The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
-
“Hast du das gehört” sagt X und keucht ein Lachen, “Integrieren kann er!” Ein paar Kubikzentimeter Luft pressen sich aus seiner Luftlöhre und vermehren das Keuchen. “Und? ist das so ungewöhnlich?” frage ich und entlade die Spannung aus Xs gequälter Beherrschung. Sein Augenlid beginnt zu zucken und kleine, blonde Schweissperlen zittertn im Takt seiner Halsschlagadern eine geblähte Symphony auf Ecstasy. Während seine Finger versuchen sich in die Oberschenkel zu graben wippt sein Bein auf und ab, dazu beginnt er mit den Fingern das Fest der Schweissperlen überall an seinem Körper auf der Tastatur zu begleiten.
Aber ich lege noch ein paar mehre Scheite ins Feuer: “Integrieren ist doch ganz spaßig und so voller Regeln, dass man es kaum falsch machen kann, beachtet beachtet man sie.”. Ich zucke die Schultern und breche eine Reiswaffel in zwei Teile. Das größere Stück reiche ich X, während große Brocken an meinem Hemd festklammern und gegen die Schwerkraft kämpfen. Derweilen hat jemand die Sonne verletzt, ein Schwall von blutgetränktem Licht erwärmt meinen Arm, macht ihn feucht. Ein ausblutender Tag. “Jetzt hör mir mal gut zu, mein Herr” X hat wieder zu wettern angehoben, doch stockt kurz, um sich noch einmal mit genügend Atemluft zu bewaffnen. “Der Kerl kommt von was weiß ich für einer Realschule und will mir erklären, er könne dies und das? Soll ich mich etwa von so einem belehren lassen? Der hat ja nicht mal was vorzuweisen! Nichts!” und sein Gesicht verzieht sich wieder zu einer antiken Kriegermaske. “Was kann er denn dafür, dass wir unsere Zeit für ein Abitur vergeudet haben?”
-
Vorab, dieser Beitrag ist nicht als polemisch anzusehen, es ist nur ein Gefühl, so wie es eben da ist. Von mir aus kann mir dann vorwerfen, dass es existiert, doch so verantwortlich mag ich mich dafür nicht fühlen, solange wir das Freudjahr haben und jeder das Unterbewusste feiert.
Ich hatte in Von den Nicht-Funktionierenden über die Kinder- und Jugendpsychiatrie geschrieben, an der ich täglich vorbei komme. Aber es fehlte noch etwas, ein kleiner Zusatz. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Apathie, die ich zu beschreiben versuchte, oder auch nicht.
-
Eine Gruppe von 12 heranwachsenden Jugendlichen, beinahe noch Kinder von 14 Jahren, die sich selbstbewusst Die Räuberbande nennt, hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Heimatstadt, das bayrische Würzburg, anzuzünden und anschließend nach Amerika zu fliehen, um dort die Abenteuer zu bestehen, in welchen sie während ihrer Karl-May-Lektüre schwelgen.
Alles beginnt an einem abendlichen Sonntag nahe den Brückenheiligen und alles geht seinen gewohnten, chaotischen Gang. Zwischen gestohlenen Fischen, der Fortschritt der Technik in Form einer beleuchteten Kirchturmuhr, passiert rein gar nichts, das irgendwie bemerkenswert wäre.
Mitten in dem täglichen Einerlei der Würzburger fristen die Räuber ihr Dasein. Allesamt sind kleine Lehrlinge in allen nur möglichen Betrieben. Sie haben sich nach Schillers Vorbild benannt, sprechen sich jedoch untereinander mit Namen von Figuren aus besagten Westernromanen an.
-
Ich komme jeden Tag an einer Tagesklinik vorbei, genauer gesagt an einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Morgens stehen schon die ersten Autos vor den Toren. Darin sitzen dann besorgt dreinblickende Mütter, niemals Väter, die ihre Töchter oder Söhne den Tag über dort abladen und dann zur Arbeit fahren oder sonst irgendetwas tun. Mal davon abgesehen, dass ich solche Häuser nicht leiden kann, sehen die Insassen dort nicht sonderlich gesünder oder kranker aus als die, die allmorgendlich apathisch am Zaun vorbei taumeln. Allein strahlen sie eine unglaubliche Langeweile und Gleichgültigkeit aus, denn sie haben ihren Stempel weg. Niemand, der sie dort sieht, wird sie unvoreingenommen beurteilen, besonders nicht die, die genau darauf bedacht sind. Sie wägen so lang ab, bis sie entweder überhaupt keine Meinung mehr, oder nur noch falsches Mitgefühl, oder noch schlimmer, tolle Sprüche für sie übrig haben. Ein reiß dich mal zusammen! oder Kopf hoch! hilft keinem von ihnen.











