The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Eigentlich wollten wir ja noch baden gehen, aber es wurde schon langsam dunkel, in nicht einmal mehr acht Stunden würde S. schon wieder vor seinem Schaltpult sitzen und die Walzanlagen in der Werkshalle steuern. “Irgendeiner zerfickt mir wieder den ganzen Tag und schrottet eine Fräse.” erklärte S. meist Donnerstags. “Die ziehen die Stahlträher so fest auf, dass das Teil die Gewinde reinhaut und dann drin stecken bleibt.” Wir wussten zwar nie so recht, was er meinte, aber wir nickten zustimmend und sagten Dinge wie “Ja, solche Idioten.” oder “Wenn du mal nicht noch ausrastest und die Schrauben an deinen Maschinchen mit Absicht nicht mehr fest anziehst …”.

    Aber alles in allem war er ja ein guter Junge. Einer von den besonderen, der auch mal die Schnauze halten und einfach ins Leere starren konnte. Das alles mag euch egal sein, aber uns waren solche Sachen wichtiger als ein Diplom oder sonst irgendetwas. Damals, noch in Berlin, da war er immer mit dabei. Er hatte gesagt, die Stadt gäbe ihm Kraft, mit all ihrer Lockerheit und den vielen Unterschieden. Wenn wir an einer Schrebergartensiedlung entlang der S-Bahnlinien liefen und eine Gruppe Leute beim Grillen sahen, dann blieb er oft stehen und pfiff uns zurück. Dann zeigte er blind auf jemanden und sagte: “Hier, Karl-Gustav ist morgen mittag wieder Professor für Ethymologie. Und er, Herr Dr. Schablowski, geht heute Abend noch auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz im Freien und steht morgen besonders früh auf, um noch einen Teller Suppe bei den Tafeln zu bekommen.

    Ich weiß nicht, ob wir auch einen Teil der Schuld hatten, oder ob überhaupt jemand Schuld hatte und nicht alles einfach hatte in einer Art und Weise sein müssen. Aber wenn man soetwas miterlebt, naja, es ist halt schon eigentümlich.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Was für Befördrung hofft ich wohl von dir,
    Der keine Rent als seinen muntern Geist,
    Um sich zu nähren und zu kleiden, hat?
    Weswegen doch dem Armen schmeicheln? Nein,
    Die Honigzunge lecke dumme Pracht,
    Es beuge sich des Knies gelenke Angel,
    Wo Kriecherei Gewinn bringt. Hör mich an: [...]

    Hamlet in William Shakespeares “Hamlet”

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    Dumm sein und Arbeit haben: das ist das Glück.

    Gottfried Benn

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    Es [ist] ein so namenloses Glück, wenn einem die die Welt entzweibricht. O mein Gott, welch ein Gericht ist über mich hereingebrochen. Sagen Sie mir, daß ich die Kraft haben muß noch zu leben und das Wahre zu tun. Sagen Sie mir, daß ich nicht irre bin. Es ist steinernes Dunkel hereingebrochen.

    aus einem Brief Georg Trakls an Ludwig von Ficker

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    Die Gleichung A=A ist Ausdruck der Unerfahrung des Seins und Daseins. Die äquation Nihil = Nihil ist sinnlos und widervernünftig. Nur eine Kleinigkeit ist zu bedenken: Es gibt den Freitod. Gibt ihn, wie zu zeigen veruscht wurde, als Antwort auf den échec, als Widerrede gegen das Leben, das seinen eigenen échec in sich brigt, das seine eigene Verneinung ist, also: Affirmation und Negation zugleich und darum absurd, nicht weniger absurd als der Freitod, der nur deshalb als “zweifach absurd” bezeichnet werden darf, sogar muß, weil der ihn Vollziehende bis zum Ende mit einem Teil seiner Person in die Lebenslogik, die er verneint, da er ja sich selbst schließlich negieren wird, engeschlossen bleibt.

