The tears stream down my cheeks from my unblinking eyes. What makes me weep so? From time to time. There is nothing saddening here. Perhaps it is liquefied brain.
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Es ist ein verfrühter Sommertag, der nur auf dem Kalender noch zum verspäteten Frühling gehört. In der Straßenbahn ist es heiß, die Fenster sind kreisrund beschlagen und schwer atmend überlege ich, welche der Mitfahrenden ohne Weiteres dazu fähig wären, jemandem sämtliche Knochen zu brechen und welche von ihnen es schaffen könnten, jemanden psychisch zerbrechen zu lassen.
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Jeder von uns ist besser als die Anderen. Überall werden wir gemessen, bewertet und in Raster gedrückt. Wir werden gezählt, bestimmt und einsortiert. Es kotzt uns an. Aber alles, was wir tun, ist mitzumachen, uns über- oder unterzuordnen, mitzuzählen und mitzumessen. Sind wir nicht länger stolz genug, für uns einzustehen, oder sind wir nur zu genügsam geworden? Wir leben dahin und sind allein damit beschäftigt, Rechtfertigungen für das zu finden, was wir tun, um uns möglichst abzuheben vom Rest. Denn es ist leichter, sich im “eigentlich” und “aber” fläzen, statt zu versuchen, sie ganz zu streichen. Nur was uns dabei entgeht ist, dass wir nichts Anderes tun, als bloß unser Leben zu konsumieren wie eines jener Dinge, die wir tun, um anders, besser, als jene unbestimmten Anderen zu sein.
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“Langweilt dich der Sommer irgendwie?”
Julia steht in der Tür, nachdem sie, wie sie es immer macht, nur kurz angeklopft und danach gleich die Tür aufgerissen hat. Sie schaut mir in den Rücken mit ihrem durchdringenden Blick, ich hocke am Schreibtisch, in der Linken eine Zigarette balancierend und auf die wenigen Zeilen des Vormittags schauend.
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Da stehen wir wieder. Da stehen wir wieder, schwenken Kippe und Cabernet, Joint und Jaèn Blanco.
Weil es gemacht werden muss.
Wo früher billiger Schnaps war, ist heute billiger Wein. Wir hängen uns in den Hälsen, hängen mal hier, mal dort, Hauptsache nicht an uns selbst und erzählen davon, wie es ist, ausprobieren zu müssen, seine Grenzen auszuloten und etwas erleben zu wollen.
Weil wir davon Ahnung haben.
Das weiße Rauschen in den Ohren verfliegt nicht länger. Es bleibt. Und avanciert zum Unterton unseres gesamten Alltags. Auf dass es uns ewig daran erinnert, wie es ist, zu suchen vorzugeben und eigentlich gar nichts finden zu wollen.
Weil wir nicht wissen, was das überhaupt sein sollte.
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da sind sie
den ganzen tag unterwegs und leben und
planen und beben und
wagen und streben und
reden und reden und reden und
sagen nichtsrennen kilometerweit auf dem stepper
obwohl sie nur auf der stelle tretenfotographieren sich vorm eiffelturm
nur dass es nicht ums dagewesen sein geht
sich vielmehr ums dasein drehtwechseln die stimmung nach bedarf
es noch etwas anderem?denken ist so 2008
das mach ich jetzt auchwarum es nicht alles so einfach sein kann
warum es nicht alles so einfach sein kann
warum es nicht alles so einfach sein kann
sondern anstrengend bleiben musszu lächeln und
gleichzeitig
da zu sein
zukünftig
da zu bleibenvergänglich
besonders zu sein
im nachhineinich schenke mir eine portion selbst
mitleidig blicke ich an mir herab
wertendschwer, aber nichtsdestotrotzköpfig lose
von der welt, weit ab und hoch darüber
bleibt es schwer und
schön, den horizont zu sehenverrückte lichter tanzen dort
durch meine trüben augen fortdeine augen
diese tiefen mariannengrabenaugen
in die ich mich zu stürzen liebenicht für den fick
nicht für den kussich will — urknall
gewöhne mir die traurigkeit nicht länger
anwesend sein
das ist sie
es











