den Rädern festgekrallt zu haben scheint, ach, und wenn schon. Dann steigt ein Mann in Anzug behebig, aber lächelnd aus und greift nach seiner schwarzen Aktentasche. Die bunte Krawatte scheint der einzige Lichtblick seiner Tage zu sein, ob er überhaupt noch Luft bekommt? Und wenn die Krawatte grüßend die hellen Streifen hebt, kommt auch schon die Kinder angerannt. Sie bleiben vor ihr stehen, schauen mürrisch drein und meinen: “Nein Papa, nein, du bist kein Wohltäter.”, ehe sie sich wieder einander und dem Hund zuwenden.

    Hoffentlich ist es bald dunkel und alle Eindrücke von einer fetten Schicht Ruhe eingehüllt. Dann liege ich wach und frage mich, wie lange ich noch wach zu liegen habe. Dann ist zwar nichts vorbei und erst recht nichts aus dem Kopf, aber die Sympathie der Nacht gegenüber ist größer.

    Manchmal klettere ich kurz nach Mitternacht auf einen der Bäume der kleinen Allee, die hier linksan liegt und rufe mit den Eulen. Wir singen leise und sehr hoch die traurigsten aller Lieder, hoffend, dass irgendwo ein Fenster offen steht und jemand eine Träne zurück hinter sein Auge drückt, an der wir schuldig sind, die wir verbrochen und schon hundert Mal zuvor geweint haben.

ANTWORTE / SAG DEINE MEINUNG

Name (muss sein)

Mail (nicht öffentlich) (muss sein)

Website

Return to Top