The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
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Ich muß dem Geist einfach den Vorrang lassen. Aber trotzdem ist es der Wille zur Tat, der den Geist aus seiner Lethargie aufrüttelt. Dieser Wille, sage ich, ist überall entscheidend. Ihn müssen wir besonders pflegen, ihn immer einsetzen. Es gibt nichts, was er nicht erreichte.
So schrieb Cicero über die Lethargie des Geistes, genauer noch über den Willen, der nötig ist, um dessen Lethargie zu überwinden. Dabei vergaß der gute Cicero im überschwall des Wetterns gegen sie doch glatt die positiven Züge ihrer. Ja, gerade ich spreche von positiven Zügen, und dann auch von denen der Lethargie.
Dabei ist die Lethargie, die Lustlosigkeit, der überdruß doch genau das, was der Mensch braucht, um sich selbst unterbewusst zu kontrollieren. Ich möchte behaupten, dass kein Mensch fähig ist, ununterbrochen tätig zu sein, wie es beispielsweise Nietzsche von seinem übermenschen forderte. Spätestens das nietzscheanische Kind, die Neuordnung, der Weise, würde bald lethargisch oder wenigstens verbohrt werden, wenn er keine Jünger fände, wenn nicht schon das Kamel in seiner tragenden Rolle (Achtung, Wortspiel!) verhaarte.
Ganz persönlich, hoffentlich mag sich hierin jemand widerfinden: Kann man unablässig tätig sein? Der Drang dazu besteht, keine Frage, aber ist es noch ein Drang, wenn man diesem nur allzu leicht nachgeben kann? Ist es ein Drang, wenn ihn durch kleine, ausweichende Tätigkeiten beseitigt und ihn aufschiebt, wenn man sich dadurch selbst belügt, um den Schein einer kurz währenden Selbstzufriedenheit zu erzeugen? Ich denke nein. Dann müsste man also sagen, dass der Drang, eigentlich impliziert der Ausdruck es ja, schubweise kommt und existiert, wäre er kontinuierlich, so wäre es kein Drang, wenn er sich nicht stetig steigerte usw. usf.
Und selbst wenn der Drang immer da wäre, manch einer mag das von sich behaupten, meinetwegen, dann muss man sich doch eingestehen, dass es einfach nicht geht, immer das Beste von sich zu geben, denn dann wäre auch diese Bezeichnung Humbug und alle Steigerungsformen wären dahin. Es resultiert dann wohl in Frust, ich kann diesbezüglich nur aus der Introspektive heraus sprechen, doch da genau setzt die Lethargie an. Denn bewahrt sie nicht vor den noch blamableren Phrasen, die der Frust hervor bringt?
Man muss wohl zwischen mehreren Stufen der Lethargie unterscheiden. Auch, wenn mir jeder Künstler jetzt gern ein Messer in den Rücken rammen würde, möchte ich sagen, dass keine aller Formen der Lethargie eine andere bedingt oder beeinflusst. So ist es für mich nicht selbstverständlich, wenn man im Leben per se nichts auf die Reihe bekommt, aber dafür unablässig \textit{für sich} in was für einer Weise auch immer tätig ist.
Ist dann nicht auch jeder Frieden lethargisch? Ich hatte die Stelle aus Francis Fukuyamas \textit{Das Ende des Menschen} zitiert, in der es um die Frage ging, was wohl aus Napoleons und Caesars Eroberungsdrang geworden wäre, hätten sie irgendwie Prozac, Ritalin oder sonstige \textit{Hirnficker} in die Hände bekommen. Kriege resultieren aus Differenzen und Unzufriedenheit, jedoch sind das bei weitem nicht alle Ursachen, denn immer ist ein Krieg speziell und nicht verallgemeinerbar, allenfalls die Folgen und Anlässe ähneln sich meist. Lethargie könnte man wohl auch teils als Abwesenheit von Kreativität bezeichnen. Wenn Kreativität Subversivität erfordert, aufrührerisch per definitionem und auch aus Unzufriedenheit her rühren muss, dann hat sie wenigstens im letzten Punkt mit der Lethargie etwas gemeinsam. Nichtsdestotrotz aber unterscheiden sie sich in den anderen genannten Faktoren. Eine Freundin sagte mir einmal, dass bewegte Zeiten wohlmöglich erst danach, in der Ruhe, als solche empfunden werden. Ich denke, man muss ihr diese Feststellung sehr zu Gute kommen lassen, denn Frieden würde ich, sehr oberflächlich gesagt, dann als Abwesenheit von Aufruhr und Unzufriedenheit bezeichnen. Mir ist selbst klar, dass mir die Oberflächkeit und Verallgemeinerung hier bei einer tiefgehenderen Betrachtung das Genick brechen würde, aber mir geht es nur kurz darum, eine Brücke zu schlagen, hinüber zu dem, dass, wenn wir diese Oberflächlichkeit gütigerweise einmal gelten ließen, der Frieden lethargisch sein muss, um überhaupt existieren zu können, demnach also die Lethargie gut zu heißen wäre. Auch wenn dieses Gedankenspiel hinten und vorne Lücken aufweist, so wollte ich doch nur kurz zeigen, dann Frieden auch als Abwesenheit eines Willens gedeutet werden kann, wenn man den Willen zum Erhalt desselben einmal außer Acht lässt.
Ist in diesem kurzen Schriebs ein wenig Selbstkritik spürbar? Wahrscheinlich. Lethargie, o Lethargie, du hast mich wieder, doch diesmal weiß ich dich zu schätzen.












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