The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Zwischen all der Ruhelosigkeit immer ein Wunsch nach Ruhe.
    Im Unsteten immer ein wohlig warmes Gefühl ob des Stetigen.
    Dem Chic des Ausgefallen das Spießbürgerliche entgegen setzen.
    Und beides brauchen.

  • da sind sie
    den ganzen tag unterwegs und leben und
    planen und beben und
    wagen und streben und
    reden und reden und reden und
    sagen nichts

    rennen kilometerweit auf dem stepper
    obwohl sie nur auf der stelle treten

    fotographieren sich vorm eiffelturm
    nur dass es nicht ums dagewesen sein geht
    sich vielmehr ums dasein dreht

    wechseln die stimmung nach bedarf
    es noch etwas anderem?

    denken ist so 2008
    das mach ich jetzt auch

    warum es nicht alles so einfach sein kann
    warum es nicht alles so einfach sein kann
    warum es nicht alles so einfach sein kann
    sondern anstrengend bleiben muss

    zu lächeln und
    gleichzeitig
    da zu sein
    zukünftig
    da zu bleiben

    vergänglich
    besonders zu sein
    im nachhinein

    ich schenke mir eine portion selbst
    mitleidig blicke ich an mir herab
    wertend

    schwer, aber nichtsdestotrotzköpfig lose
    von der welt, weit ab und hoch darüber
    bleibt es schwer und
    schön, den horizont zu sehen

    verrückte lichter tanzen dort
    durch meine trüben augen fort

    deine augen
    diese tiefen mariannengrabenaugen
    in die ich mich zu stürzen liebe

    nicht für den fick
    nicht für den kuss

    ich will — urknall

    gewöhne mir die traurigkeit nicht länger
    anwesend sein
    das ist sie
    es

  • Vorm LVB-Turm stehen,
    sich wundern, wo der LVB-Turm ist.

    Schreiend durch den Bahnhof stürmen,
    bis der BGS erwacht.

    Karl Liebsknechts Namen in der Südvorstadt zählen.

    In der Straßenbahn maskiert in die Kameras winken.

    Im Connewitzer Eck Kölsch bestellen.

    Vergeblich nachts beim Araber Pommes verlangen.

    Caféhaus-Ketten ignorieren.

    Nach Gohlis fahren.

    Und nach Eutritzsch.

    Nach Mockau laufen.

    Fragen, warum es Reudnitz heißt.

    Sich im Marriot nach Promis erkundigen.

    Oder einfach so mitwarten.

    Auf der Angerbrücke hüpfen.

    Plagwitz nicht finden.

    Am Sportforum Bälle über die Zäune schießen.

    Passanten im Zoo nach Knuts Gehege fragen.

    In der Triangel eine Playstation verlangen.

    Mittags vor der NaTo liegen.

    In Schleußig auf Nachtbusse warten,
    nicht einsteigen und nach Hause laufen.

    Im König Heinz nach Mitgliedschaftsanträgen fragen.

    Keinen bekommen.

    Um 04:00 Uhr in die Ilse gehen.

    Vor der eigenen Haustür im Gras schlafen.

    2008 schon 2009 sein.

    Oder 2010!

  • „Hallo? — Hallo?!“
    „Na endlich!“
    „Wie jetzt?“
    „Du rufst eine Woche lang an —“
    „Eine Woche lang! Das waren doch — höchstens — Sechs Tage! Oder sechseinhalb!“, stammelte ich.
    „— wagst aber kein einziges Wort zu sagen, sondern legst schon nach dem ersten Klingeln wieder auf, sodass mich tagtäglich hunderte Anrufe in Abwesenheit erwarten!“
    „Aber ich hatte gedacht, die Nummer wäre unterdrückt.“
    „Ist sie nicht!“
    „Oh.“
    „Ja, oh!“
    „Du weißt, wer ich bin?“, fragte ich zögernd und wissend, wie idiotisch diese Frage eigentlich war.
    „Dazu muss man nach so vielen Versuchen nicht einmal mehr clever sein. Niemand hat meine Nummer, außer so einem Verrückten, den ich bei der Immatrikulationsfeier getroffen habe.“, erklärte sie.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Hier bin ich maßlos,
    hier darf ich’s sein!

    Durch Stroboskopdschungel,
    Schweiß, Nebel, Lichtklüngel,
    wildwachsend Stimmgestrüpp
    und Bass.
    Bass Bass Bass Bass Bass.
    und Bass.

    Wer braucht schon Schlaf?
    Wer braucht schon Schlaf?
    Wer braucht schon Schlaf?

    Durch Stroboskopdschungel
    treib mich,
    mich davon.

    Nebel schwanger schweißgebadet
    Licht zerfetzt kalt tot
    Stimmen längst verstummt,
    aber Bass.
    Bass Bass Bass Bass Bass.
    und Bass.

    Komm und sei mit mir heut nacht
    verloren –

    zu zweit

    in der Straßenbahn
    ein bisschen heilsame Einsamkeit tanken.

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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