The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Als ich einen Sommer lang auf einem Reformbauernhof arbeitete, an den eine Wohngemeinschaft für geistig Behinderte angeschlossen war, die jeden Tag für ein Taschengeld entweder in den Gärten, im Stall oder auf den Feldern halfen, hatte ich oft mit dem verrückten Heinrich zu tun.

    Heinrich war ein komischer Typ. Er war nicht behindert, aber trotzdem echt verrückt. Mit Mitte dreißig wohnte er in einem ein paar Kilometer entfernten Dorf bei seiner alten Mutter in einem verfallenen Haus und half auf dem Hof als Mädchen für alles. Ich schätze ihn auf gute 150 Kilo, mit seinem Vollbart und der ewig glimmenden Zigarette im Mundwinkel. Der Chefbauer hatte ihn schon ein paar Mal rausgeschmissen, aber irgendwie hatte er es doch immer wieder geschafft, wieder eingestellt zu werden.

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  • Flickr: Scott Foy: Belltrees Sunset
    Foto von Scott Foy

    „Du hast dich gar nicht verändert.“, hatte das Mädchen gesagt, von dem er so eine zarte Erinnerung gehabt hatte. Weiße Haut, dünne Finger mit pfirsichfarbenem Nagellack und Haare, denen der eigene Duft als das schönste Parfum schon genügt hatte.

    Aber das war vorbei. Der praktische Kurzhaarschnitt im typischen Stil der Ü30iger hatte buchstäblich kein gutes Haar an ihr gelassen. Wahrscheinlich hatten sich die Krähenfüße um ihre Augen just in dem Augenblick in die Haut gefräst, da die Idee zur Dauerwelle ihre Haut gelblich hatte werden lassen.

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  • In eine andere Stadt zu ziehen, heißt einmal mehr die große Option zugesprochen zu bekommen, sein ganzes gesellschaftliches Leben von Grund auf neu zu gestalten. Plötzlich hat man die Chance, endlich so zu werden, wie man es immer sein wollte, endlich als das wahrgenommen zu werden, was man wirklich zu sein glaubt. Man ist ein unbeschriebenes Blatt und gleichzeitig derjenige, der es beschreiben darf. Es ist, als würde sich die soziale Weste während des Umzugs auf wundersame Weise selbst weißen. Nun liegt sie vor einem. Was man tun muss ist nichts Anderes zu tun als sie anzuziehen und vor die Tür zu gehen. Alles fällt von einem ab und schafft dabei kleine Anlegeplätze für längst verloren geglaubte Zustände wie Abenteuer oder Aufregung. Die aufkeimende Chance, sich in einem der Freundschaftsbiotope inmitten des dynamischen Kessels der anonymen Großstadt einzunisten, schmeckt süß und macht ein wenig high.

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  • Donnerstags mit ausgetrockneten Kehlen und
    einigen Flaschen Budweiser
    I don’t like Mondays
    aus dem Fenster unseres Hotelzimmers geplärrt.

    Dabei an Bob Geldof gedacht und
    wohlwollend eine BILD-Zeitung hinterhergeworfen.

    Den Abend gemütlich ausklingen lassen
    mit Vierkant und dem lustigen Zimmermädchen
    auf dem baupolizeilich gesperrten Balkon.

  • Ich habe längst alles versucht. Alle Hausmittel. Kochende Milch auf getrockneten Pfefferminzblättern, Wasser mit Apfelessig und Honig, Brennnesseltee, Frauenmantel, Knabenkrautwurzel und Ginseng. Es hilft nichts.

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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