The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • “Glück und Ahnungslosigkeit, denkt Schilf, sind Synonyme, liebe Physikerfrau.”
    Juli Zeh - Schilf

    Schon bald, nach der ersten Erhellung, schält sich die Ernüchterung wie eine junge Knospe aus den Starren des Sozialen, zuverlässig und auf ihre Weise anmutig. Wir aber sind gestraft, einander zunehmend uninteressant zu werden, wenn wir es nicht vermögen, uns einige Mysterien zu bewahren.

  • Auf dem Nachhauseweg die Aufhänger der Sonntagszeitungen getroffen.

    Kurz überlegt.

    Trotzdem die Bullen gerufen.

  • Manchmal kann man sich schon sehr niederträchtig vorkommen, noch jung zu sein. Beispielsweise wenn man an einem Dienstagmorgen auf dem Nachhauseweg von einer Party den kürzeren Weg über die innerstädtischen Märkte nimmt.
    Zuerst ist es überhaupt ein kleines Kunststück, sich einen Weg durch die dicht gedrängten Massen von Leuten zu drängen, die durchweg über sechzig Jahre alt sind. Leute, die die Wege blockieren und sich gegenseitig vorhalten, wie schlecht das Leben, wie kurz die Zeit und wie teuer der Spargel ist.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • “Warum bleibt mir dies Sehen nicht erspart?”

    Das zu fühlen, was eigentlich gar nicht vorhanden ist und nur von einem Dritten erspürt werden kann - das alte Drama eines Cineasten - hebt den Hypochonder künstlich von der Masse ab und kettet ihn an die Ärzte. Er nennt sich Individualist und ist im Endeffekt doch nur elend überheblich.

  • Immer und immer wieder die Frage, was besser ist. Die Resignation vor dem Zeitverlauf, es ganz einfach hinzunehmen, Stück um Stück zu vergehen, so wie die brüchigen Lichttupfer im Morgengrauen, oder die Zeit ganz einfach zu vergessen, wie einen missgünstigen Freund?

    Es ist nur immer wieder dasselbe Gefühl, beim Schimmer der aufgehenden Sonne am Kai zu warten und den Tag längst wieder enden zu sehen. Beim Rufen der Möwen, das so kläglich klingt als jener Schrei, der seit Jahrzehnten in der eigenen Brust rumort. Tag um Tag und immerdar. Und nur das Wasser trotzt alledem mit seiner Stetigkeit, ewig periodisch gegen die Steinmauern zu klatschen, sich selbst Beifall zu spenden. In einem traurigen Theater.

    Was man allen Menschen mit auf den Weg geben müsste: Niemals im Geiste müde zu werden. Um nicht mit 30 zu sterben und erst mit 70 beerdigt zu werden.

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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