The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Françios Duc de La Rochefoucauld hat einmal gesagt: “Wer sich viel mit dem Kleinen abgibt, wird unfähig für Großes.”

    Ich glaube das.

    Nicht kleckern, sondern klotzen muss man. Den meisten Leuten ist es extravagant genug, sich lustige Buttons ans Revert zu stecken und ein Erasmus-Jahr lang zwischen den Beinen möglichst vieler Frauen mit möglichst abgefahrenen Intimfrisuren zu verbringen.

    Aber es reicht nicht allein BWL zu studieren und ein Semester in Hinterindien und Hintern von Inderinnen zu weilen, nein, wenn man sein Leben schon auf diese Art und Weise wegwerfen will, dann muss man auch konsequent sei, dann muss man auch stolz rosafarbene Poloshirts, ein hübsches Blondchen an der Seite und literweise Gel auf dem Kopf spazieren führen.
    Es reicht auch nicht Politikwissenschaften zu studieren, ohne gleichzeitig zum Semesterbeitrag das Geld für die Jungle World zu überweisen und im Rucksack stets und ständig den ein oder anderen Pflasterstein mit sich herumzutragen. Eigentlich müsste man dann auch später Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank werden und Menschen verachten, bzw. hinter einem Schreibtisch bei der EU in Brüssel verstauben, aber egal.

    Etwas Großes müsste es sein, das man anfängt mit seinem Leben, etwas mit Substanz, weswegen Politik und Wirtschaft gleich zu Beginn ausscheiden. Präsident der USA kann ja, wie man 2000 und 2004 gesehen hat, jeder Idiot werden.

    Ich bin da jedenfalls anders. Schon damals in der Schule ging es los. Während die Anderen davon träumten, Lokführer zu werden und dieses Vorhaben erst dann begruben, als sich die ersten Horden Take-That-Fans vor die Triebwagen warfen, hatte ich ganz andere Ziele.

    Ich wollte Rockstar werden.

    Rockstar, ja, das volle Programm. In einer kleinen Garage anfangen, Demotapes durchs ganze Land schicken, natürlich nirgendwo gesignt werden, auf anstrengenden Parties allein wegen des Freibiers auftreten, es folgen Groupies, nervenzehrende Touren in Kleinbussen, nasenaufreibendes Koks und Tattoowierungen an Stellen, die man eigentlich niemals irgendjemandem hatte zeigen wollen. Der klassische Scheideweg, wenn man so will. Entweder man schafft den Sprung in Kommerzialität und Hass der Fans erster Stunden oder man bleibt hängen, wo man ist, irgendwo zwischen Volksfest und dickem Bauch.

    Als ich meinen Eltern freudestrahlend meinen Entschluss, einen Fuß in die Hall of Fame des Rock’n’Roll zu kriegen, verkündete, schüttelten diese unentwegt den Kopf. Ich hasste sie dafür und habe ihr Ablehnen erst wirklich verstehen können, als Daniel Küblböck plötzlich durchs Unterschichtenfernsehen zu taumeln begann. Sie meinten es wohl nur gut mit mir.

    Mittlerweile habe ich so lange mit der Verwirklichung meines Traumes gezögert, dass ich für ein gepflegtes Rockstardasein wahrscheinlich eh schon viel zu alt geworden bin. Denn wenn alle großen Rockstars mit 27 Jahren sterben, bleiben mir gerade einmal noch 5 Jahre, um die gesamte Gausssche Glockenkurve einer Rockstarexistenz zu durchlaufen, ehe ich durch eine Überdosis Heroin, einem erbrochenen Abendessen oder einer Ladung Schrot ins Jenseits übergehen dürfte.

    Das wäre doch anstrengend. Ich kann ja noch nicht einmal Gitarre spielen, auch wenn mir das in puncto Frauen und meinen Erasmusvorurteilen sicherlich manchmal gut getan hätte. Wenigstens bis zur obligatorischen Schrotflinte habe ich es gebracht.

    Aber das ist eine andere Geschichte.

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