The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Mittwochs ist Bergfest.

    Das Gros der arbeitenden Bevölkerung hat mehr als die Hälfte der Werktage hinter sich. Was folgt, ist der Donnerstag. Und da denkt man die ganze Zeit über: «Na, dem Himmel sei dank, morgen ist endlich Freitag!». Der Freitag selbst, als der bekanntlich allerleichteste Tag, ist dann nur noch bloße Makulatur. Man übersteht ihn irgendwie, es fällt alles etwas leichter, man lässt den Chef vor sich hin brabbeln, schließlich steht das erlösende Wochenende vor der Tür.

    Ab Mittwoch, der größten Hürde des lohnarbeitenden Zyklus’ also, werden die Leute immer leichtsinnig!

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Mittwochs ist Bergfest.

    Mehr als die Hälfte der Arbeitswoche ist für den Großteil der Leute vorbei. Morgen ist schon Donnerstag. Und da denkt man den ganzen Tag: “Na, dem Himmel sei dank, morgen ist endlich Freitag!”. Der Freitag selbst, als der allerleichteste aller Tage, ist dann nur noch bloße Makulatur.

    Am Mittwoch also, da werden die Leute leichtsinnig.

    Rennen, ohne nach links oder rechts zu schauen über die Straße, weil drüben die hübsche Rothaarige winkt und werden fast von der Straßenbahn überrollt, die nur durch eine Notbremsung zum Stehen kommt. Drinnen fallen die Fahrgäste aufeinander. Ein junger Mann und eine nette Dame kommen sich näher. Bald steigen sie gemeinsam aus.

    Alte Leute frieren an der Haltestelle. Sie können es kaum abwarten, bis ihre Bahn einfährt. Darum strecken sie immerfort den Kopf nach vorn und starren in die entgegengesetzte Fahrtrichtung. Irgendwann kommt die Bahn tatsächlich. Und irgendwann müssen sich bis dahin auch die Halswirbel der alten Leute verschoben haben, die ihr Genick spannen. Sie knallen mit dem Kopf gegen die einfahrende Bahn, noch ehe sie ihren Hals wieder eingeränkt und den ungeduldigen Schädel weggezogen haben. Ein Krankenwagen kommt.

    Kleine Jungen outen sich bei der Heimfahrt von der Schule als No-Angels-Veteranen, Tokio-Hotel-Vertraute und seit kurzem auch Lafée-Anhänger. “Alter! Ich bin sogar drei Fans!” Die Freunde nicken anerkennend. Kleine Jungen, die so dick sind, dass man wirklich glauben könnte, sie seien drei in einem.

    Große Jungen outen sich bei der Heimfahrt von der Schule als Vollidioten. Reden, als würde ihnen die Krankenkasse keinen Besuch beim Logopäden finanzieren wollen. Ziehen sich an, als wären sie früher auch drei in einem gewesen. Fassen sich ständig in den Schritt und packen sich beim Aussteigen derart auf die Fresse, dass es wie Breakdance aussieht. Brechen tun sie sich jedoch nur den Oberschenkelhals.

    Komische Leute sitzen auf dem Deppeneinzelplatz direkt an der Tür. Weil es so langweilig ist und das Bier an diesem Morgen schon wieder so gut geschmeckt hat, klimpern sich aufgeregt mit den geleerten Überbleibseln und singen dazu lautstark “Das Mädchen von Seite 1″.

    Mittwochs trifft sich die ganze Faszination der Nachtbusse schon am Nachmittag in der Bahn.

  • Ich erinnere mich noch gut an diesen einen, mein Leben sondergleichen beeinflussenden, mein Bild von bemitleidenswerten Zuständen vollends revidierenden, tiefe Risse im ohnehin kargen Selbstbewusstsein zurück lassenden, tragischen Tag. Jener Tag, an dem mir der beblaumannte Hausmeister mit hämischen Grinsen im tief gefurchten Henkersgesicht die Schlüssel zu meinem Zimmer im Studentenwohnheim überreichte.

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  • “Nur Kaputte!”, sagten sie und man selbst sagte sich: “Ja, genau das ist es. Das wird es sein müssen. Denn mehr ist nicht da.” Guten-Abend-Sagen um halb fünf Uhr morgens. Sich wundern über das erwiderte Guten-Morgen.

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    Ganz heimlich gesteht man sich die Transformation zu, wobei man sie gleichzeitig noch zu ignorieren versucht, nicht glauben will, längst auch schon ein Kaputter zu sein, der mit Farben bekleckert und zerfahrenen Haaren noch kurz vor Ladenschluss die letzten Einkäufe erledigen will. Der Versuch, Altes und Neues in Einklang zu bringen, endet wie ein Frontalaufprall mit diesem schönen Schockzustand. Weit ab.

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    Mit einer Hand am Abzug des Lebens bleibt es anstrengend - jetzt rüberziehen! Und nur die erste Zigarette am Morgen, in der Kälte eines dunkel verhangenen Tages, wäscht in bauchigen Böhen all die Schleier von den Augen. Aufs Fensterbrett gelehnt verfällt das Jahr, die Furchen werden tiefer.

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    Indoor-Kinderspielplätze mit 2 Euro Eintritt. Kaputte Kinder hangeln sich an Indoor-Stahlstangen über Indoor-Plastiksand. Verschluckbare Kleinteile, wohin man schaut. Kaputte Eltern lesen Super Illu nebenan auf Indoor-Plastkholzimitatbänken. Ökonomisch potentes Nicht-Weinen. Aber überall latentes Trauern.

  • Neulich war es wieder einmal so weit. Wir saßen in einer Kneipe, tranken Bier und als die ersten drei Flascheninhalte bereits fröhlich in unseren Rümpfen randalierten, wurden die Diskussionen auch schon heftiger. Die Mathematiker bestehen auf ihrem q.e.d. und möchten am liebsten jeden Satz unter Zuhilfenahme der Logik untersuchen, für die Philosophen kann es nicht abstrakt und feuchtfröhlich genug sein und ja, wir PoWis werden mit Fragen gelöchert, wie zum Beispiel:
    «Sag mal, der Präsident des Sudans, wie hieß der doch gleich?»
    «Präsident des Sudans? Woher soll ich das wissen? Heiße ich Brockhaus oder Wikipedia? Bin ich zwischen Buchdeckeln eingeklemmt?»
    «Du studierst doch PoWi, das musst du doch wissen!»

    Stopp. Halt. Ein für allemal. Jetzt. Aufgepasst:

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

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