The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
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Wir waren besonders früh aufgestanden und hatten die Kneipenbesitzer noch vor dem morgendlichen Schließen erwischt. Coffee to go oder wie das heißt kannte man damals noch nicht. Ich musste ziemlich viel löhnen dafür, dass wir die Tassen mitnehmen und uns rechtzeitig in Richtung des Hafens aufmachen konnten.
Der Hafen war der einzige Punkt in der kleinen Stadt, der schon längst in vollem Betrieb war. überall legten gerade die Fischerkähne ab und schaukelten ins Halbdunkel hinaus. Graubärtige Alte nebst ihren jungen Gehilfen schauten uns fragend an, als sie langsam ausliefen. Trotz der Bartstoppeln und dem rauen Tweetrock passten wir nicht recht hierher.
»You’re artists?« raunte uns der bullige Fährmann zu, als wir ihm erklärt hatten, wohin es gehen sollte.
»Stranded ones?!«, sagte ich halb fragend und überlegte nebenbei, ob er verstehen würde was ich meinte, denn ich war mir nicht sicher, wie ich es hätte ausdrücken sollen.
Aber sein »Ye ye.« beruhigte mich. »You’ll find many of those failures here.«, brummte er und grinste in sich gekehrt, während er seine Pfeife mit Tabak aus einem hübschen, braunen Lederbeutel stopfte.
»Ye ye.«, summte ich gedankenverloren.
»But — you’re artists?«, hakte er noch einmal mit einem Wink zu der großen Tasche hinüber, die sie um die Schultern gehängt trug. »Photographers?«
»Ah no.«
»Writers?«
»Just taking some notes.«
»Hm …«Die Fahrt dauerte ziemlich lang. In der ganzen Zeit stand ich an der Reling und liebäugelte mit der Idee, eine der vielen kleinen Inseln zu bewohnen. Ich sah nur eine, an dessen Ufer ein halb verfallenes Holzhäuschen stand, bei dem er uns aber versicherte, dass es noch bewohnt sei. Er wäre einst mit dem Besitzer der Insel befreundet gewesen, aber irgendwann hatte er selbst das wöchentliche übersetzen, um in der Stadt die nötigstens Besorgungen zu machen, abgelehnt und angefangen völlig autark zu leben. Er käme nur noch einmal im Jahr herüber, an seinem Geburtstag, um das Geld, dass er schon lang nicht mehr benötigte, so gut es ging unter die Leute zu bringen und sich ordentlich zu besaufen.
Ich beobachtete das Wasser. Die Idee gefiel mir. Auf der Oberfläche lagen dicke Bahnen von Nebel und gaben dem Ganzen einen Anschein von vergangenen Totensonntagen. Der Fährmann bemerkte irgendwann, wie ich abzudriften drohte und hob wieder an, ein paar seiner Anekdoten zu erzählen. Von einigen jungen Männern und Frauen berichtete er, die sich, nicht hier, aber in anderen Seen, auf denen er schon gefahren war, einfach hatten über die Reling kippen lassen, ohne dass es sofort jemand bemerkt hatte. Und dann seien sie untergegangen wie Fischkadaver und man hatte sie, wenn überhaupt, nur vollkommen blau und tot aus dem Loch ziehen können. Manche aber, hatten auch ganz rasch ihren Wunsch geändert und das Leben mit den ersten verlorenen Graden Körpertemperatur zu schätzen gelernt. Die Vorstellung eines romantischen Todes überwog dann doch nicht, als sie das eiskalte Wasser ihre Kleider durchdringen gespürt hatten. Sie hätten mit den Armen gerudert und gebrüllt wie verrückt, auf das man sie hatte in dicke Decken packen und direkt zum Arzt bringen müssen. Der dicke Fährmann stand die ganze Zeit über am Steuer des kleinen Fährbootes und redete aus seiner Kabine zu uns nach draußen. Er akzentuierte so schön, es schien ihm gar nicht aufzufallen.
Als wir nach ein paar Stunden angekommen waren verabschiedete er uns mit Handschlag und versprach, uns so pünktlich wie möglich in vierundzwanzig Stunden wieder abzuholen. Eine Weile noch drückte er sich unentschlossen am Steg herum. Es brannte ihm unter den Nägeln, und wir wussten was er wollte. Er hatte bisher immer nur daran vorbei gefragt Also warteten wir einfach, bis er es übers Herz bringen würde. Er zog eine halb zerknüllte Schachtel Zigaretten aus der Tasche und gab uns zum ersten Abschied jeweils eine Zigarette.
Er hob den Zeigefinger: »If —«, sagte er und schwenkte den Finger ein paar Sekunden herum, »This will make you happy for a second. Nights are cold here.«
Es schien der Ausgangspunkt zu sein. Nicht gerade gut, aber immerhin.
»But tell me, what the hell do you want out here?«, musste er dann aber doch noch wissen.Wir sahen uns an. Sie schien dasselbe zu denken wie ich. Wir hatten eigentlich schon keine Ahnung mehr, warum wir hierher gekommen waren, warum wir überhaupt hierher wollten. Das alles hatte sich schon auch ohne die Nacht hier draußen längst gelohnt. Einsiedler für einen Tag vielleicht, auf Probe sozusagen. Aber ich wusste nicht, was Einsiedler übersetzt hieß udn gab ihm einfach etwas mehr Trinkgeld.












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