The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Françios Duc de La Rochefoucauld hat einmal gesagt: “Wer sich viel mit dem Kleinen abgibt, wird unfähig für Großes.”

    Ich glaube das.

    Nicht kleckern, sondern klotzen muss man. Den meisten Leuten ist es extravagant genug, sich lustige Buttons ans Revert zu stecken und ein Erasmus-Jahr lang zwischen den Beinen möglichst vieler Frauen mit möglichst abgefahrenen Intimfrisuren zu verbringen.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Die Rückkehr zur Gläubigkeit ist weder fortschrittlich noch Mitleid erregend. Was sie ist, ist ein wiedergekehrtes, öffentliches Eingeständnis der Resignation gegenüber den Vorgängen der Gegenwart, eine erneute Suche nach geistiger Bevormundung, eine selbst gewählte Abseitsposition.
    Schon wieder tut man genau das, was man seit Jahrzehnten als seine größte Schwäche kennen sollte und nimmt den Weg, der am wenigsten Aktion erfordert.

  • Samstagnachmittag, Affenhitze.

    Gegen Mittag wachte ich, wie üblich, schweißgebadet inmitten meiner 35-Quadratmeter-Sauna im siebten Stock auf. Scheiße, immer noch kein Regen. Ich fühlte mich wie eine halbgare Presswurst im viel zu großen Darm, die sich nach der kalten Abschreckdusche sehnt, um endlich diesen wabbeligen Zustand zunehmender Paralyse überwinden zu können.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Zwei, die in ein paar Jahren wahrscheinlich irgendeinen Großkonzern leiten werden:

    1: «Boah alder! Heute erstmal dick 1. Mai feiern!»

    2: «Feiern?»

    1: «Klar, man! Tradition und so.»

  • Nur mit Entsetzen wach ich morgens auf,
    Ich möchte bittre Tränen weinen,
    Den Tag zu sehn, der mir in seinem Lauf
    Nicht einen Wunsch erfüllen wird, nicht einen,
    Der selbst die Ahnung jeder Lust
    Mit eigensinnigem Krittel mindert,
    Die Schöpfung meiner regen Brust
    Mit tausend Lebensfratzen hindert.

    Goethe: Faust - Der Tragödie erster Teil

    Wobei doch die Nacht Erholung bringen sollte, hieve ich mich in die Aufrechte und versuche zu realisieren, was mir bevor steht, was zu leugnen ist, was nicht. Doch unterbricht ein Stechen dieses alltägliche Ordnen, das sich halbminütig widerkehrend durch meine Brust hangelt. Es zieht umher, geistert mir durch jedes Körperfell, stößt manchmal an bei Herz, Rippenfell und schließlich Lunge, bis es irgendwann irgendwo dazwischen hängen bleibt und trotzig seine Glieder in mich austreckt. Wie lokalisiert man einen Schmerz? Man beginnt ihn zu fokussieren und erreicht genau das Gegenteil. In mir ist es kalt und öde, nur eine Stelle ist noch nicht von einer Eiswüste durchzogen. An ihr flackert in leichtem orange die kleine Flamme, die im Kampf mit der Kälte das Stechen und Brennen erzwingt.

    Heil dir, Schlaflosigkeit! murmele ich mit einem Seitenblick auf den grauen Schleier vor meinen Augen, der am Bettrand hockt und die dünnen Beinchen gelassen durch die Luft schaukeln lässt. Kein bisschen betroffen sieht sie aus, als sie, die dunklen Locken gepflegt und ordentlich auf einander geschichtet, mir kühl und trocken in die Augen sieht. Jeder Tag beginnt erschöpfter als der letzte, bis das Schleier zu dichter Farbe wird und alles blockt, was vor mir liegt. Da geht alles ohne Zutun, nur wiegt alles schwerer noch als sonst. Das Blei auf den Augenlidern zieht stärker dem Erdboden entgegen, jeder Schritt und jeder Zug der Arme braucht mehr Kraft, die kleinen Kerben, die der Zahn der Zeit in meine Knochen genagt hat, werden endlich spürbar. Das Licht ist falsch und grell, es bricht kein Strahl sich mehr in den Pupillen, wenn alles im Dunst der Eintönigkeit verschwimmt.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling und Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute: Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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