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	<title>Neunzehnhundert.org :: Neue Introspektiven</title>
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	<description>The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.</description>
	<pubDate>Thu, 31 Jul 2008 20:20:44 +0000</pubDate>
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		<title>Wieder ein paar &#196;nderungen</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jul 2008 11:06:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Nzh.org]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Wie schon der Titel anrei&#223;t, gibt es wieder ein paar Ver&#228;nderungen auf dieser Seite. So zum Beispiel habe ich die Seite der Video- und Audiomitschnitte gel&#246;scht und daf&#252;r jeweils einzelne Seiten f&#252;r Videos und Mp3s eingerichtet, sowie beide und auch die Fotoseite mit neuen Inhalten bef&#252;llt, unter Anderem mit Texten vom Team Totale Zerst&#246;rung, also Julius Fischer und mir.</p>
<p>Zus&#228;tzlich wird es, welch Wunder, ab Ende August wieder einmal dank vor&#252;bergehender Internetlosigkeit ein wenig ruhiger. Dazu w&#252;nsche ich allen Lesern einen erholsamen (Rest-)Sommer, bis wir uns ab Mitte September an gleicher Stelle wiedersehen.</p>
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		<title>Aphorismus des Tages [151]</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jul 2008 17:21:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Was hei&#223;t das: Man kann sich leicht &#252;ber den oft proklamierten Ernst des Lebens lustig machen, aber man findet keine Witze &#252;ber die offenkundige Egalit&#228;t desselben.</p>
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		<title>Anleitung zum (Un-?)Gl&#252;cklichsein III</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jul 2008 08:26:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Am Hauptbahnhof angeschaut werden,<br />
oder es zumindest st&#228;ndig glauben.</p>
<p>Unterwegs sein.</p>
<p>Keine Zeit haben.</p>
<p>Mit dem ICE gern durch Gohlis fahren,<br />
dabei die staunenden Blicke der Weiterfahrenden betrachten.</p>
<p>Die Zwickauer Stra&#223;e f&#252;r literarische Szenarien ungeeignet finden.</p>
<p>Immerzu die Sache mit der Mail-Adresse erkl&#228;ren m&#252;ssen.</p>
<p>Beim Public Viewing euphorische Menschen in den Kneipen viewen.</p>
<p>Das Plastikblumenarrangement vor der HGB nicht verstehen.</p>
<p>Angst vor Sushi haben.</p>
<p>Nach Hause laufen und die Quietschger&#228;usche aus Schlafzimmerfenstern z&#228;hlen.</p>
<p>Das Klemmbrett so sch&#246;n hoch halten.</p>
<p>In Franken Franken fotografieren.</p>
<p>Versuchen, Kaffee-Derivate in L&#252;tzschena zu trinken.</p>
<p>In St&#246;tteritz falsch abbiegen. Immer.</p>
<p>Die Fu&#223;g&#228;ngerunterf&#252;hrung bei &lt;schwedisches M&#246;belhaus&gt; meiden.</p>
<p>Blogger in s&#252;dvorst&#228;dtischen Videotheken sehen.</p>
<p>Die Stimmung an das Wetter koppeln.</p>
<p>Auf H&#228;userd&#228;chern bis zum Clara Park laufen,<br />
Schuhe verlieren.</p>
<p>Kennen contra Verstehen stellen.</p>
<p>Anger-Crottendorf sehen, weiterfahren.</p>
<p>Dasitzen.</p>
<p>Sorgen.</p>
<p>Durchhalten.</p>
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		<title>Arte WebSlam Runde III</title>
		<link>http://www.neunzehnhundert.org/arte-webslam-runde-iii/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 09:27:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Tribut]]></category>

		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
<category>Poetry Slam</category>