    Jean Améry: “Hand an sich legen”

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    Es ist schade, daß Sie mit hohlen Nüssen um hohle Nüsse spielen.

    Jarno in Goethes “Wilhelm Meisters Lehrjahre”

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    [Den Becher] halten und füllen zugleich -
    Besser, du ließest es sein!
    [Die Klinge] betasten und schärfen zugleich -
    Das dauert nicht lange!
    Voll Erz und Juwelen die Halle -
    Niemand kann sie bewahren.

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    Stolz auf Reichtum und Ehre
    Schafft selber sich Unheil.
    Sein Werk vollbringen
    Und sich zurückziehen:
    Also des Himmels Weg.

    Lao-tse: “Tao Te King”, Kapitel 9

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    Ich kann nur diejenigen lieben, die angesichts ihres Lebens eine gewisse Ohnmacht zeigen.

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    Der Mensch ist zweifelsohne ein außergeöhnliches Phänomen, aber kein Erfolg.

    Émil M. Cioran

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    Frank, du hast immer die falschen Bücher gelesen.

    Karl in Sven Regeners “Herr Lehmann”

  • We’re just two lost souls swimming in a fish bowl,
    year after year,
    running over the same old ground. What have we found?
    The same old fears,
    wish you were here

    Pink Floyd - Wish You Were Here

    “Naturwissenschaften, das ist noch ein Thema, mit dem es sich zu beschäftigen lohnt. Da kann man was erreichen.” sagte der dicke Mann mit den hinter dem massigen Bauch zurückgebliebenen Augen und schwang dabei schwärmerisch seine wabbligen Arme.

    Und die Busse schlängelten sich auch schon wieder durch die Stadt, die so langsam aber sicher auch an diesem Tag wieder erwachte, da sie von innen heraus belebt wurde. Allein dieser ganz eigentümliche, schweissige Geruch einer unruhigen Nacht stieg noch an jedem Haus aus den Fenstern. Die ersten standen schon im Bad und versuchten ihn abzuwaschen oder wegzuduschen. Die anderen suhlten sich voller Wohlgefallen den ganzen Tag darin.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Heute vor 11 Jahren starb einer der wohl stärksten und kritischsten Geister des vergangenen Jahrhunderts - Émil Cioran. Ihm zu Ehren dieser Eintrag heute.

    émil Cioran
    Nachher werden noch ein paar seiner besten Aphorismen hier aufgeschrieben sein, bis dahin nur dieser ganz besondere:

    Wer um seine Melancholie zittert, weil er Furcht hat, von ihr zu genesen, mit welcher Erleichterung wird der feststellen, dass seine Befürchtungen schlecht begründet sind, dass sie unheilbar ist!

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    Ich soll einen Text über den Schmerz schreiben. Ich weiß genau, was ich darüber zu sagen habe - aber warum sollte ich es sagen? Warum nicht im Stillen leiden wie die Tiere?

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    Der Mensch ist zweifelsohne ein außergewöhnliches Phänomen, aber kein Erfolg.

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    Um einen weder dummen noch verlogenen Trauerbrief zu schreiben, müsste man ein Genie sein.

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    Je älter ich werde, umso mehr gewöhne ich mich an die düsteren Realitäten (Selbstmord, Abscheu vor der Geburt etc.) ohne jeden Hintergedanken an Kummer oder Trostlosigkeit. Ich stelle mir das Irreparable ohne Traurigkeit vor. Ich stecke bis zum Hals in der objektiven, evidenten, unpersönlichen Trostlosigkeit. Tränen aus ewig trockenen Augen.

    #

    Man schreibt nur leidenschaftlich, echt, wenn man in die Enge getrieben ist. Der Geist arbeitet unter Druck. Unter gewöhnlichen Umständen liegt er still, er langweilt sich und langweilt die Anderen.

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    Es leuchtet ein, dass Gott eine Lösung war und dass man nie wieder eine ebenso befriedigende finden wird.

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

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