The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • “Mir is langweilig, immer nur Lusitzen und Dösen.”
    “Mach doch irgendwas, Kreuzworträtsel oder so.”
    “Hm, ich Lößnig so gern Kreuzworträtsel.”
    “Aber ich Connewitz!”

    Gebanntes Zuhören und Gesten, die man nicht beschreiben möchte.

    “Und, wie Wahren?”
    “Schleußig, Reudnitz…”
    “Rehboch keen Scheiß! Kannst och nur Möckern.”
    “Ich Meusdorf och ne, warum. Weniger Stahmeln vielleicht, mach’ Liebertwolkwitze, die Cleuden dich besser.”
    “Naja, ich Mölkau grad, dass der ne so Dölitz.”
    “Aber was Gohlis —”
    “Wo Lindenau fahr’n wir eigentlich?”
    “Leipzig.”
    “Hm, Leutzsch mir ein.”

  • Wie vielversprechend ist es, einfach drauflos zu laufen, wenn Explosivität noch längst keine Extraordinarität garantiert und sich Besonderheiten keineswegs durch persönliche Dynamik allein ködern lassen?

    Vielleicht ist es dann genau das, was die Zerstörten von den Sich-Zerstörenden unterscheidet: Aufrichtigkeit, ohne sich zum Spielball der eigenen Umgebung charikieren zu lassen. Ist es das, was standhaftes Zerbrechen von barer Dramatik unterscheidet und letztlich rar macht.

  • Da stehen wir wieder. Da stehen wir wieder, schwenken Kippe und Cabernet, Joint und Jaèn Blanco.

    Weil es gemacht werden muss.

    Wo früher billiger Schnaps war, ist heute billiger Wein. Wir hängen uns in den Hälsen, hängen mal hier, mal dort, Hauptsache nicht an uns selbst und erzählen davon, wie es ist, ausprobieren zu müssen, seine Grenzen auszuloten und etwas erleben zu wollen.

    Weil wir davon Ahnung haben.

    Das weiße Rauschen in den Ohren verfliegt nicht länger. Es bleibt. Und avanciert zum Unterton unseres gesamten Alltags. Auf dass es uns ewig daran erinnert, wie es ist, zu suchen vorzugeben und eigentlich gar nichts finden zu wollen.

    Weil wir nicht wissen, was das überhaupt sein sollte.

  • (erweitert um ein gutes Ende)

    Es ist überall der gleiche Trott, in Leipzig, Berlin, ganz Deutschland, der Welt und wahrscheinlich überall. Verbrechen, Leid, Terror, Kinderarbeit, Volkswagen und CDU.
    Aber als ob das nicht reichen würde, geht es jedes Jahr aufs Neue wieder los, alles wiederholt sich und bringt das ewig gleiche Schema von grün behangenen Bäumen, bunten Blüten, morgens eher, abends länger hell … es wird Frühling.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • anfänger
    anfänger
    anfänger
    sagen sie
    immerzu
    wenn du zweifelst

    diese globalisierte welt
    mit prioritätspisse
    mit berufsblödsinn
    mit mobilitätsmist
    mit corporatekacke
    mit skillsscheiße
    mit abilityarschlecken
    und glücksgegnern

    und die stadt verliert
    eine ihrer säulen
    die tage werden spröde oder
    nur ich

    und falsch steigt die Sonne
    in den himmel
    während es dunkel bleibt
    in mir

    und wie sollte man tun
    wenn alles wegbricht
    als sich einzulassen oder
    einfach abzuwarten

    und wie nicht ängstlich sein
    wenn es so gut ist
    dass es wie geträumt ist
    nur echt

    und du kommst zurück
    wie der frühling
    hast ihn im gepäck oder
    er dich

    ja
    ja
    ja
    es drauf ankommen lassen
    trotz angst
    gerade deshalb

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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