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		<description><![CDATA[<p><img style="float: left; margin-right: 25px;" src="http://www.arte.tv/i18n/content/tv/02__Communities/C2-arts_20and_20music/03__Dossiers/edition-2007.12.01_20Poetry__Slam/99_20Images/Ralf__pt.jpg/2048754,property=imageData.jpg" alt="Arte WebSlam Runde III" width="130" height="180" /></p>
<p>Der Arte WebSlam geht in Runde III und diesmal bin auch ich dabei, darf mitmachen beim Dichterwettstreit im Internet, der allein &#252;ber Videoaufnahmen von Auftritten oder eigenen Inszenierungen und den dazu abgegebenen Zuschauerstimmen l&#228;uft.</p>
<p>Also: Flei&#223;ig abstimmen, ein neues T-Shirt k&#228;me mir sehr gelegen!</p>
<p><a title="Arte WebSlam Runde III" href="javascript:void(window.open('http://php.arte.tv/slam/2008-04/index_de.html','arte','height=600px,width=800px,scrollbars=no,resizable=yes'))">Hier geht&#8217;s zum Arte WebSlam Runde III&#8230;</a></p>
<p>Dankesch&#246;n!</p>
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		<title>R&#252;ckblick Leseb&#252;hne Schkeuditzer Kreuz am 27. Juni</title>
		<link>http://www.neunzehnhundert.org/rueckblick-lsk-27062008/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 13:49:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Tribut]]></category>

		<category><![CDATA[Lesebühne]]></category>
<category>Lesebühne</category>
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		<description><![CDATA[<p>Am letzten Freitag, den 27. Juni, war es wieder so weit und die Leseb&#252;hne Schkeuditzer Kreuz durfte das Horns Erben in Leipzig besetzen. Alle, bis auf Michael Schwe&#223;inger, der leider ausfiel, waren gekommen, auch reichlich Publikum, das diesmal sogar mit Platzknappheiten zu k&#228;mpfen hatte, was wiederum wahrscheinlich an unseren Sangesk&#252;nsten lag, die sich mittlerweile herumgesprochen zu haben scheinen.</p>
<p>W&#228;hrend des Abends besch&#228;ftigte sich Hauke von Grimm mit M&#246;rdern und M&#246;rderaspiranten, Herr Graebel las seine charmanten Gedichte (ja, er darf noch <em>Fr&#252;cht</em> schreiben), Kudernatsch begeisterte unter Anderem mit einem Text &#252;ber Liebschaften zwischen Grundschullehramts- und Geologiestudenten, Kurt Mondaugen blickte in die traurige Vergangenheit seiner Freundin Lou Salomé, Julius Fischer las seinen sch&#246;nen Text &#252;ber den 1. Mai und trat zus&#228;tzlich noch mit mir gemeinsam als Team Totale Zerst&#246;rung auf.</p>
<p>Aber jetzt ist erst einmal Schluss. Pause bis zum 31. Oktober. Wir packen unsere Sachen und fahren ins Ferienlager oder wohin auch immer. Bald sind wir wieder da mit neuen Texten, hoffentlich auch wieder so viele Zuschauer. Bis dahin!</p>
<p>Die <a title="Leseb&#252;hne Schkeuditzer Kreuz Leipzig" href="http://www.schkeuditzerkreuz.de" target="_blank">Leseb&#252;hne Schkeuditzer Kreuz</a>, das sind <a title="André Kudernatsch" href="http://www.kudi.de/" target="_self">André Kudernatsch</a>, <a title="Julius Fischer" href="http://myspace.com/juliusfischer" target="_self">Julius Fischer</a>, <a title="Christoph Graebel" href="http://www.herrgraebel.com/" target="_self">Christoph Graebel</a>, <a title="Hauke von Grimm" href="http://www.myspace.com/haukevongrimm " target="_self">Hauke von Grimm</a>, <a title="Michael Schwe&#223;inger" href="http://www.michaelschwessinger.de/" target="_self">Michael Schwe&#223;inger</a>, <a title="Kurt Mondaugen" href="http://www.kurtmondaugen.de" target="_self">Kurt Mondaugen</a> und meine Wenigkeit.</p>
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		<title>Gerettet (zum Gl&#252;ck!)</title>
		<link>http://www.neunzehnhundert.org/gerettet-zum-glueck/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Jun 2008 13:51:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Tribut]]></category>

		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
<category>Poetry Slam</category>
