The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Herrjeh, wie in aller Welt ist es akzeptabel, sein Leben davonzuwerfen? Für seine Launen vielleicht. Das Leben wegwerfen, ein zu alltäglicher Ausdruck, der so selbstverständlich benutzt wird, dass es sich schon wieder lohnt fast aufzwingt, ihn zu erklären. Denn nicht zu selten, möchte ich behaupten, wird er falsch oder viel zu voreilig benutzt, meist noch mit dem “Lebenskünstler” vertauscht oder gar in Verbidnung gebracht. Dabei bietet ein Künstlerleben doch weit mehr, als die normalen Phrasen, die über es, bzw. ihn, den Begriff, gesagt werden, weit mehr Tragik, weit mehr Komik und weit mehr Absurdität.

    Beim Ratespiel kommt das Wort Lebenskünstler auf, das es zu erklären gilt, ohne dabei die Wörter Geld, arm, und so fort zu benutzen. “Jemand der mit wenig Moneten im Luxus lebt …?” wird gefragt, richtig, “Lebenskünstler!” ist die erste herausgeschriene Antwort, die der Mannschaft einen Punkt mehr auf dem Konto zu sichern verspricht. Doch ist das Verständnis vom Begriff nicht etwas verschoben? Ein Lebenskünstler, so heißt es im Wörterbuch, ist jemand, der die Lebenskunst beherrscht. Das hilft enorm weiter. Beim Begriff Lebenskunst wiederum heißt es, dass es die Kunst sei, das Leben zu meistern. Gut, aber immerhin möge das dann auch bedeuten, man wäre Lebenskünstler, solange man es bis zu einem natürlichen Tode nur auf der Welt aushielte, ohne an ihr zu verzweifeln oder in sonstige, psychische Probleme zu geraten. Doch diese Erklärung ist nicht hinreichend. Die Wikipedia sagt dazu schon etwas mehr, wenn sie auch meiner Meinung nach nichts zufriedenstellendes sagt. Dort steht z.B. beim Lebenskünstler geschrieben:

    “Als Lebenskünstler bezeichnet man einen Menschen, der das Glück des Lebens nicht im ständigen Streben nach vielleicht unerreichbaren Zielen sucht, sondern das Sein zunächst nimmt, wie es ist. Er nimmt sich viel Zeit, wo er kann, er genießt es zu leben, wo dies eben angemessen und möglich ist, und kommt oft mit Wenigem aus, um dennoch daraus einen großen Nutzen zu ziehen �?? geistig und körperlich, künstlerisch, intellektuell und emotional.”

    und

    “Das Ideal des Lebenskünstlers ist ein Leben mit Stil. Er liebt die Lebenskunst, zu der er manchmal aber auch ein zwiespältiges Verhältnis hat.”

    Gut, damit kommt man weiter. Wenn man dazu die allgemeine Haltung über diesen Ausdruck nimmt, die sagt, dass es vielmehr Lebenskunst zu nennen ist, wenn man sich mit wenigen Mitteln noch recht annehmlich durchs Leben schlägt, ist dennoch, meiner Meinung nach, einleuchtender. Der Knackpunkt aber, an dem man den ganzen Begriff ausheben kann, kommt einige Zeilen später schon:

    “Auf Grund dieser Tatsache, wird die Figur des Lebenskünstlers oft in Filmen verwendet, da dies große Sympathie bei den meisten Zuschauern erweckt und für Einnahmen in Millionenhöhe sorgt.”

    Denn man wird einfach die Diskrepanz zwischen dem Lebenskünstlerbild und der Wirklichkeit nciht los. Meist sind es nämlich nicht gerade die Lebenskünstler, deren Leben man später bewundert. Und wenn doch, dann erscheint es, das Leben derer, im Nachhinein viel leichter auszustehen, als im spezifischen Moment, da man immer das Ende vor Augen hat oder nach Bedarf dorthin blättern und im Voraus lesen kann. Der Grund für diese Sache ist denkbar einfach, zumal er ncoh beschreibt, warum sich so gern kleine Geschichten erzählen oder zeigen lässt, wobei man doch ein eigenes Leben hat. Aber im Kino oder in Büchern erlebt man Ausschnitte. Eine Minute eines Vormittages in der Berliner Innenstadt kann im Buch mit den richtigen Worten und im Film mit der richtigen Einstellung weitaus besser oder schlechter gemacht werden, als sie in Wirklichkeit ist. Und nur wegen jener Inszenierung begibt man sich überhaupt ins Kino oder liest ein Buch. Denn sie zeigen uns, wie etwas sein könnte, bzw. nach Meinung des Autors ist, nicht sein oder sein sollte. Wäre die Welt in den Augen eines jeden perfekt und er nähme es einfach hin, wir hätten wohl keine Belletristik und keine Filme. Was ist also von diesem Exkurs zu halten? Nicht viel. Weiter also im Text.

    Doch sind die Erklärungen der Lebenskunst und des Lebenskünstlers nicht verschieden von einem Künstlerleben? Immerhin wird das Leben eines Lebenskünstlers ja nur mit dem eines Künstlers assoziiert. Andererseits baut jeder Begriff auf einer Assoziation auf. Nichtsdestotrotz will und kann ich nicht einsehen, dass beides ein und dasselbe sein soll. Sicherlich sind viele Künstler ebenso Lebenskünstler und vielleicht ist auch der ein oder andere Lebenskünstler ein Künstler per se, aber keinesfalls bedingt dieses jenes.
    Und zudem war es nicht meine Absicht von Begrifflichkeiten zu schreiben… Ich wollte aufschreiben, wofür es sich lohnte, sein Leben wegzuwerfen, aber eigentlich wäre auszuerwählen das richtige Verb dafür. Dennoch war diese Einführung, die jetzt Hauptteil ist, nicht unbedingt fehl am Platze, denn ich kann gleich auf die Schwierigkeiten meiner Vorstellungen eingehen. Ein Künstlerleben, wie es mir vorschwebt, ist irreal. Ich müsste schon gute Momente herbeizaubern können, ich müsste sie in einem Augenblick beginnen lassen und sie ebenso schnell wieder zerstören können, wenn mir danach wäre. Oder ich müsste nur die Momente wirklich erleben, die ich mir aussuche, bzw. ausgesucht habe. Welche das sind und ich sie hätte aussuchen sollen, ist ein Problem. Letztlich wird es darauf hinauslaufen, dass selbst ein Künstlerleben ist von weitem idyllisch sein kann, dass es an sich wahrscheinlich noch mehr von Komplikationen gekennzeichnet ist als alles andere, jedoch macht es sicher auch glücklicher, wenn man danach zu streben gewagt und die Realisierung, die Aufführung dieses Schauspiels einmal geschafft hat. Bis dahin zieht man an Freitagen durch Zoos, genießt die Regentropfen, die einem kurz zuvor noch in den Haaren hingen, dann auf den Boden rollten und jetzt mit dem salzigen Boden einen Duft von Vergorenem in die Umgebung schicken, der einen daran erinnert, wie Vergänglichkeit funktioniert. Bis dahin, oder bis niemals, bis zm endgültigen Manifest aus Absurdität, Sinnlosigkeit und Wahnsinn, fährt man Bus, strotzt niemandem und lässt sich beschießen, aber man genießt es, sogut es geht. Man schmeckt Blut und wünscht sich mehr davon.

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