The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Vielleicht muss man ganz zwangsläufig von vielen irgendwann enttäuscht werden. Vielleicht ist dies ein Fakt, mit dem man sich arrangieren, den man akzeptieren muss. Vielleicht. Und natürlich gibt es Ausnahmen. Ausnahmen, die aber nicht umsonst Ausnahme heißen und eben nicht Regel sind. Darum, dass sie sich abheben von dem ganzen Rest, bei dem es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich feinstes Verletzen zu großer Enttäuschung kulmuliert.

  • Warum ich eigentlich ganz normal bin

    Steffen und ich stehen im Shuttle-Bus, der uns zum Messegelände bringen soll. Während er sich über die dreisprachige Ansage der Haltestellen amüsiert, habe ich Angst. So müssen sich Tokio-Hotel-Fans fühlen, denke ich: unverstanden, hilflos, eingeklemmt zwischen Teenies und deren Eltern, gefangen in einer fremden Welt.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Es war paradox. An einem Punkt, an dem sich alles ändern sollte, schien niemand überhaupt Notiz davon zu nehmen.
    Tarek stand auf der Brüstung des Dachs eines Konsumtempels im Stadtzentrum. Der Wind strich ihm langsam ums Gesicht, pfiff durch den Dreitagebart, dass es ihm fast ein Lächeln abrang und verfing sich in seinen Haaren, aus denen die Strömung große Büschel in die Aufrechte hievte. Es war nicht länger kalt für ihn. Sie hatten sich arrangiert, Tarek und die Kälte.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Kindskopf! Ausgelassenes Fett. Ist jemand da? Sicher nicht. An der Pforte der eigenen Wahrnehmung auf Einlass zu warten, erfordert ein hohes Maß an Geduld.

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    Am Horizont klebt der Morgen wie eine umgestoßene Tasse dampfenden Capuccinos. Braun und milchweiß verhangen schiebt er sich empor, hievt sich gerade noch so hoch, dass es bis in den frühen Nachmittag zu genügend Licht reicht. Dabei ist es so kalt geworden, dass sich nicht einmal mehr die Müdigkeit aus den Gliedern der Leute traut. Kopfüber hängt sie in den Körpern und freut sich, ihren Winterschlag genießen zu dürfen.

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    Rauchende Kindsköpfe, auf den Straßen verstreut, rauchend wie verbrauchte Munitionshülsen. 2007 gehörte dem Rockbusiness. Wir ritten durch die Köpfe, holten weit aus und hieben fest zu. Texte wie Bomben, wortene Langstreckenraketen aufs Gemüt, unter Verssalven und Alliterationsartillerie. Wo wir waren, hinterließen wir Spuren. Zinken, wir waren da!

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    We’re just two lost souls swimming in a fish bowl, year after year, running over the same old ground. What have we found? The same old fears, wish you were here.

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    Was sagt es denn schon über Realität aus, wenn jeder Schritt falsch, jeder Atemzug gestellt und jedes Bild im Kopf künstlich anmutet? Wahr ist es immer nur so weit, wie du es zulässt, wahr zu sein. Wahr ist längst nicht wahr, nicht wahr? Und nichts wird ein gutes Ende nehmen.

  • Ennui. Man merkt es schon beim ersten Augenaufschlag, wie viel der Tag von dem, was er verspricht, zu halten in der Lage ist. Meist wenig, aber er stapelt hoch. Entweder man lässt sich dann ein auf dieses wackelige Türmchen Tag, oder man tritt es gleich wieder zusammen, dreht sich um und lässt es bleiben.

    Egal. Der Club ist randvoll, der Headliner lässt sich Zeit. Heute Abend sind nur wir zwei vor Ort. Gegen Mitternacht komme ich angestiefelt. Der Film, den ich heute schiebe, heißt einfach nur „Ich und der ganze Rest“, ich und der Beat. Bin Cliffhanger und Vorführer gleichzeitig. Schotten dicht, niemand darf zusehen.

    Ausbruch. Die Drinks laufen gut. Dutzende Kippen schlängeln sich ohne Probleme durch die Atemwege in die träge Lunge hinab, schicken sich an, sich schlafen zu legen, dunkle Flecken zu hinterlassen. Da ist es. Was ist es? Keiner hat je gesagt, dass es einfach ist. Aber ebenso wenig, dass es derart anstrengen muss. Die Kontrolle zu finden, nicht einfach liegen zu bleiben. Aufzustehen, loszugehen, was zu machen.

    Egal. Ausbrechen, zerbrechen, fliehen, weg bleiben, nur einen lustigen Avatar schicken. Und währenddessen weiter nach der Quadratur des Kreises suchen. In aller Ruhe, weit entfernt hunderten Stroboskoplichtern zusehen, die an ein EEG gekoppelt fast durchbrennen. Stetig vulkanisieren und ausbrechen bei Bedarf.

    Ennui. Der ewige Wunsch, einfach zusammenzusacken, diesen lästigen Körper zurückzulassen und in Gedanken weiterzugehen. Oder gleich daneben sitzen zu bleiben. Zuzusehen, was passiert. Es wird warm, wenn es egal ist. Und wenn es warm ist, ist es erst recht egal.

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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