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		<description><![CDATA[<p>Warum passiert hier so wenig? Weil ich fast gestorben w&#228;re. Im Baggersee. Im ostfriesischen Leer. Aber der glorreiche Andy Strauss hat mich gerettet. Ein Dankesvideo.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/2WwxHdr2VWo&#038;hl=en"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/2WwxHdr2VWo&#038;hl=en" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Edit (weil Einige tats&#228;chlich fragen): Das mit dem Ertrinken ist nat&#252;rlich Spa&#223;. Ein Silbernes Rettungsschwimmerabzeichen hat Andy Strau&#223; aber trotzdem. Und Julius Fischer mag ich eigentlich auch.</p>
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		<title>nicht anders zu k&#246;nnen</title>
		<link>http://www.neunzehnhundert.org/nicht-anders-zu-koennen/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2008 20:45:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Es ist ein verfr&#252;hter Sommertag, der nur auf dem Kalender noch zum versp&#228;teten Fr&#252;hling geh&#246;rt. In der Stra&#223;enbahn ist es hei&#223;, die Fenster sind kreisrund beschlagen und schwer atmend &#252;berlege ich, welche der Mitfahrenden ohne Weiteres dazu f&#228;hig w&#228;ren, jemandem s&#228;mtliche Knochen zu brechen und welche von ihnen es schaffen k&#246;nnten, jemanden psychisch zerbrechen zu lassen.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Kurz darauf, der Blick einer alten Frau kreuzt den meinen, sie sieht m&#252;de aus. &#220;berhaupt wirken die meisten Leute hier schwer, tr&#228;ge und behebig, als h&#228;tten sie bereits genug an ihren eigenen Sorgen, noch dazu der Hitze zu schleppen. Ein junges M&#228;dchen sieht mich giftig an, sodass ich augenblicklich wegschaue, als h&#228;tte ich mich an ihren Augen verbrannt. Nicht weit von mir sitzt ein bulliger Typ mit zu einer Insel geschorenen Haaren und rasierten Beinen. Er tr&#228;gt ein T-Shirt mit der Aufschrift “Die Jung’s f&#252;rs Grobe”, unterlegt mit einem Bild, das zeigt, wie jemand einem anderen einen Stuhl auf den gekr&#252;mmten R&#252;cken drischt. Er schaut mit leeren Augen aus dem Fenster, als w&#252;rde er nicht &#252;berlegen, sondern einfach nur Aufnahmen seiner Umwelt konsumieren. Eine Weile muss ich &#252;berlegen, dann aber glaube ich es ihm.</p>
<p>Ich muss weg. So wie die Stadt im Sommer &#252;berquillt und die Stra&#223;en mit Leuten nur so &#252;berladen sind, bricht es aus mir heraus. Ich muss weg. Irgendwohin. Die schwei&#223;geschw&#228;ngerte Luft, der Drang aller, jetzt etwas erleben und die Jahreszeit gut finden zu m&#252;ssen, die &#252;bergro&#223;en Sonnenbrillen, die in diesem Jahr à la mode sind, aber nur jedem Dritten stehen, die Haare und das Salz.</p>
<p>An der Haltestelle hockt zwischen mehreren zerschlissenen T&#252;ten ein ausgemergelter Kerl und schaut erstaunt auf seine Handfl&#228;chen. Er blickt auf sie, als h&#228;tte er sie noch nie vorher gesehen, diese Handfl&#228;chen, die mit getrocknetem Blut und feinen Schnitten nur so &#252;bers&#228;t sind. Und er bemerkt nicht die Leute, die mit aufgerissenen Augen an ihm vor&#252;bergehen und wiederum ihn so anstarren, wie er seine H&#228;nde. Seine Armbeugen sind durchstochen, der Kopf sieht zerm&#252;rbt und matschig aus. Er tr&#228;gt eine dicke Winterjacke, dazu viel zu weite Boxershorts, die seinen gelblichen Schwanz am linken Bein herausschauen lassen. Die Winterjacke ist so vollgesogen mit Schwei&#223;, dass sie bereits braune Ringe unter den Achseln hat. Er staunt, als w&#228;re er gerade erst wieder zu sich gekommen. Und man glaubt es ihm, bei seinem Anblick.</p>
