The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Gottfried BennMancher mag es wissen, nichtsdestotrotz sei daran erinnert, heute vor 50 Jahren starb ein guter Dichter - Gottfried Benn. Wir wollen niemandem einen Exkurs in sein Leben aufzwingen, also unterlassen wir es, selbst einen zu unternehmen. Doch auf den Briefwechsel zwischen Benn und Klaus Mann wollen wir noch hinweisen.
    Und dazu noch soll das, was ihn berühmt gemacht hat, hier nicht vernachlässigt werden. Also folgt wenigstens ein Gedicht von ihm.

    Gottfried Benn: Nachtcafé

    824: Der Frauen Liebe und Leben.
    Das Cello trinkt rasch mal. Die Flöte
    rülpst tief drei Takte lang: das schöne Abendbrot.
    Die Trommel liest den Kriminalroman zu Ende.

    Grüne Zähne, Pickel im Gesicht
    winkt einer Lidrandentzündung.

    Fett im Haar
    spricht zu offenem Mund mit Rachenmandel
    Glaube Liebe Hoffnung um den Hals.

    Junger Kropf ist Sattelnase gut.
    Er bezahlt für sie drei Biere.

    Bartflechte kauft Nelken,
    Doppelkinn zu erweichen.

    B-Moll: die 35. Sonate.
    Zwei Augen brüllen auf:
    Spritzt nicht das Blut von Chopin in den Saal,
    damit das Pack drauf rumlatscht!
    Schluß! He, Gigi! -

    Die Tür fließt hin: Ein Weib.
    Wüste ausgedörrt. Kanaanitisch braun.
    Keusch. Höhlenreich. Ein Duft kommt mit. Kaum Duft.

    Es ist nur eine süße Vorwölbung der Luft
    gegen mein Gehirn.

    Eine Fettleibigkeit trippelt hinterher.

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