The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
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Die Arme weit auseinander gerissen, Howth Head. Immer darauf gefasst, die herein treibende Leichtigkeit eines Anderen aufzusammeln, der sie irgendwo drüben ins Wasser geworfen hat. Wenn alles auf dieser Landzunge wegbricht, dann muss ich dabei sein. Die Hoffnung und der Respekt vor sich selbst. Mit all jenen, die nur vorbeikommen, um etwas abzulegen oder mitzunehmen. Sie stehen dort vorn am Steg, schauen hinaus und versuchen etwas zu finden, das ihnen hilfreich sein könnte. Aber das Meer ist wenig kooperativ. Immer muss man alles selbst machen.
Die Vormittage werden ganz automatisch salzig, sobald der Wind dreht und kleine Bögen durch die Dublin Bay schlägt. Meine Füße vulkanisieren. Ich laufe schon wieder um vier Uhr morgens über den Campus, darüber ein Himmel, der sich noch nicht ganz sicher ist, wie lang es Nacht bleiben soll.
«Nah, tis weser is nat normal!»Hier und da die Wolken aufgerissen und mit Rot bekleistert. Zollfreie Ware, die Schlaflosigkeit. Und unter antiterroristischen Gesichtspunkten vielleicht gar nicht außer Landes zu bringen. Bin ich also ein Verbrecher, wie sie im Bett auf und nieder schwappt, die Aufregung in Bewegung bringt.
Das Mädchen nebenan, eine Amerikanerin, hat die sonderbare Angewohnheit, jeden Dienstagmorgen gegen 3 ihre Verwandten anzurufen. Die dünnen Gasbetonwände machen mich zum Mitwisser, ob ich will oder nicht. Nach einer vergeblichen Stunde Einschlafversuchen legt sie auf. Ich gehe raus, besser so. Ich weiß, was jetzt kommt. Keine zwei Minuten später beginnt das stöhnen. Das dauert jetzt. Sie stöhnt so monoton, dass es mich eigentlich einschläfern müsste. Es aber nicht tut. Sie studiert normalerweise in Harvard. 45000 Dollar jährlich und ein verstöhntes Auslandssemester.
«You won’t get caught for speeding in this city, will ya?», grinst der Busfahrer. Man sollte abends nicht zu nah an die City kommen, wenn man nicht vor hat, sich abzuschießen. Abends ist sich jeder zu fein zum Busfahren.
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Zwei volle, deprimierende Wochen Arbeit, gekrönt von andauerndem Regen. Nicht das es irgendjemand sonst stören würde. Die Leute scheinen sichtlich beruhigt durch ihre Schirme, die ihnen vorn das Wasser aus dem Gesicht halten und es dafür hinten breitflächig auf dem Rücken verteilen. Aber wenn man um halb neun morgens die O’Connell Street entlang läuft, sich den ersten Kaffee organisiert und nicht auf Anhieb zwischen Touristen und Angestellten unterscheiden kann, dann ist der Zweifel, ob man nun arbeiten oder besser in die National Gallery gehen sollte, auch nicht mehr weit.
Seit ich jedenfalls die genaue Kombination der Busse zwischen meiner Wohnung und der Arbeit herausbekommen habe, wird sogar mein Rucksack über Nacht wieder trocken. Ich weiß nur eines sicher - ich habe eine Woche Freizeit in Sicht. Eine Woche, um die restlichen zwei nachzuholen und noch etwas für die dritte draufzuschlagen.
Ich steige am Parnell Square aus und schlendere die O’Connell Street hinab. Ein Spaziergang zum Tagesanbruch, der mich bis zum Mittag beschäftigen wird. Als ich mit den ersten Guinness-Shirt-tragenden, mit Kamera und Reisetaschen bewaffneten Stoßtrupps, die aus den Airlink-Bussen auf die Gehwege strömen, zusammenstoße, beiße ich mir innerlich in den Arsch, nicht einfach irgendeine Parallelstraße genommen zu haben und meine Laune gefriert augenblicklich. Ich weiß, was gleich kommt.
«Ikskjus mi, Ssör … Kutt ju täik a picktschör off mi ent mei fämmilie, pliess?»
Nein, ich kann kein Bild von euch machen. Ich habe fünfunddreißig hochgradig infektiöse Hautkrankheiten, und wenn ich meine Hautschuppen auf deiner Kamera hinterlasse, dann bekommst du zwölf Tropenkrankheiten, die dich auseinanderfallen lassen wie ein Sandwich von O’Briens!