<p>Ich wei&#223; nicht, wohin ich will. Der Terminplaner zeigt verf&#252;hrerische Leere f&#252;r die n&#228;chste Zeit. Ich bin nicht besser, wenn ich mich gerade jetzt davon mache. Wom&#246;glich ist ein Nirgendwohin-Wollen, getrieben vom vorher st&#228;ndigen Dort-Und-Dorthin-Sollen, eine Flucht ins Umgekehrte. Dann, eine Frau mit einem Gesicht, das wie eine geballte Faust aussieht, so verkrampft ist es, schlurft vorbei. Wie sie wohl in jungen Jahren aussah? Ob sie geliebt worden ist? Geliebt wird? Mit den Jahren ist sie wohl rund geworden von der Gewohnheit. Oder der Entt&#228;uschung, was die tiefen Kerben auf ihrer Stirn erkl&#228;ren w&#252;rde.</p>
<p>Dr&#252;ben auf den Bahnhofsb&#228;nken f&#228;chelt man sich Luft zu. Man steht auf, wenn ein Zug einf&#228;hrt, um sich von der herein gedr&#252;ckten Luft &#252;berfahren zu lassen. Man tr&#228;gt kurz und eng, oder wallend und weit, egal, denn alles schwitzt. Den M&#228;nnern kleben die Haare an den Schl&#228;fen, in den Achseln haben sich dunkelbraune Wirbel geformt. Den Frauen gl&#228;nzen die Br&#252;ste und rosten die BHs. Ein paar Punks liegen auf dem Bahnsteig, Arm in Arm mit ihrem Sterni, zwei M&#228;nner tragen einen &#252;berdimensionalen Plasmafernseher vorbei, alles blickt ihnen nach, auch die Punks. Dort, wo die Sitzgelegenheiten keine Luftschlitze haben, sammelt sich das Wasser am Damm und bildet d&#252;nne, helle Krusten in den Hosen derer, die sich trotzdem darauf nieder gelassen haben. Und ich muss mir vorstellen, wie sie schwitzen, die Br&#252;ste, wie die klebrigen Haare auf den nassen H&#228;uten liegen, das ganze Gest&#246;hne, das Auf und Ab und die Ersch&#246;pfung danach, dazu der Geruch, der mit der Zeit reift wie ranzige Milch, aber niemandem auffallen wird, weil heute alles so riecht.</p>
<p>Ich muss weg. Einfach nur weg. Aber wie weit kommt man mit etwas wie einer BahnCard? Wie weit kommt man noch, wenn alles l&#228;ngst getan zu sein scheint und immer jemand einem Erlebnis, einem Ort und einer Zeit seine Nuance verpasst hast, wenn Identit&#228;t nur noch durch Abgrenzung erreicht werden kann. All das sollte &#252;berhaupt keine Rolle spielen, wenn man versucht, der geistigen Entr&#252;cktheit eine k&#246;rperlich reelle folgen zu lassen. Aber genau das tut es. Man kann nicht einfach f&#252;r die Dauer, die man zum Nachdenken braucht, verschwinden, genauer noch sich in Luft aufl&#246;sen und nicht einmal in Luft, sondern in blo&#223;es Nichts, ja nicht einmal in Nichts, sondern in. Nur hohl kann man sein, eine H&#252;lle. Gerade das ist das Schwierigste: einfach nur weg zu m&#252;ssen, aber kaum weg zu k&#246;nnen.</p>
<p>Ich steige in den Zug. Vielleicht ist es nicht das Richtige. Aber es ist ein Anfang. Egal wohin, egal wof&#252;r. Eine Fahrkarte brauche ich nicht. Man wird in mir heute keinen Fahrgast erkennen.</p>
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		<title>Aphorismus des Tages [150]</title>
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		<pubDate>Mon, 26 May 2008 16:12:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Wie weit weg alles erscheint und wie die Entfernung w&#228;chst mit jedem Kilometer, den man wieder unterwegs ist. Zwischen mehreren Welten zu springen, dabei der ewige Wunsch nach Ruhe in der Hektik und das immer w&#228;hrende Sehnen nach Dynamik im Stetigen. Vielleicht kann man aus der eigenen Dialektik gar nicht ausbrechen, au&#223;er man nimmt es in die eigene Hand.</p>
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		<title>Aphorismus des Tages [149]</title>
