The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Wie mich die Gesellschaft als Punching-Ball missbraucht

    Man sollte nicht nachts um 1 Uhr noch auf die Idee kommen, zwei Kannen Kaffee trinken, das wissen Steffen und ich spätestens jetzt ganz genau, da wir nach der Lesung in dem kleinen Backstagekabuff sitzen und gegen die Müdigkeit ankämpfen. Wie wir den Slam am Abend überstehen sollen steht in den Sternen.
    «Wollen wir uns noch ein wenig die Messe angucken?», frage ich.
    «Ja.», sagt Steffen.
    Ohne jede Bewegung bleiben wir sitzen.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Wie erloschene Blindgänger
    starren die Bäume gen Himmel,
    tentakelnd traurige Tiere
    ergehen sich auf den Wegen,
    unter den tief hängenden Ästen.

    Wie geleert ich im Grün liege,
    ausgedorrt, entseelt und
    fragend, wo Weißrussland ist.
    Und ohne Antwort weiter,
    weiter fragend liegen bleibe.

    Wie ich dich sehen möchte,
    in geblühmtem Kleid
    und Himmelblau im Rücken,
    mit Wind unter den Armen,
    auf gepunkteten Wiesen.

    Wie nervös und aufgeregt
    will ich den Zug beim
    Einfahren und Halten hören,
    dich aussteigen und laufen sehen,
    geschwängert von guter Zeit.

    Um dann rücklings im Gras
    deinen Duft flattern spüren
    unter jenem Himmel,
    der doch für alle gleich ist —
    in Weißrussland und hier.

  • Warum ich eigentlich ganz normal bin

    Steffen und ich stehen im Shuttle-Bus, der uns zum Messegelände bringen soll. Während er sich über die dreisprachige Ansage der Haltestellen amüsiert, habe ich Angst. So müssen sich Tokio-Hotel-Fans fühlen, denke ich: unverstanden, hilflos, eingeklemmt zwischen Teenies und deren Eltern, gefangen in einer fremden Welt.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Wenn einem eine Woche wie ein Jahr vorkommt und jeder Kilometer wie eine Reise zum Mond, so muss ein Monat bereits ein Leben sein. Ein Monat, aber in Voraussicht auf ein ganzes Jahr zerbröselt jede Hoffnung zu schmerzlich schwärzlichem Staub.

  • Sich oder das, was man zu sein glaubt, wiederzuerkennen zwischen all jenen, die man die ganze Zeit über ist, zwischen denen man wechselt, die sich überlagern, angreifen, zerstören und viel zu oft vor allem widersprechen. All dies kann wahrscheinlich erst dann möglich werden, hat man sich auf ein vorherrschendes Selbstbild geeinigt. Aber eben dann gäbe es die gesamte Fragestellung nicht länger. Ein unbefriedigender Zirkel, wenn der das Gelöst-Sein eines Problems gleichzeitig in der eigenen Lösung begründet liegt. Insbesondere dann, wenn das Problem schwerwiegend ist.

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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