The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Das Rauschen der Autos jagte ihm jedes Mal Angst ein. Ein Klappern der Reifen auf dem Asphalt vor der Tür und er begann unbewusst zu beten, was ihm, wenn er darauf aufmerksam wurde, immer besonders unangenehm war. Es ging den ganzen Tag lang so. Nachmittags um drei hatte sich die Lage sichtlich beruhigt. Er ging durch den Flur und schlackerte mit den Armen. Die Sonne beschien die großen Narzissen auf der Tapete und brachte sie zum blühen, ehe sie gegen Abend wieder welk die Köpfchen hängen lassen würden. Es wäre fast schon erlösend gewesen, endlich das Geklimper des dicken Schlüsselbundes zu hören, auch wenn er gerade das fürchtete.

    Der Himmel war ungewöhnlich blau für die Jahreszeit, sodass er beschloss, ihn sich aus der Nähe anzusehen. Als hätte er den ganzen Vormittag ohne Atemluft unter Wasser verbracht und tauche nun wieder auf, so fühlte der sanfte Schlag der vom Regen der Nacht gereinigten Atmosphäre an. Sofort wurde er schläfrig. Die schiefen Gehwegplatten erleichterten seine holprigen Schritte nicht unbedingt, mit jedem Meter wuchsen die Vorstellung und Angst, bald nach hinten umzufallen, aber nicht aufzuschlagen, sondern in den Boden einzusinken.

    “Menstruationbeschwerden?” fragte die glattgeschtrichene Frau von der Plakatwand über die Straße hinweg. Aber er gab sich keine Mühe mehr, ihr eine Antwort zu geben. Monatelang war sie unfreundlich gewesen. Zuerst hatte noch ihre Freundin hier gewohnt, brünett, hoch gewachsen und genau so glatt. Sie hatte immer nur von sich und Kinokarten erzählt. Von Büchern hatte sie keinen Schimmer gehabt. Nicht anders war es bei dieser Dame jetzt. Keine Beschwerden, aber dennoch kein anderes Thema als diese. “Vielleicht haben wir mehr gemeinsam, als wir denken.” zwinkerte er ihr im Vorbeigehen doch noch zu.

    Anderthalb Stunden für schätzungsweise einen Kilometer. Die Zeit lief für ihn langsamer und für alle anderen umso schneller. Alles in allem war er nur 20 Minuten unterwegs gewesen. Wie er dann wieder in sein Zimmer gekommen war, wer weiß. Jedenfalls brachten es die übungen, zu denen er sich regelmäßig zwang, unabdingbar zu Tage. Er war drinnen. “Zwei Stufen” hatte er zu dem Mädchen gesagt, bevor es gegangen war, “begegnen dir überall. Die erste nimmst du ganz leicht, springst einfach über sie hinweg, als sei sie gar nicht da.” Sie lachte viel und hatte blendend weiße Zähne. Manchmal war er ihr mit den Fingern darüber gefahren und hatte keine Unebenheit, nur die auf seinen Fingern, spüren können. “Aber dann wartest du. War es wirklich so einfach, oder reiner Zufall? Warum nicht hier verharren, wenn gerade alles läuft? Wieso sich bewegen, wenn alles fließt?”

    “Fick dich!” hatte sie damals noch gebrüllt, als die Tür schon zugeschlagen war. “Ich will dich auch nie mehr sehen.” war das, was er hinterher geschrien hatte. Und “Hey.” kroch ihr über die Lippen, als sie wieder vor der Tür stand und er sie herein gelassen hätte. “Es fließt, ja. Ja, es fließt” sagte sie jetzt oft und nickte dabei. “Eigentlich war ja nichts.” pflegte er darauf zu antworten. Nur machten ihm seither die Autos und rasselnde Schlüssel ein wenig zu schaffen. “Wenn alles fließt und du am Ufer hockst, dann bist du mächtig am Arsch.”, das hatte sie nicht gehört, bevor sie gegangen war.

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