The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.

  • Auf dem Weihnachtsmarkt, mitten auf dem Weihnachtsmarkt, zwischen all den güldenen Glöckchen, dem Lametta, den sahnebeklatschten Waffeln, dem Glühwein und dessen umher torkelnden Opfern, saß er auf einem großen, roten Sessel im Zentrum des Marktplatzes, unübersehbar und omnipräsent auf einem Podest erhaben, der Weihnachtsmann. Dort saß er, der Weihnachtsmann und er war nicht irgendein Weihnachtsmann, er war DER Weihnachtsmann, genau den sollte er verkörpern, so hatte es ihm sein Arbeitgeber, ein ehemaliger Kaffeeröster, neuerdings Studienplatzverteiler und laut Werbung offizieller Partner des Weihnachtsmannes himself, aufgetragen.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • Ich habe eine Marktlücke entdeckt. Das sei ein guter Grundstein für eine Firmenneugründung, säuselt so mancher Ökonom.
    Ich habe entdeckt, dass sich die Kaufentscheidung für oder gegen ein Buch schon mit dem Lesen des Titels derart beeinflussen lässt, als dass dieses über Erfolg (=Kauf) oder Misserfolg (=Nicht-Kauf) zu entscheiden vermag.

    Zum Illustration:

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

  • When I’m at the pearly gates
    This’ll be on my videotape
    Radiohead - Videotape

    Morgens liefern sich nur noch die völlig Zerschossenen kleinere Geplänkel mit ihren Beck’s-Flaschen, während sie es längst aufgegeben haben, nicht ausgenüchtert zu versuchen, nach Hause zu gelangen. Vor den Eingängen des Hauptbahnhfs postieren sich erste Polizeistaffeln. Gepanzerte Frauen und Männer, die noch schnell ein Brötchen beim Bäcker ordern, bevor es losgeht. Hier und dort Anweisungen, wo der Knüppel besonders weh tut.

    Wir sind weit weg. Dort am Ufer. Und den Wiesen. Doch, natürlich! Man kann sich Radiohead fühlen.

    Ein junger Kerl galoppiert geradezu grazil durch den Gang, als das es schon fast heldenhaft wirkt, wie er sich zu dieser fortgeschrittenen Stunde überhaupt noch unter Kontrolle zu haben scheint. Aber weit gefehlt. Je näher er mir kommt, desto mehr erkenne ich das Elend. Ach herrjeh. Einer der schlimmen Sorte auch noch. Und man kommt nicht umhin, sich schlecht zu fühlen, bei seinem Anblick. Irgendwann steht er schließlich vor mir. Mit einem Wäschekorb voller Bibeln in der Hand. Voll auf Christus! Scheiße, denk ich. Dass es mit der Jugend heute doch derart bergab geht. Wir hatten doch früher auch Probleme… Aber wären wir je so weit gegangen? Damals hatten wir sie noch auf die herkömmliche Weise zu vertreiben gesucht. Mit Alkohol und anderen Drogen. Aber das reicht denen heute ja nicht mehr… Stattdessen ziehen sich einen Psalm nach dem anderen rein, bilden Bibelkreise, beten alsbald schon in der Öffentlichkeit und zerren immerfort Unbeteiligte hinab in den Sumpf der Sucht nach Sühnung.

    Nein, wir kommen nicht zurück. Macht doch, was ihr wollt. Wir bleiben einfach weiter Radiohead.

  • «Der Satiriker ist ein gekränkelter Idealist.»
    Kurt Tucholsky

    Als hätte das vermaledeite Naturparlament nun die ganze Sache endgültig besiegelt, sieht es ebenso die Welt ein. Passend zum Herbst wechseln wir Farben und Meinungen. Mit den ersten Blättern fällt dieses bedrückende Gefühl von den Bäumen auf unsere Schultern hinab. Und mit dem ersten Schnee kommt die Resignation hinzu.

    Nur ein seltsames Phänomen kämpft noch dagegen an: Super-Angie rettet die Welt!

    Von ihr könnte selbst Chuck Norris noch etwas lernen. Ausdruckslos und blutleer entsendet sie 500 Schneekanonen in die Arktis und kurbelt nebenbei die PR-Maschinerie an, um Eisbär Knuts natürliche Heimat im Auftrag des schönen Scheins zu retten. Aller das immer Beifall klatschend in Begleitung von Wolle S., einem Badener Amateurfilmer, der die erste Kamera auf dem Nordpol installieren will. Man weiß ja nie…

    Währenddessen verweben im Heimatland fleißige Mithelfer eifrig die vor Sorge triefenden Spenden der von der bemitleidenswerten Geschichte im Herzen getroffenen Bürger in die Steinkohlesubventionen der kommenden Jahre.

    Flieg, Super-Angie! Flieg bloß weit genug weg! Und vergiss den Wolle nicht!

  • Fabo, der sein Leben lang von Problem zu Problem stolpert, tut nach einem Streit mit seiner Freundin genau das, was sie ihm vorschlägt und springt aus dem Fenster seiner Wohnung. Er fällt, landet hart auf dem Auto der hübschen Tami und somit zugleich in seiner Erlösung. Denn als sich beide ineinander verlieben, scheint Fabos kaputtes Dasein endlich seine gesuchte Ordnung zu finden. Er schmiedet Pläne, will endlich alles richtig machen und die Kurve in ein gediegeneres Leben kriegen.

    In einer Nacht, da sich die beiden, deren Glück nicht größer sein könnte, in einem Steinbruch verloben, passiert dann das denkbar Schlimmste. Tami stürzt einen Abhang hinab und wird schwer verletzt. Nach einiger Zeit im Koma, erholt und aller Wunden entledigt, erwacht sie schließlich wieder. Nur hat sie alle Erinnungen der letzten 15 Jahre vollständig verloren und kann mit ihren früheren Freunden überhaupt nichts mehr anfangen.

    I can’t go on. I’ll go on. [weiterlesen ...]

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Neunzehnhundert, hier schreibt André Herrmann, Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung, aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Tagesmotto für heute:
Aufstehen, losgehen, was machen!

Geschichten, Philosophisches, Politisches und Absurdes.

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