Ich mache ihm sein bescheuertes Foto und planiere mir meinen weiteren Weg frei.
Sobald ich jemanden finde, der sich darauf einlässt, werde ich Wetten darauf abschließen, wieviele Grüppchen man auf dem Weg bis zur Liffey sieht, die an den Ecken der Einkaufsstraßen mit Tränen in den Augen auf ein paar Polizisten einreden, weil man ihnen etwas aus den Taschen geklaut hat. Pocket-Picking, schreiben sie in ihren Notizblock, obwohl sie genau wissen, dass das kaum einen Sinn macht, und unterstreichen es mit einem großen AGAIN.
Bis dahin lasse ich mir die schlechte Laune gern wieder vom Anblick dieser hübschen jungen Dame nehmen, die mit drei Metern Freiraum um sich herum an den Geschäften vorbeischwebt. Mit pechschwarzen Haaren auf der hellen Haut und einem Kleid: glänzig, beerig, bodenlang. Pimp my Kleid in Dublins Innenstadt. Mein Herz macht Salti.
Da tippt es mich von der Seite an. Nanu?
«Spare some change?»
«What?»
«You got any change?»
Ich sage gar nichts. Gar nicht erst auf ein Gespräch einlassen. Die beißen sich an einem fest, mit Widerhaken und allem drum und dran, sodass man sich nur noch in einen Laden retten kann, aus dem die Security einem schon entgegen grinst. Abends werden sie von fetten Kerlen in BMWs eingesammelt, die armen Teufel.
«Fuck off.», brabbelt die Gestalt und wandelt davon.
Ich überlege, ob ich ihm die Antwort hinterher schicken soll.Ich fühle mich wie der fünfte Apokalyptische Reiter. Ich bringe die Resignation, die jede Unvoreingenommenheit innerhalb von 500 Meter Wegstrecke bis aufs letzte Atom vollends auflöst. Und zurück bleibt nichts, als was man hier to be pissed off nennen würde. Ich reite vorbei am Stahl-Stiffy, den Quay entlang, überfliege die Liffey und lande direkt in der St. Paddy’s St.
Die Straße ist leer, es ist gerade Gottesdienst.
«Hey, Mister Rastafarian!», brüllt mir schon von weitem ein hinter einem Campingtisch hockender Kerl zu. Je näher ich ihm komme, desto abgewetzter sehen seine Klamotten aus, desto verlebter erscheint sein Gesicht. Aber er lächelt. Und das überträgt sich.«Hey, Mister Rastafarian!», freut er sich, als ich vor ihm stehe und streckt mir die Hand entgegen.
Aus seinem Tisch steht ein gelber Plastikeimer mit der Aufschrift To Dublin’s Homeless, unter einem einem kleinen, gemusterten Wachstuch liegt noch etwas daneben.
«What are you selling?», frage ich.
«I’m not selling anything. I’m just keeping an eye on that.», sagt er mit Blick auf den Eimer, «If I wouldn’t some of these foreigners would steal it.»
Klar, die foreigners, denk ich. Ist wie zu Hause.Aber bevor ich etwas sage, krame ich erstmal in meinen Hosentaschen. Mit der Zeit habe ich mir angewöhnt, in der rechten Tasche ausschließlich Kleingeld mit mir herumzutragen, das ich bei Bedarf verteile. Ich greife so viel wie meine Hand fassen kann heraus und lasse es langsam in den Eimer klimpern. Mit jedem messingfarbenen Blitzen zwischen den vielen rotbraunen Münzen wächst das Lächeln des Mannes.
«Thank you, man. Thanks, man.», sagt er und zieht eine zu einer Spirale gedrehte Kerze unter dem Wachstuch hervor, «Take one of these.»
«Keep it.», wiegele ich ab, aber er besteht darauf.
«Take it! We’re not begging … like … like those …»
«Yeah, I know.», sage ich und stecke die Kerze ein.Er habe früher einmal in der Zementfabrik auf der Northside gearbeitet, sagte er. Sei immer Sonntags nach Croke Park gegangen. Bis dann alles zusammenbrach. Job weg, Frau weg, Kinder weg, Haus weg. Er lächelt, während er das erzählt. Früher muss es pure Verzweiflung gewesen sein, jetzt sind es nur noch schöne Erinnerungen eines starken Mannes. Sein Kopf senkt sich mehr und mehr. Ich weiß nicht, ob er wegtreten oder weinen will.
«What’s your name?», frage ich.
«I’m Jim Larkin.»
«Jim Larkin? Like the political activist?»
«Not like him. I am Jim Larkin.»
