The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
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«Den Fahrausweis bitte!», schallte es in der routiniert eingeschliffenen Melodie durch den Wagen.
«Och nö …»Ein strahlender Tag. Ich hatte seit Jahren keine Eisblumen mehr gesehen und vermisse sie auch jetzt schon wieder. Ein paar Stunden zuvor, als ich mich auf den Weg gemacht hatte, war es noch scheiss dunkel gewesen. Meine Beine hatten nach ein paar Minuten selbst beim Gehen so angefangen zu zittern, als wäre ich auf klapprigen Bodenverdichtern unterwegs gewesen. Die Kippe zum Wachwerden hatte ebensowenig gebracht. Eher noch war der Schlag des Nikotins ziemlich tief gegangen. Ziemlich heroisch war ich mir vorgekommen. Hatte gedacht, ich wäre unverwundbar und so gleich den ersten Zug verpasst. Eine Stunde am offenen Bahnhof. Feine Aussichten bei minus 15 Grad und einem Wind, der das ein oder andere Kleinkind schon gern den Zugvögeln nachgeschickt hätte.
Fahrkartenkontrolleure wie -kontrolleurinnen fand ich schon immer nervig. Sie machten auch nur ihre Arbeit, waren größtenteils sicher selbst Studenten und konnte eigentlich nichts dafür. Aber auf irgendwen musste man die Wut ja abwälzen, wenn man selbst schon nicht einsehen mochte, dass die Studentenpappe mitzuführen war, wenn man sie denn schon beanspruchen wollte.
Der junge Kontrolleur grinste mich siegessicher an und ich fragte mich, ob er wohl für jeden Schwarzfahrer Provision bekäme: «Perso oder Führerschein bitte, kostet dann einmal 60 Mark! Wenn Sie irgendeine Entschuldigung haben …»
Entschuldigung? Dieser automatisch heruntergerasselte Text machte mich innerlich rasend. Natürlich hatte ich eine Entschuldigung. Ich hatte nicht damit gerechnet, einem Kontrolleur zu begegnen, was sonst? Aber die Diskussion ersparte ich mir und vorallem ihm.
«Ach, wieder einer.», Patrick, das Mädchen aus dem Dix drängte sich in mein Blickfeld, «Ich mach’ das schon.», sagte sie und hielt mir ihren Dienstausweis vors Gesicht, auf dem ein hübsches Passbild von ihr angebracht war.
Ich war total durcheinander. Ich hatte zwar die Geschichten gehört, davon, dass mittlerweile auch schon Punks die Karten knipsten, es aber selbst nicht erlebt, noch dazu kannte ich bis dato niemanden, den sie nicht wenigstens einmal wegen fehlendem Fahrschein drangekriegt und deshalb überhaupt noch eingestellt hätten.
«Sag einfach, wo du raus musst. Bis dahin tun wir noch so, als hätte ich dich gepackt.», sagte sie, als der Typ außer Hörweite war.
«Das kriegen die doch spätestens bei der Abrechnung mit.», sagte ich, «Komm, ich bezahl’s einfach und gut ist.»
«Lass mal, unter Freunden geht das schon.»
Ich wusste nicht, dass wir überhaupt schon Freunde waren. Aber ihre Liaison mit Peter schien mich wohl automatisch mit einzuspannen. Die Katze im Sack gekauft, sozusagen.
«Danke.», mehr wusste ich schon nicht zu sagen. Sie kritzelte eifrig auf ihrem Notizblock herum, sah ab und zu auf, um mir zuzulächeln. Es war mir unangenehm, dass sich eine, für mich, Fremde, für mich einsetzte, ohne etwas über mich zu wissen. Wir kamen zum Potsdamer Platz. Ich rutschte auf meinem Sitz hin und her, unentschlossen, was ich tun sollte. Von der anderen Tür musterte mich Patricks Kollege mit dem strengem Einheitsblick, den sie einem beim Einstellungsgespräch wahrscheinlich gleich beibringen. «Muss raus hier.», sagte ich schließlich.
«Ingoooooooh!», brüllte sie durch den Waggon, «Bin fertig, der muss hier raus, brauchst nicht hinterherrennen!»
«Ist gut!», rief Ingoooooooh.Der kühle Wind draußen strich mir wie ein alter Freund über die Schultern und nahm etwas von der Hitze meiner Wangen mit sich. Ich knöpfte meinen Mantel ein Stück weit auf und lockerte meinen Schal, um ihn direkt an meiner Haut entlang fahren zu lassen. In meinem Kopf herrschte absolute Stille, bis hinter mir die Tür der S-Bahn schwerfällig nochmals aufgezogen wurde.
«Tschüss dann.», sagte das Mädchen namens Patrick und lächelte.
«Ja, bis dann.»
Sie legte die Hand an den Türgriff.
«Halt!», rief ich, «Kommst du heute wenigstens noch vorbei?»
«Ich hab bald Schluss.», sagte sie.
«Dann komm gleich zum Frühstück rum. Fänd ich gut.», stammelte ich wie ein unbeholfener Fünfzehnjähriger, «Peter freut sich.»
«Gut.»
«Gut.»Ich liebe es noch immer, wenn die S-Bahnen beim Anfahren und Bremsen besonders laut quieschen, weil die Oberfläche der Schienen zwischen jeder Durchfahrt schon wieder vereisen. Oder wenn sich die Leute immer wieder die Gesichter reiben, weil es so kalt ist, dass die Haut bei jeder kleinsten Bewegung zu ziehen und zu spannen beginnt. Und ganz besonders die schnellen Wechsel: Kalt - Warm - Warm - Kalt.
Fortsetzung folgt …












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