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		<pubDate>Mon, 26 May 2008 07:55:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>Jeder von uns ist besser als die Anderen. &#220;berall werden wir gemessen, bewertet und in Raster gedr&#252;ckt. Wir werden gez&#228;hlt, bestimmt und einsortiert. Es kotzt uns an. Aber alles, was wir tun, ist mitzumachen, uns &#252;ber- oder unterzuordnen, mitzuz&#228;hlen und mitzumessen. Sind wir nicht l&#228;nger stolz genug, f&#252;r uns einzustehen, oder sind wir nur zu gen&#252;gsam geworden? Wir leben dahin und sind allein damit besch&#228;ftigt, Rechtfertigungen f&#252;r das zu finden, was wir tun, um uns m&#246;glichst abzuheben vom Rest. Denn es ist leichter, sich im &#8220;eigentlich&#8221; und &#8220;aber&#8221; fl&#228;zen, statt zu versuchen, sie ganz zu streichen. Nur was uns dabei entgeht ist, dass wir nichts Anderes tun, als blo&#223; unser Leben zu konsumieren wie eines jener Dinge, die wir tun, um anders, besser, als jene unbestimmten Anderen zu sein.</p>
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		<title>ankommen, da bleiben, wieder gehen</title>
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		<pubDate>Sun, 25 May 2008 13:15:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>André Herrmann</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[<p>&#8220;Langweilt dich der Sommer irgendwie?&#8221;<br />
Julia steht in der T&#252;r, nachdem sie, wie sie es immer macht, nur kurz angeklopft und danach gleich die T&#252;r aufgerissen hat. Sie schaut mir in den R&#252;cken mit ihrem durchdringenden Blick, ich hocke am Schreibtisch, in der Linken eine Zigarette balancierend und auf die wenigen Zeilen des Vormittags schauend.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Ob mich der Sommer langweilt.<br />
Eigentlich tue ich nur das, was ich immer tue. Ich komme irgendwoher, sehe mein aufger&#228;umtes Zimmer, stelle mein Zeug ab, sodass es gleich wieder ein wenig bewohnt aussieht und setze mich an den Schreibtisch. Ich hole mir etwas zu trinken, das ich mir im Voraus gekauft habe, z&#252;nde mir eine Zigarette an und fahre den Computer hoch. Ich kann die langen Passagen nur auf der Tastatur tippen.</p>
<p>&#8220;Wenn du weg bist, sieht das hier immer unendlich steril aus, als w&#252;rde hier niemand wohnen.&#8221;<br />
Sie sagt es trocken, aber nicht weniger vorwurfsvoll. Ich wei&#223;. Und ich mag es, mein Zimmer aufzur&#228;umen, bevor ich es f&#252;r eine Zeit lang verlasse. Ich mag es, es aufzur&#228;umen, aber nicht zu s&#228;ubern und die Staubfl&#228;chen unangetastet zu lassen, sodass es wirklich aussieht, als h&#228;tte man seit Unzeiten nichts mehr daran ver&#228;ndert, weil sein urspr&#252;nglicher Bewohner verstorben oder spurlos verschwunden ist. Ich mag, dass es klein ist, nahezu jeder Quadratmeter benutzt und nur ein kleiner Gang hin zu den Fenster offen geblieben ist.</p>
<p>&#8220;Du h&#228;ttest ruhig mal Bescheid sagen k&#246;nnen, als du wiederkamst.&#8221;<br />
Aber es passt gut dazu. Gut zu dem warmen Gef&#252;hl der Stetigkeit. Dazu, dass sich nichts ver&#228;ndert haben scheint und es aussieht, als sei man nur kurz weg gewesen. Dann die Tage langhin d&#252;mpeln zu lassen, Zeitung zu lesen und Zigaretten zu rauchen, die Tasche aber nur wenig auszupacken. Ein paar Alltagsgesch&#228;fte, gewaschene W&#228;sche, die Eink&#228;ufe, das erneute Aufr&#228;umen entlang des schmalen Ganges. Um dann wieder weiter zu ziehen.</p>
<p>Und Julia gibt mir ein paar Sekunden zum &#220;berlegen, wobei wir beide wissen, dass ich diesbez&#252;glich nicht mehr &#252;berlegen muss, sondern die Antwort nur ruhig und gelassen im Kopf hin und her schwenke, wie einen alten Whiskey im Glas. Ich drehe mich nicht um, sondern dr&#252;cke die heruntergebrannte Zigarette aus, sie schlie&#223;t die T&#252;r , ich mache dort weiter, wo ich aufgeh&#246;rt habe.</p>
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