«Thought you were dead.», sage ich mit einem Schmunzeln.
«Naaah. That’s what they want you to believe!»Ich verabschiede mich von Jim mit einem Händedruck. Er hält meine Hand sehr lang fest umklammert. Wenn man nichts zu verlieren hat wirkt man auf die Verzweifelten und jene, die ganz unten angekommen sind, wie ein Elektromagnet.
«God bless you, son.», ruft er mir nach, «God bless you, Mister Rastafarian!»An meinen Augen trocknen Tränen, sodass die Haut nach den ersten paar Blocks schon beim Blinzeln zu spannen beginnt. Vorsichtshalber nehme ich auf dem Rückweg doch lieber die Parallelstraßen und Backalleys. Nur um ganz sicher zu sein und dieses zerbrechliche Gefühl der Rührung erhalten zu können, bis ich die Haustür hinter mir schließe.
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Reichlich spät waren wir in Farrington’s Pub angekommen und hatten die ersten Pints auf den Sieg der Dubs erhoben. Wir hatten das Spiel nicht gesehen und stattdessen den ganzen Nachmittag damit verbracht, wie zwei verlotterte Kamele durch die Stadt zu traben und nach einer Wohnung zu suchen. Denn jener nette Vermieter, der mir ein wirkliches Schnäppchen von Wohnung zugesagt hatte, hatte es bereits an einen glücklichen Polen vermietet und uns ein wenig verunsichert zu erklären versucht, dass heute doch ein sehr weitläufiger Begriff sei.
Aber das sollte nicht das Problem sein. Schon am späten Nachmittag, nach viel Telefonieren und Busfahren, unterschrieb ich den Vertrag für unsere kleine Wohnung und mein Begleiter und ich beschlossen, die Taschen vorerst unausgepackt zu lassen, um den Abend auswärts zu verbringen.Kurz nach elf hatten sich die Reihen im Pub schon gelichtet. Dem Barkeeper standen kleine Ringe unter den Augen, die so schwarzbraun zu werden drohten wie das Stout, das er ausschenkte. Noch ein, zwei Stunden, dann würde er hoffentlich die letzten Typen mit dem Dreck der Abtreter vor die Tür kehren können. Immerhin war es Sonntag. Da stimmte zwar die ein oder andere Runde in ihren einheitlich blau-blauen Trikots noch ab und zu irgendein Liedchen an, aber insgesamt hatten die meisten Gäste ihren Zenit überschritten. Viele hingen, auf beide Ellenbogen gestützt, hinter ihren Tischchen und starrten mit rot verquollenem Gesicht in ihr halb geleertes Glas, als könnten sie darin noch irgendeine andere Wahrheit entdecken, als das es für sie an diesem Abend besser das letzte Bier war. Andere gestikulierten und nölten ziemlich ausschweifend auf Andere ein, da sie sich nach dem x-ten Pint wieder im Stande fühlten, alle weltpolitischen und gesellschaftlichen Probleme mit einem Fingerschnipp zu lösen.
Wir hatten die Unterhaltung auf das Minimalste reduziert und hielten uns hinter unseren Gläsern.
«Hey!», sagte mein Begleiter und nickte zur anderen Ecke des Pubs, in der zwei Typen gerade eine Darbietung von Bruce Springsteens Summer of 69 auf Luftgitarren ansetzten. Und während der Manager hinter der Theke die Musik immer leiser drehte, steigerten sie die ihrige Lautstärke umso mehr.Da taumelte ein muskelbepackter Kerl mit Zigarette im Mundwinkel vom Tresen zu uns herüber und brabbelte mir irgendetwas zu, dass sich anhörte wie The Porsche actually was a Rolls Royce!
Ich zuckte mit den Schultern, ich verstand kein Wort: «Sorry?»
Er wiederholte es und diesmal hörte es sich noch mehr nach The Porsche actually was a Rolls Royce! an. Ich begann an meiner Wahrnehmung zu zweifeln. Hatte ich jetzt, beim zweiten Mal, vielleicht nicht einfach nur das gehört, was ich hatte hören wollen? Ich verzog das Gesicht, um ihm zu verstehen zu geben, dass ich absolut nichts kapierte.
Er sah mich stumm an. Seine Augen starrten auf einen Punkt direkt hinter mir an der Wand, als würden sie nur auf ein Zeichen warten. Sein Gesicht sah so leblos aus wie eine an der Wand zerschmetterte Nektarine, die Augen waren halb geschlossen, seine Lippen unförmig aufeinander gepresst. Da grinste er vor sich hin, hob seine Hand, gab mir High Five und torkelte in Richtung der Tür davon. Wir waren ratlos. Kurz darauf trat einer seiner Freunde zu mir. Er deutete auf seinen Kollegen, der vor der Tür stand, schwankend seine Zigarette rauchte und sagte in erklärender Absicht etwas wie His Porsche actually was a Rolls Royce! und zog lachend davon.
Vielleicht hab ich einfach zu wenig getrunken, dachte ich.Der Abend floss zäh dahin wie zwanzig Jahre alter Cherry, langsam und unbewusst, mit hellen Momenten in fünfminütigen Abständen, was ihn in Wirklichkeit umso mehr beschleunigte. Nach zu viel Guinness, das meine Beine langsam aber sicher verflüssigte und sie bereits ziemlich schlacksig hatte werden lassen, blies ich zum Rückzug. Wer keine bequeme Schlummerposition auf dem Tisch oder Tresen finden konnte, war sowieso schon längst ins heimische Bett verschwunden. Der Barkeeper nickte übermüdet. Nein, kein Trinkgeld, das macht man hier nicht.
In dieser Stadt kommt einen ein Kater besonders teuer zu stehen, dachte ich, als ich mich an den rot gestrichenen Holzpfeilern abstützte. Mein Gesicht war taub, meine Augen waren matschig geworden. Ich fühlte mich gerädert, aufgesaugt, durchgekaut und wieder aufs Pflaster gerotzt. Je länger ich versuchte, meine Betrunkenheit zu kaschieren, desto offensichtlicher wurde sie. Ich konnte die ganzen Schwadronen von Polizisten schon in ihren Kommandozentralen sitzen und gröhlen sehen, wenn sie mich unter den vielen Kameras entlang schwanken sehen würden. Mit immenser Anstrengung versuchte ich geradeaus zu laufen und schunkelte hin und her, wie die am Quay vertäuten Ausflugsboote in den Wellen der Liffey. Wieder einmal überkam mich eines jener Gelüste, die einem immer nur dann kommen, wenn man sie auf keinen Fall wahrnehmen sollte. So, wie Andere im Suff zu singen anfangen, war es bei mir schon immer der Drang gewesen, loszurennen. Am Besten blind in die Nacht hinein, was schon mehrmals als stumpfe Erklärung für die ein oder andere Abschürfung herhalten musste. Aber ich fühlte mich unheimlich schnell. Vielmehr wahrscheinlich rannte ich einfach immer schnell genug, sodass mein gelähmter Kopf mit dem Verarbeiten in Echtzeit gar nicht mehr hinterherkam. Da ich aber ohnehin recht schwungvoll über das vom Nieselregen glitzernde Kopfsteinpflaster stolzierte, schien es für mich beinahe zur Notwendigkeit zu werden, dem Schwung endlich nachzugeben.
Dass ich noch ein paar Schritte gehe, erklärte ich meinem Begleiter und verabschiedete mich ins Dunkel. Mit drehendem dröhnendem Schädel könnte ich eh nicht einschlafen, rief ich ihm nach. Es würde sich anfühlen, als spielte jemand mit riesigen, silbernen Kugeln Marble Madness in meinem Kopf.Meine Turnschuhe quietschten auf dem feuchten Boden. Ich hatte Mühe, nicht gleich vollends auf die Schnauze zu fliegen. Immer wieder in gleichmäßigen Abständen verlor ich kurz den Halt und schlitterte über zwei, drei Reihen Steine hinweg. Dazu kam, dass meine volle Blase jetzt endgültig ihren Tribut verlangte. In mir, obwohl ich eher das Gefühl hatte, einen mit Wasser prall gefüllten Ballon mit mir herumzutragen, hüpfte das gute Guinness, oder besser, was davon noch übrig war, fröhlich im Takt der Schritte auf und ab. Ich fühlte mich weit in der Zeit zurückversetzt. Irgendwann, vierte Klasse. Mit randvoll gefüllten Einkaufstüten auf dem Nachhauseweg und dem andauernden Bedenken, sie würden unten aufreissen und ihre Inneren auf der Straße verteilen.
Da, endlich, ein Hotel. Ich stieß die hölzernen Türen auf und stapfte in die Eingangshalle. Der Nachtportier an der Rezeption rechts sah mich mit einem entgeisterten Blick an. Aber für eingehende Betrachtungen war jetzt keine Zeit mehr. Es galt, Explosionen zu verhinden.
«Toilet?!», rief ich ihm zu.
Etwas verdutzt zeigte er auf einen Gang am Ende der Halle. Dann wollte er etwas sagen, aber ich kam ihm zuvor.
«I’ll pay for it!», lallte ich und verschwand.Als ich erheblich erleichtert und ruhigen Schrittes zurückkehrte, bemerkte ich an einer Wand einige Fotos. Überschrift: The Clarence Hotel. Clarence Hotel? Mein Begleiter, begeisterter U2-Fan seines Zeichens, hatte mir davon erzählt und ganz langsam dämmerte mir auch, in wessen Hotel ich gerade gestürmt war, als ich mir die Fotos, etwas genauer besah. Einige von ihnen zeigten unverkennbar Bono und The Edge. Aber was sollte es mich kümmern, dachte ich, gerade die müssten für notwendige Bedürfnisse Verständnis habe. Ich kramte ein 2-Euro-Stück aus meiner Tasche, das ich mit unverkennbarer Großzügigkeit dem Portier spenden wollte.
«For you.», erklärte ich, indem ich ihm das Geldstück hinhielt.
Er schüttelte den Kopf. «That’s 500 Euro.», sagte er.
«What?», rief ich, «Yer joking, right?»
«Nope.», wiegelte er ab.Die Security-Affen führten mich durch den ganzen Service-Bereich bis in die Küche und erklärten, ich werde die restlichen 498 Euro wohl oder übel abarbeiten müssen. Ich machte überhaupt nichts. Ich sah mich schon längst nicht zu überhaupt nichts mehr im Stande. Sie zogen mir eine völlig verdreckte Schürze an und setzten mir eine krumme Kochmütze auf. Ich erklärte ihnen in flüssigstem Englisch, wie ich es nur betrunken spreche, dass ich die Deutsche Botschaft benachrichtigen würde. Und Bono. Wo sind die Menschenrechtler, wenn man sie braucht, dachte ich. Am Nachmittag hatte ich ein paar Straßen weiter ein Amnesty-International-Café entdeckt. Wahrscheinlich hockt er da, dachte ich, hockt da jetzt und trinkt Fair-Trade-Kaffee anstatt die Ausbeutung im eigenen Haus zu verhindern. Der Souchef, besser noch jener Tellerwäscher, der nachts den Souchef mimte, spendierte eine halbe Flasche Jameson für den ohnehin viel zu besoffenen Gast aus Dschörmäinija!
Zwei Stunden später verabschiedeten wir uns bereits mit Umarmungen und Whiskey in the Jar auf den Lippen.
Einer der Türsteher hieß Clarence.Als ich in unserer Wohnung ankam, die bis auf Betten, der Küche, einem Tisch und vier Stühlen vollkommen leer war, wurde es schon wieder hell. Mein Begleiter hockte in der kleinen Küche und starrte mich an, als käme ich von einem anderen Planeten.
«Gott, siehst du scheiße aus.», lachte ich.
«Wo kommst du denn her?», rief er, «Ich wollte ja schon fast wieder los, um dich zu suchen.»
«War mit Bono Kaffee trinken.»
«Was?»
«Fäääär Treeeeyyytt Koffiiiiii!», schnurrte ich.
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einen Strand Sandycove zu nennen, obgleich er ausschließlich von dicken Felsen übersäht ist.
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eine Statue zu errichten, die in Richtung des Atlantiks blicken sollte, aber leider falschherum aufgestellt wurde, sodass sie in Richtung der Irischen See schaut.
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Schriftsteller hervorzubringen, die bei ihrer Einreise in die USA nichts zu verzollen haben, außer ihr Genie.
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Straßen zu haben, deren Löcher erst reifen müssen, ehe man sich darum kümmern kann, sie zu stopfen. («Yeah, yeah, we’re looking into it.»)
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zu bemerken, dass es in Irland eigentlich nur zweimal in der Woche regnet: einmal 3 Tage und einmal 4 Tage lang.
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30% Abstinenzler vorweisen zu können, deren Anteil die restlichen 70% gern übernehmen.
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“In the darkness of despair we saw a vision. We lit the light of hope and it was not extinguished. In the desert of discouragement we saw a vision. We planted the tree of valour and it blossomed. In the winter of bondage we saw a vision. We melted the snow of lethargy and the river of resurrection flowed from it. We sent our vision aswim like a swan on the river. The vision became a reality. Winter became summer. Bondage became freedom and this we left to you as our inheritance. O generations of freedom remember us. The generations of the vision.”
Garden of Rememberance, Dublin











